Aktien SchweizAnleger an der Schweizer Börse gehen keine Risiken ein

Die Schweizer Börse ist am Montag nach einer freundlichen Eröffnung auf Konsolidierungskurs eingeschwenkt und danach an Ort getreten.
17.07.2017 17:40

Vor der mit Spannung erwarteten Veröffentlichung der Ergebnisse der Ratsitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag und zahlreicher in- und ausländischer Firmenbilanzen im Laufe der Woche wollten sich die Anleger nicht unnötig Risiken aussetzen, sagen Händler. Der SMI notiert mit 9039 Punkten minimal höher. In der Vorwoche war der Leitindex um 1,7 Prozent gestiegen.

Von EZB-Präsident Mario Draghi erhoffen sich die Anleger Signale, ob er die geldpolitischen Zügel bald anzieht. Dass Draghi an den Zinsen schraubt, gilt im Markt als praktisch ausgeschlossen. Draghi könnte aber den zuletzt stets bekräftigten Hinweis kippen, die billionenschweren Anleihenkäufe nötigenfalls noch einmal auszuweiten.

Nachdem am Freitag die Grossbanken in den USA die Bilanzsaison eröffnet haben, gewinnt nun auch in der Schweiz das Zahlenkarussell an Schwung. Als erster unter den 20 Bluechip-Konzernen machte SGS den Auftakt. SGS steigerte den Umsatz im Halbjahr um 4,9 Prozent auf 3,05 Milliarden Franken. Nach einer Reihe von schwierigen Semestern habe auch die Sparte Bergbau erstmals wieder zulegen können. Der Konzerngewinn des Weltmarktführers stieg um 7 Prozent auf 276 Millionen Franken. Der Inspektionskonzern erfüllte damit die Erwartungen der Analysten. "Getroffen, aber nicht übertroffen", sagt ein Händler. "Der Titel ist stolz bewertet, da braucht es ein wenig mehr." Daher komme es zu Gewinnmitnahmen, die die Aktie um 3,4 Prozent drücken.

Schwergewicht Novartis präsentiert am Dienstag Zaheln

Am Dienstag folgen die Zahlen des Pharmariesen Novartis und am Donnerstag jene des Elektrotechnikkonzerns ABB und des Aromenherstellers Givaudan. Novartis ziehen um 0,3 Prozent an. Der Konzern hatte gute Studiendaten über das Psoriasis-Medikament Cosentyx veröffentlicht. Die Anteile von Givaudan gewinnen 1 Prozent. Der Genussschein von Novartis-Konkurrentin Roche ist gut gehalten. Die Papiere des Marktschwergewichts Nestlé werden 0,5 Prozent tiefer bewertet. Damit belastet das Marktschwergewicht den Leitindex stark.

Die Aktien zyklischer Firmen tendieren meist freundlich. Die Titel des Zementkonzerns Lafarge-Holcim drehten nach anfänglicher Schwäche klar in die Gewinnzone. Die Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont gewinnen 2,6 und 1,2 Prozent. Swatch könnte sein Halbjahresergebnis bereits diese Woche und nicht erst Anfang August veröffentlichen, heisst es am Markt. "Und das könnte besser als erwartet ausfallen", sagt ein Händler. Der jüngste Kursrückgang werde zudem als Einstiegschance gesehen, heisst es weiter.

Bankentitel auf Konsolidierungskurs

Die Aktien der Banken konsolidieren den jüngsten Anstieg. Credit Suisse sinken um 0,1 Prozent, UBS drehen nach anfänglichen Verlusten ins Plus und legen noch 0,2 Prozent zu. Die Zahlen der beiden Grossbanken werden am 28. Juli erwartet. Julius Bär stehen 0,2 Prozent tiefer. Der Vermögensverwalter informiert am kommenden Montag über das erste Halbjahr.

Am breiten Markt werden die Anteile der Maschinen- und Anlagenbauer AMS, Autoneum, Rieter und Fischer höher bewertet. Georg Fischer veröffentlicht am Dienstag den Zwischenbericht.

Gewinnmitnahmen nach einem steilen Anstieg im frühen Geschäft lassen Meyer Burger aufs Ausgangsniveau zurückfallen. Der Kurs des Solarzulieferers war zunächst wegen spekulativer Käufe um bis zu 8 Prozent auf den höchsten Stand seit Februar 2016 gestiegen.

(Reuters)