Aktien Schweiz - Aufwärtstrend an Schweizer Börse hält an

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Dienstag klar fester und knüpft damit an die Vortagesgewinne an.
12.02.2019 11:35

Die Erholung nach den drei Verlusttagen gegen Ende der Vorwoche führen den SMI wieder nahe an das Jahreshoch bei rund 9170 Punkten. Die hiesigen Aktien bewegen sich damit im Einklang mit anderen wichtigen Börsenplätzen in Europa, nicht zuletzt gestützt auf die Entwicklung in Asien, wo die Kurse sowohl in China als auch in Japan nach verschiedenen Feiertagen zugelegt haben.

Die steigende Risikofreude der Investoren ist verbunden mit Hoffnungen auf Fortschritte im sino-amerikanischen Handelsstreit. Denn seit Montag sind Vertreter der USA in China, um den Besuch einer hochrangigen US-Delegation gegen Ende der Woche vorzubereiten. Positive Signale gibt es auch vom US-internen Haushaltsstreit. Republikaner und Demokraten verkündeten am Montag, sie hätten eine grundsätzliche Einigung gefunden - ohne Einzelheiten zu nennen. Mit Blick auf die Aktienmärkte gibt es auch kritischere Stimmen. So hat die Credit Suisse beschlossen, die globalen Aktien von einer übergewichteten auf eine neutrale Position zurückzunehmen und somit Gewinne zu realisieren.

Der SMI notiert um 10.45 Uhr 0,7 Prozent höher bei 9132 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI legt 0,8 Prozent auf 1409 Punkte zu und der breite SPI 0,7 Prozent auf 10'674. Von den 30 Top-Werten stehen bis auf Swiss Re und Swisscom alle im Plus.

Swisscom nach Comcom-Entscheid unter Druck

Letztere büssen gegen den freundlichen Gesamttrend 1,2 Prozent ein und liegen damit am Tabellenende. Die Eidgenössische Kommunikationskommission (Comcom) gab am Morgen einen für Swisscom negativen Entscheid bekannt. Demnach hat das Unternehmen in den Jahren 2013 bis 2016 für die Mitbenützung ihres Netzes von Mitbewerbern in vielen Fällen zu hohe Preise verlangt. Swisscom prüft, ob der Entscheid ans Bundesverwaltungsgericht weitergezogen wird. Die finanziellen Folgen für Swisscom scheinen sich aber in Grenzen zu halten, denn für die entsprechenden Risiken sind bereits Rückstellungen gebildet worden,

Die Mehrheit der Titel zieht allerdings wie erwähnt an. Von der freundlichen Börsenstimmung profitieren Technologie-Aktien wie AMS (+4,5%) und Logitech (+2,3%) am meisten, während sich Temenos (+2,0%) in den Top-7 halten. Der Hersteller von Banksoftware wird nach Börsenschluss die Jahreszahlen zeigen.

Mehrheitlich konjunktursensitive Aktien wie Adecco, Vifor Pharma, Lonza und Swatch verteuern sich um jeweils 2,2 Prozent. Für Adecco gehen dabei Impulse von einem besser als erwartet ausgefallenen Schlussquartal beim niederländischen Rivalen Randstad aus, für Swatch von guten Gucci-Zahlen.

Roche-Genusscheine gefragt

Gestützt wird der Gesamtmarkt mittlerweile aber auch von den zu Handelsbeginn noch eher schwächelnden defensiven Pharma-Schwergewichten. Dabei ziehen Roche (+1,4%) erneut etwas stärker an als Novartis (+0,9%).

Nestlé (+0,1%) hinken im Vorfeld der Ergebnispublikation vom Donnerstag etwas hinterher.

Zahlen wird dann auch die Credit Suisse vorlegen, deren Aktien mit einem Plus von 0,8 Prozent im breiten Mittelfeld zu finden sind. Für die Bankaktien hat Goldman Sachs das Kursziel etwas reduziert, gleichzeitig aber die Empfehlung "Buy" bestätigt, dies im Zusammenhang mit der in der Vorwoche kommunizierte höhere Steuerquote der CS. UBS notieren kaum verändert.

Vontobel wird für nicht erhöhte Dividende abgestraft

Im breiten Markt büssen Vontobel im Anschluss an das Jahresergebnis mit minus 4,8 Prozent markant ein. Der Gewinn der Privatbank entsprach zwar ungefähr den Erwartungen der Analysten, verschnupft reagiert man aber auf die niedrigeren verwalteten Vermögen und die nicht angehobene Dividende.

Air Tech klettern um gut 13 Prozent nach oben, nachdem das Kantonsgericht Zug den Antrag des Verpackungsherstellers auf eine provisorische Nachlassstundung genehmigt hat.

(AWP)