Aktien der Grossbanken sacken ab - Deutsche Bank schürt Lehman-Ängste

(Mit Schlusskursen ergänzt)
26.09.2016 18:29

Zürich (awp) - Die Aktien der beiden Grossbanken UBS und CS gerieten zu Wochenbeginn unter die Räder. Auslöser für die deutlichen Kursverluste, die Bankaktien nicht nur hierzulande, sondern auch in Europa verzeichneten, war der Nachrichtenfluss rund um die Deutsche Bank.

UBS gaben um 2,8% auf 13,06 CHF nach und die Anteile der CS um 2,5% auf 12,80 CHF. Der Leitindex SMI schloss 1,30% tiefer.

Händler verwiesen unisono auf die Lage der Deutschen Bank als Belastungsfaktor. Die Tatsache, dass der deutsche Branchenprimus unter Umständen in Finanzierungsschwierigkeiten kommen könnte, lasse am Markt die Lehman-Gespenster wieder aufsteigen, fasst es ein Händler recht plakativ zusammen.

Auslöser für den neuerlichen Kursrutsch in der Branche war laut Marktakteuren ein Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus", wonach die deutsche Regierung nicht bereit ist, dem grössten deutschen Geldhaus mit Staatshilfen unter die Arme zu greifen. Diese schliesst Bundeskanzlerin Angela Merkel kategorisch aus, berichtet das Magazin weiter und beruft sich dabei auf Regierungskreise.

Wie Mitte September bekannt geworden war, droht der Deutschen Bank in den USA eine Rekordstrafe. 14 Mrd USD fordert das Justizministerium in den Vergleichsverhandlungen um zweifelhafte Hypothekengeschäfte aus Zeiten vor der Finanzkrise. Es wäre die höchste Strafe für ein ausländisches Geldhaus, die die US-Behörden je verhängt haben.

Bleibt nun die Frage nach den Rückstellungen der Deutschen Bank. Das Institut hat bereits Milliarden für die Beilegung von einzelnen Rechtsstreitigkeiten zur Seite gelegt. Kritisch wird es für das Kapital des Instituts erst, wenn die budgetierte Summe für diesen Fall überschritten wird. Wie viel die Bank pro Einzelfall zurückgelegt hat, weiss ausserhalb des Geldinstituts keiner.

Bekannt ist nur die Gesamtsumme der Rückstellungen. Diese lag zuletzt bei rund 5,5 Mrd EUR. Neben diesem Streit mit der US-Justiz sind Ermittlungen wegen möglicher Geldwäsche in Russland derzeit das grösste bekannte Verfahren der Deutschen Bank.

hr/ra

(AWP)