AKB erzielt tieferen Gewinn nach einem von Sondereffekten geprägten Vorjahr

Die Aargauische Kantonalbank (AKB) weist für das Jahr 2016 gegenüber dem von Sondereffekten geprägten Vorjahr einen tieferen Gewinn aus. Das Ergebnis sank um 8,5% auf 142 Mio CHF, wie es in der Mitteilung vom Dienstag heisst. Im Jahr 2015 hatte die Bank insbesondere dank der Auflösung von Rückstellungen sowie dem Verkauf ihrer Beteiligung an der Swisscanto-Holding einen Rekordgewinn erzielt. Dies hatte auch zur Folge, dass der Steueraufwand 2016 um 46% auf 14,5 Mio angestiegen ist.
21.02.2017 12:35

Die AKB blicke auf ein "erfolgreiches" Jahr zurück, heisst es. Operativ erreichte der Geschäftserfolg mit 195 Mio CHF beinahe den Rekordwert von 198 Mio aus dem Vorjahr. Dabei nahm der Geschäftsertrag um 2,3% auf 384 Mio zu. Aber auch der Geschäftsaufwand erhöhte sich 1,8% auf 177 Mio, was auf einen höheren Sachaufwand (+5,2%) zurückzuführen ist. Die AKB habe gezielt in die Modernisierung des Filialnetzes und in die digitale Entwicklung investiert.

Im Zinsengeschäft, dem mit einem Anteil von 70% wichtigsten Ertragspfeiler der Bank, nahm der Netto-Erfolg um 3,7% auf 269 Mio CHF zu. Dieser Anstieg resultiere aus den Mehrauflösungen an ausfallrisikobedingten Wertberichtigungen in Höhe von 20,3 Mio (VJ 5,9 Mio), erklärt die Bank. Demgegenüber blieb der Brutto-Zinsenerfolg vom aktuellen Tiefzinsumfeld belastet und trotz des Bilanzwachstums mit 249 Mio CHF um 1,9% unter Vorjahr.

Eine stabile Entwicklung zeigt sich im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, wo sich der Erfolg der AKB nur leicht auf 59,0 Mio CHF von zuvor 60,7 Mio zurückentwickelt hat. Das Handelsergebnis stieg sogar um 3,9% auf 51,0 Mio wegen höheren Kundenumsätzen und der Nutzung von Opportunitäten aus Zinsdifferenzen, so die Mitteilung.

Trotz eines tieferen Reingewinns erhält der Kanton Aargau - vorbehältlich der Genehmigung durch den grossen Rat - mit 109,7 Mio CHF die höchste Gewinnablieferung in der Geschichte der Bank. Zum Vorjahr entspricht dies einem Plus von 5,0 Mio. Die Cost-Income-Ratio betrug inklusive der Abgeltung der Staatsgarantie 46,1% (VJ 46,3%).

ANHALTENDES HYPOTHEKARWACHSTUM

Die Bilanzsumme der Kantonalbank expandierte per Ende 2016 um weitere 4,0% auf 25,2 Mrd CHF, nachdem die Bilanz 2015 bereits um 6,7% angewachsen war. Die Kundenausleihungen stiegen um 5,4% auf 20,8 Mrd, wobei die Bank im Hypothekarmarkt einem Anstieg von einer halben Milliarde verzeichnete. Die Kundengelder erhöhten sich gleichzeitig um 3,6% auf einen Wert von 16,3 Mrd. Die Gesamtkapitalquote blieb per Ende Jahr stabil bei 16,2%, womit die Bank ihre Zielvorgabe von "mindestens 16%" erneut erreichte.

Im frisch angelaufenen Jahr rechnet die AKB mit einem tieferen Geschäftserfolg als noch 2016. Die Zinsen seien nach wie vor sehr tief, und eine substanzielle Erhöhung sei für 2017 nicht zu erwarten, so die Bank.

mk/ys

(AWP)