AFG übernimmt von Geberit die Koralle-Gruppe - Ergänzung Gebäudetechnik

(Umgeschrieben und mit weiteren Details ergänzt, Analystenkommentar, Aktienkurs etc.)
29.06.2016 09:48

Arbon/Jona (awp) - Der Bauzulieferer AFG übernimmt vom Sanitärtechnikkonzern Geberit per 1. Juli 2016 die Koralle-Gruppe und ergänzt damit seine Division Gebäudetechnik. Die Transaktion erfolge vorbehältlich der wettbewerbsrechtlichen Freigaben, teilten die beiden Unternehmen am Mittwoch in separaten Meldungen mit, wobei der Vollzug bereits im August erwartet wird.

Die Koralle Gruppe ist eine Anbieterin von Duschabtrennungen und vor allem in den Märkten Schweiz, Deutschland und Österreich tätig. 2015 wurde mit 240 Mitarbeitenden ein Nettoumsatz von rund 40 Mio EUR erwirtschaftet. Geberit hatte Koralle letztes Jahr im Rahmen der Sanitec-Akquisition übernommen.

Die Übernahme ergänze das Produktsortiment, so AFG, zumal man mit Sanitärprodukten in der Schweiz bisher nur marginal vertreten gewesen sei. Durch den Zusammenschluss entstehe der "führende Anbieter für hochwertige Duschkabinen in Europa".

Die Koralle-Gesellschaften sollen den Angaben zufolge in die Business Unit Sanitär der AFG-Division Gebäudetechnik integriert werden. Es erfolge aber weiterhin eine eigenständige Marktbearbeitung mit den bestehenden Marken der Koralle-Gruppe.

KAUFPREIS AUF 30 BIS 40 MIO EUR GESCHÄTZT

Über den Kaufpreis haben die beiden Vertragsparteien Stillschweigen vereinbart. Die ZKB schätzt ihn auf rund 30 bis 40 Mio EUR und geht davon aus, dass er aus eigenen Mitteln finanziert werden kann. Durch die Transaktion dürfte die Nettoverschuldung von AFG Ende 2016 über 50 Mio CHF (bei einem Eigenkapital von 357 Mio) zu liegen kommen, heisst es in einem Kommentar.

Die Analysten der Staatsbank bewerten die Übernahme für AFG als positiv. Für Geberit sei der Verkauf aufgrund der Grössenordnung (2% des Konzernumsatzes) hingegen von untergeordneter Bedeutung, strategisch aber sinnvoll. Der Verkauf sei "keine Überraschung", meint man bei Vontobel, wobei er einen leicht positiven Einfluss auf Margen und Profitabilität bei Geberit habe.

Wie der Einfluss auf die Profitabilität bei AFG aussieht, darüber sind die Meinungen nicht ganz einheitlich. Die Koralle-Gruppe dürfte eine Marge vergleichbar mit derjenigen der AFG-Gebäudetechnik (2015: 7,3%) haben, meint man bei Vontobel. Die ZKB hingegen geht von einer EBIT-Marge im "knapp zweistelligen" Prozentbereich aus, womit die Akquisition die entsprechende Division von AFG stärken würde. Bei Baader Helvea heisst es, dass die Auswirkungen "nicht bedeutend" sein dürften.

Dies sieht auch der Markt so. Die AFG-Aktien notieren um 09.30 Uhr mit +0,8% auf 13,45 CHF knapp unter dem Gesamtmarkt (+1,0%), bei Geberit ist der Rückstand mit +0,3% auf 360,10 CHF etwas grösser.

uh/tp

(AWP)