Aktien Schweiz - Anleger an Schweizer Börse halten sich zurück

Die Schweizer Börse bewegt sich am Montag in engen Spannen mehr oder weniger seitwärts.
17.06.2019 11:40

Vor der am Mittwoch erwarteten Veröffentlichung der geldpolitischen Beschlüsse der US-Notenbank Fed verhalten sich die Anleger vorsichtig. Das Geschäft verläuft dementsprechend ruhig. Eine Zinssenkung bereits diese Woche wäre eine sehr grosse Überraschung, heisst es am Markt. Die Erwartungen der Finanzmärkte auf tiefere Zinsen seien jedoch hoch. Bis Ende Jahr werden insgesamt drei Zinssenkungen erwartet. Insgesamt sei die Stimmung eigentlich gut, und auch die Charttechnik spreche für weitere Anstiege.

Thomas Stucki, CIO der St. Galler Kantonalbank, stellt etwa die rhetorische Frage: "Was kümmern uns die Strafzölle von Präsident Trump, wenn das Fed es schon richten wird?" Neben der Zinsentscheidung wird die US-Notenbank am Mittwoch auch die Prognosen für die US-Wirtschaft und die Meinung der Mitglieder über den Zinspfad der nächsten Jahre bekanntgeben. Am Freitag könnte laut Händlern dann noch der bevorstehende grosse Eurex-Verfall das Geschäft beleben: "Wir gehen davon aus, dass der Verfall den Markt eher stützt. Wer weiss, vielleicht wird die Zehn vor dem Hochkomma beim SMI schon diese Woche Realität."

Der SMI notiert gegen 11.10 Uhr 0,2 Prozent höher bei 9862 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI rückt um 0,2 Prozent auf 1505 Punkte vor und der breite SPI um 0,2 Prozent auf 11'909 Punkte. Von den 30 wichtigsten Aktien ziehen 19 an, 10 geben nach und AMS sind unverändert.

Bankaktien auf Erholungskurs

An die Spitze der Gewinner setzen sich die Bankaktien Credit Suisse (+1,4%), UBS (1,0%) und Julius Bär (+1,3%). CS prüft eigenen Angaben zufolge Alternativen für das InvestLab. Man sei in fortgeschrittenen Gesprächen. Damit reagierte die Bank auf einen Bericht des Branchenportals "Inside Paradeplatz".

Die Titel der Luxusgüterhersteller Richemont (+0,8%) und Swatch (+0,4%) legen ebenfalls zu. Swatch holt einen kleinen Teil der jüngsten Einbusse auf, die dem Uhrenhersteller wegen der anhaltenden Demonstrationen in Hongkong in der Vorwoche laut Händlern widerfahren sind. Bei Richemont sorgten Käufe des Managements in der Vorwoche für Unterstützung, heisst es. Insiderkäufe seien ein klarer Vertrauensbeweis, sagen Händler.

Gefragt sind zudem die Versicherungswerte Swiss Re (+0,5%), Swiss Life (+0,4%) und Zurich (+0,4%).

Dividendenzahlung kann Sonova nicht stoppen

Die Verlierer werden hingegen von Sonova (-0,7% oder -1,60 Franken) angeführt. Die Anteile des Hörgeräteherstellers werden allerdings ex Dividende von 2,90 Franken je Aktie gehandelt. "Nicht einmal die Dividendenzahlung stoppt den Titel", sagt ein Händler. Mit einem Kursplus von mehr als 40 Prozent im laufenden Jahr zählt der Medizintechnikwert zu den am stärksten gestiegenen Schweizer Aktien.

Schwächer präsentieren sich zudem die Papiere der als wenig konjunkturzyklisch geltenden Alcon (-0,6%), Lonza (-0,3%) und Givaudan (-0,3%). Die Pharmawerte Roche (-0,1%) und Novartis (-0,2%) ermässigen sich ebenfalls. Eine positive Meldung zum Medikament Cosentyx von Novartis bleibt damit zunächst ohne offensichtliche Wirkung.

Die zyklischen Industrietitel LafargeHolcim (-0,3%), ABB (-0,1%), Geberit (-0,1%) und Schindler (-0,1%) sind ebenfalls etwas leichter.

Hiag stürzen nach Gewinnwarnung ab

Am breiten Markt stechen die Aktie von Hiag (-8,1%) negativ hervor. Nach einer Gewinnwarnung wenden sich die Anleger von den Papieren der Immobilienfirma ab. Ein Projekt mit der SIX zur Entwicklung einer Cloud-Lösung für den Schweizer Finanzmarkt wurde abgesagt.

Die Technologiewerte U-blox büssen 2,2 Prozent auf 71,90 Franken ein. Kepler Cheuvreux bestätigte das Rating "Reduce" und senkte das Kursziel auf 73 von 85 Franken.

(AWP)

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