Aktien Schweiz - Anleger an der Schweizer Börse bleiben vorsichtig

Vor dem Start in die US-Bilanzsaison und wegen der politischen Unsicherheiten in Spanien haben sich die Anleger an der Schweizer Börse am Mittwoch vorsichtig verhalten.
11.10.2017 17:40

Das Geschäft verlief Händlern zufolge bei mässigen Umsätzen in ruhigen Bahnen. Die Stimmung sei allerdings nicht schlecht und sobald sich die Wolken verziehen, dürften die Anleger wohl zugreifen. Der SMI notiert zum Börsenschluss mit 9265 Punkten praktisch auf Vortagesniveau.

Dass Kataloniens zunächst auf eine Abspaltung von Spanien verzichtet und auf Verhandlungen mit der Zentralregierung in Madrid setze, stimme die Marktteilnehmer zuversichtlich. Händler warnten allerdings zur Vorsicht. Die spanische Regierung hat konkrete Schritte zur Entmachtung der Regionalregierung in Barcelona eingeleitet. Ministerpräsident Mariano Rajoy bereitete eine mögliche Absetzung der separatistischen Regionalregierung in Barcelona nach Verfassungsartikel 155 vor, auf den er ausdrücklich verwies. Der spanische Börsenindex legte unter Führung der Bankaktien 1,3 Prozent zu.

Dämpfend wirkt Händlern zufolge der bevorstehende Start in die US-Bilanzsaison. Am Donnerstag wollen die Grossbanken Citigroup, Bank of America und J.P. Morgan ihre Ergebnisse vorlegen. Bereits Mittwochabend veröffentlicht die amerikanische Notenbank die Protokolle der jüngsten Offenmarktsitzung. Diese könnten Hinweise auf die zukünftige Geldpolitik der Fed erlauben.

Aktienkurse ohne klare Richtung

In der Schweiz bewegten sich die meisten Standardwerte in engen Spannen und ohne klare Richtung. Bei den Banken sinken die Titel der Credit Suisse um 0,6 Prozent und die der UBS um 0,3 Prozent. Am breiten Markt klettern die Aktien der Cembra Money Bank um 1,2 Prozent. Die Kreditbank übernimmt die EFL Autoleasing. Die Winterthurer Firma biete Fahrzeugfinanzierungen an und hatte Ende Juni Kreditforderungen von rund 280 Millionen Franken ausstehend. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Bei den Versicherungswerten sind Zurich leichter, während Swiss Re, Swiss Life und Bâloise leicht vorrücken. Helvetia sind gehalten.

Die Anteile zyklischer Firmen sind uneinheitlich. ABB, Clariant und Richemont ziehen an, während Geberit, Swatch, Adecco und Lafarge-Holcim nachgeben.

Bei den Schwergewichten steigt Pharmawert Novartis um 0,4 Prozent. Die Genussscheine von Rivalin Roche wurden um 0,2 Prozent niedriger gehandelt. Nestlé gibt ebenfalls leicht nach. Der Nahrungsmittelkonzern lehnte einen Kommentar zu einem möglichen Interesse an der Consumer Health-Sparte des US-Pharmakonzerns Pfizer ab.

Stromproduzenten unter Druck

Unter Druck stehen die Aktien der Stromproduzenten Alpiq, BKW und Energiedienst Holding. Die Energiedienst-Anteile büssen nach einer Gewinnwarnung 3,9 Prozent ein.

Gewinnmitnahmen drücken die Orascom-Aktien 8,6 Prozent ins Minus. Der Bau- und Hotelkonzern hat jüngst kräftig an Wert gewonnen, weil Anleger auf eine Erholung des Reisegeschäfts in Nordafrika wetten.

Die Bossard-Aktien büssen einen Teil der Vortagesgewinne ein, die ein guter Zwischenbericht der Schraubenhandelsfirma ausgelöst hatte.

Die Anteile von Sulzer schnellen 4,7 Prozent auf 123,10 Franken hoch. UBS hat das Kursziel auf 138 von 130 Franken erhöht und empfiehlt den Industriewert zum Kauf.

(Reuters)