Aktein Schweiz - Nestlé und Zykliker geben Schweizer Börse Schub

Die Schweizer Börse ist mit Kursgewinnen in die neue Woche gestartet. Die Hoffnung auf eine anziehenden Konjunktur habe Anleger angelockt, erklären Händler.
10.07.2017 17:40

Auf die guten US-Arbeitsmarktdaten am Freitag folgten am Montag Exportdaten aus Deutschland, die die Erwartungen ebenfalls übertrafen. Mit Spannung warten die Investoren nun auf eine Rede von US-Notenbankchefin Janet Yellen am Mittwoch. Börsianer rechnen damit, dass die Währungshüter die Zinsen in den USA bald weiter anheben.

Der SMI steigt um 0,7 Prozent auf 8944 Punkte. Damit kommt eine viertägige Verlustserie zu Ende. Ausgelöst wurden die Abgaben in der vergangenen Woche von Sorgen der Anleger um eine restriktivere Geldpolitik insbesondere der Europäischen Zentralbank.

Doch inzwischen konzentrieren sich die Investoren Händlern zufolge wieder stärker auf die Wirtschaftsaussichten. Die Weltwirtschaft befinde sich in einem synchronen Aufschwung, der in diesem und im nächsten Jahr anhalten sollte, erklären die Analysten der Zürcher Kantonalbank. Mittelfristig dürften die Aktienmärkte aufgrund der wachsenden Unternehmensgewinne und der guten Wirtschaftsaussichten höher tendieren. "Kritisch wird es erst, wenn sich Risse im Konjunkturbild auftun", heisst es.

Ruhiger Handel, Anleger in den Sommerferien

Börsianer sprechen von einem ruhigen Handel. Allmählich verabschiedeten sich die Anleger in die Sommerferien. Zudem waren Nachrichten von Unternehmensseite dünn gesät.

Von den 20 SMI-Titeln rücken 18 vor. Zu den Gewinnern zählt Nestlé mit einem Kursplus von 1,3 Prozent. Bei dem Nahrungsmittelriesen will der streitbare Aktionär Daniel Loeb einem Insider zufolge nicht locker lassen. Er sei in regelmässigem Dialog und Austausch mit dem Unternehmen, sagt eine mit den Vorgängen vertraute Person.

Aber auch zu Anteilen von zyklischen Unternehmen griffen die Anleger. Die Aktien des Personalvermittlers Adecco verteuern sich um 1,2 Prozent. Der Elektrotechnikkonzern ABB legt 0,4 Prozent zu. Die baunahen Werte Sika und Lafarge-Holcim gehören ebenfalls zu den Gewinnern.

Roche mit neuen Studien und Zulassungsgesuchen

Bei den Pharmawerten entwickelten sich Roche weniger gut als Novartis. Roche drängt mit einem neuen Medikament in den lukrativen Markt zur Behandlung der Bluterkrankheit. Bei den Behörden in den USA und der EU wurde die Zulassung der experimentellen Arznei Emicizumab gegen Hämophilie A beantragt. Roche legte zudem die Resultate von zwei spätklinischen Studien der Phase III mit dem Präparat beim ISTH-Medizinerkongress in Berlin vor. Die Roche-Scheine rücken 0,3 Prozent vor.

Die Novartis-Titel liegen 0,6 Prozent im Plus. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat ein Fragezeichen hinter die Sicherheit einer Gentherapie des Schweizer Pharmakonzerns zur Behandlung von Leukämie gesetzt. Ein Expertenausschuss soll klären, ob angesichts von möglichen Nebenwirkungen des neuartigen Wirkstoffs eine Zulassung gerechtfertigt ist.

Verluste verzeichnen dagegen der Uhrenhersteller Swatch und der Pharmazulieferer Lonza.

Am breiten Markt sinken die Aktien des Logistikunternehmens DKSH um 1 Prozent auf 77,20 Franken. HSBC hat den Titel auf "Reduce" von "Hold" zurückgestuft und das Kursziel auf 70 von 80 Franken gesenkt. Kursgewinne von 2 Prozent und mehr verbuchen dagegen der Sensorhersteller AMS und der Anlagenbauer Oerlikon.

(Reuters)