Aevis Victoria steigert Umsatz im Halbjahr - Höherer Gewinn dank Devestitionen

(Meldung ergänzt mit weiteren Details) - Der Klinik- und Hotelbetreiber Aevis Victoria hat im ersten Halbjahr 2017 einen leicht höheren Umsatz und deutlich mehr Gewinn erzielt. Für den Gewinnanstieg war dabei hauptsächlich die Trennung von zwei Beteiligungen verantwortlich. Die Aktionäre sollen hiervon in Form einer höheren Dividende profitieren.
15.09.2017 09:26

Der Gruppenumsatz wuchs von Januar bis Juni 2017 um knapp 15% auf 336,6 Mio CHF und erhöhte sich netto, also ohne Arzthonorare, ebenfalls um 15% auf 295,2 Mio. Den Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA weist die Gruppe in einer Mitteilung vom Freitag mit 42,9 Mio um 1,8% über Vorjahr aus. Die entsprechende Marge sank allerdings um 2,0 Prozentpunkte auf 14,5%, wie das Unternehmen in einer Mitteilung am Freitag schreibt.

Auf Stufe EBIT lag das Ergebnis mit 18,9 Mio CHF hingegen unter dem Vorjahrswert von 20,5 Mio CHF. Unter dem Strich steht wiederum ein Gewinn von 12,2 Mio CHF nach 4,5 Mio im Vorjahreszeitraum.

VERKAUF ZWEIER BETEILIGUNGEN

Denn den Löwenanteil des Gewinns bestritt ein ausserordentliches Finanzergebnis. Während der Berichtsperiode nahm die Gruppe zwei wichtige Devestitionen vor, die ihr insgesamt 11,7 Mio CHF als Finanzgewinn in die Kasse spülten.

So verkaufte Aevis Victoria ihre 11,9%-Beteiligung an der Zuger Lifewatch an die amerikanische Biotelemetry. Bereits im März hatten sich Antoine Hubert und Antoine Kohler von Aevis Victoria aus dem Verwaltungsrat der Lifewatch zurückgezogen, nachdem diese sich gegen ein Übernahmeangebot von Aevis ausgesprochen hatte. Ende Mai wurde der Übernahmekampf schliesslich besiegelt - zuungunsten von Aevis.

Ausserdem verkaufte die Gruppe eine Minderheitsbeteiligung von an der Bieler Linde Holding an die ebenfalls im Klinikgeschäft tätige Hirslanden-Gruppe. Aevis Victoria unterlag auch in diesem Fall in einem Bieterkampf.

Geleichwohl hält die Gruppe die Zunahme der Profitabilität für nachhaltig. Daher werde man voraussichtlich eine erhöhte Ausschüttung vorschlagen, so das Unternehmen.

Das Umsatzplus im ersten Halbjahr ist vor allem dank der Integration der Genfer Privatklink Générale-Beaulieu Ende 2016 zustande gekommen, heisst es weiter. Der Umsatz in der Sparte Swiss Medical Network sei deshalb um gut 16% auf 301,7 Mio CHF gestiegen. Das Segment Spitäler erwirtschaftete dabei einen um 8,1% höheren EBITDAR (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen, Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände sowie Mietausgaben) von 54,4 Mio CHF.

HÖHERE ZIMMERPREISE IN DEN HOTELS

Im Hotelsegment hat die Gruppe von der Aufnahme des Crans Ambassador im Skiort Crans-Montana in ihr Portfolio im Dezember 2016 profitiert, heisst es weiter. Der Nettoumsatz in den fünf Luxushotels stieg daher um 7,9% auf 28,8 Mio CHF, der Wert für das EBITDAR auf 3,3 Mio CHF nach 3,0 Mio CHF in der Vorjahresperiode.

Der Anstieg war auch möglich dank einem höheren durchschnittlichen Zimmerpreis. Dieser nahm um 5,0% auf neu 357 CHF pro Nacht zu. Vor allem aus den USA und China hätten zusätzliche Kunden die Hotels besucht. Dafür stagnierten die Gästezahlen aus der Schweiz und dem arabischen Raum.

In der Sparte Immobilien erwirtschaftete die Gruppe Nettoeinnahmen von 29,3 Mio CHF, nach 25,6 Mio CHF im Vorjahr. Zum Ende der Berichtsperiode waren alle 33 Objekte der Tochter Swiss Healthcare Properties I vollständig vermietet. Der Marktwert ihrer Immobilien betrug 779,4 Mio CHF.

MITTEL FÜR WEITERE EXPANSIONSPROJEKTE VORHANDEN

Aevis Victoria verfügt laut Medienmitteilung über umfangreiche Mittel für weitere Expansionsprojekte und Akquisitionen. Neben einer Kreditlinie in Höhe von 120 Mio CHF habe die Generalversammlung der Verlängerung und Erhöhung des genehmigten Kapitals zugestimmt. Damit könne Aevis Victoria in den kommenden Quartalen gezielt akquirieren und die bestehenden Portfoliogesellschaften fördern, so das Unternehmen.

An der Guidance für das Gesamtjahr hält Aevis grundsätzlich fest: Für das Gesamtjahr 2017 geht die Gruppe davon aus, einen Umsatz von mehr als 700 Mio CHF zu erwirtschaften. Im Vergleich dazu lag der Umsatz im Jahr 2016 bei 592,6 Mio CHF.

Eine Änderung gab es hingegen beim Ausblick im Bereich des Gewinns. Hatte die Gruppe zuvor erklärt, der EBITDA solle erstmals die Marke von 100 Mio CHF erreichen, heisst es neu, ein EBITDAR von mehr als 100 Mio CHF werde angestrebt. Zum Halbjahr galt diesbezüglich: Der EBITDAR betrug 50,2 Mio CHF, der EBITDA hingegen nur 42,9 Mio CHF.

An der Börse notieren Aevis Vicoria zu Handelsstart in einem leicht tieferen Gesamtmarkt 0,2% fester.

kw/ra

(AWP)