Aktien Schweiz - Bankaktien bewahren Schweizer Börse vor dem Abrutschen

Die Schweizer Börse hat sich am Donnerstag gehalten präsentiert. Dank Kursgewinnen bei den Grossbanken konnte sich der Markt auf dem Niveau des Vortages behaupten.
02.11.2017 17:35

Der SMI geht mit 9280 Punkten 0,1 Prozent höher aus dem Handel als am Mittwoch. Nach dem Rekordlauf an den internationalen Börsen lege der Markt eine Pause ein, sagen Händler.

Die erste Zinserhöhung der Bank von England seit zehn Jahren um 0,25 Prozentpunkte auf 0,5 Prozent liess die Marktteilnehmer weitgehend kalt. "Das war erwartet", sagt ein Händler. Gespannt sind die Anleger dagegen auf den Nachfolger von US-Notenbankchefin Janet Yellen und den amtlichen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Insidern zufolge dürfte US-Präsident Donald Trump Jerome Powell an die Spitze der wichtigsten Notenbank befördern. Powell dürfte den von Yellen eingeschlagenen vorsichtigen Kurs der geldpolitischen Straffung fortsetzen, heisst es am Markt.

Die Aktien der Credit Suisse setzten nach der Quartalsbilanz zu einem Höhenflug an. Der Kurs steigt um 4,5 Prozent auf 16,34 Franken - den höchsten Stand seit Februar 2016. Die Grossbank hat dank Einsparungen und einer guten Entwicklung der Vermögensverwaltung im dritten Quartal den Gewinn auf 244 Millionen Franken verfünffacht. "Wir glauben an unsere Strategie", sagte Konzernchef Tidjane Thiam. "Wir haben eine Fülle von Belegen, dass sie funktioniert." Damit zeigte Thiam auch dem Hedgefonds RBR Capital die kalte Schulter, der Credit Suisse aufspalten und den das Management der Bank in der kommenden Woche treffen will. "Die Zuversicht der Bank ist bei den Anlegern gut angekommen", sagt ein Börsianer.

Im Sog von Credit Suisse legen die Anteile von Rivalin UBS 1,5 Prozent zu.

Swiss Re bewegen sich nach Quartalsbilanz kaum

Kaum Wellen schlugen dagegen die Neunmonatszahlen von Swiss Re. Die Aktien notierten geringfügig unter dem Vortagsniveau. Der Rückversicherer hält trotz eines Verlusts in den ersten neun Monaten an dem geplanten Aktienrückkauf fest. Ab dem 3. November soll durch den Erwerb eigener Titel bis zu eine Milliarde Franken an die Aktionäre zurückgegeben werden. Unter dem Strich entstand wegen hoher Schadenzahlungen vor allem für die verheerende Hurrikan-Serie in den USA und der Karibik ein Verlust von 468 Millionen Dollar. "Das Ergebnis ist gut. Der Aktienrückkauf und die Aussicht auf höhere Prämien sollten den Kurs unterstützen", sagt ein Händler.

Die Swisscom-Titel sinken um 0,1 Prozent. Der Telekomkonzern steigerte den Gewinn in den ersten neun Monaten um 6 Prozent und bekräftigte die Jahresprognose. Das sei mehr als erwartet, heisst es.

Uneinheitlich zeigen sich die Anteile zyklischer Firmen. Die Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB sinken nach den jüngst kräftigen Kursgewinnen um 0,8 Prozent. Geberit gewinnen 0,7 Prozent an Wert. Die Aktien der Sanitärtechnikfirma hatte nach der Veröffentlichung des Quartalsberichts am Dienstag massiv an Wert eingebüsst.

Meyer Burger tauchen nach Gewinnwarnung

Am breiten Markt fallen die Titel von Meyer Burger mit einem Kurseinbruch von 4,9 Prozent auf. Der Solarindustrie-Zulieferer legt ein massives Restrukturierungsprogramm auf und senkte die Prognose für den Betriebsgewinn. "Die Gewinnwarnung hat die Anleger aufgeschreckt. Längerfristig dürfte sich die Restrukturierung aber positiv auf die Firma auswirken", sagt ein Händler.

Nach einem besser als erwarteten Zwischenbericht griffen die Anleger zu den Aktien der Regionalbank Valiant. Sie steigen um 6,4 Prozent. Die Anteile der Luzerner Kantonalbank steigen nach den Quartalszahlen und der Ankündigung einer höheren Dividende um 0,9 Prozent.

(Reuters)