Aktien Schweiz - Beton und Banken schieben Schweizer Börse an

Die Schweizer Börse hat am Freitag dank erfreulichen Firmenbilanzen und der Hoffnung auf eine Entspannung im Handelskonflikt der USA mit Europa den Aufwärtstrend fortgesetzt.
27.07.2018 17:35

Ausserdem trugen positive Konjunkturzahlen aus den USA zur Stimmungsaufhellung bei. Das Geschäft verlief aber trotzdem vergleichsweise ruhig. Vor dem Wochenende wollten die Anleger keine unnötigen Risiken eingehen. "Wer weiss, was über das Wochenende alles geschehen kann", sagt ein Händler. Daher dämpften denn auch Gewinnmitnahmen immer wieder den Anstieg.

Der SMI legt bis Handelsschluss um 0,4 Prozent auf 9173 Punkte zu. Damit schafft der SMI die vierte Woche in Folge einen Kursgewinn. In dieser Zeit hat der Index 6,6 Prozent zugelegt.

Die US-Wirtschaft wuchs im Frühjahr mit 4,1 Prozent auf das Jahr hochgerechnet so stark gewachsen wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Damit sei der Weg frei für zwei weitere Zinserhöhungen in der weltgrössten Volkswirtschaft, sagen Analysten. Es sei aber nicht zu erwarten, dass die US-Notenbank bereits auf der nächsten Sitzung am Mittwoch eine Zinserhöhung beschliessen werde.

Tagessieger LafargeHolcim

Starke Unterstützung bot der Reigen an Firmenabschlüssen. Von den 20 Schweizer Standardwerten legen 16 zu. Grösster Gewinner sind LafargeHolcim mit einem Plus von 2,7 Prozent. Mit seinen Halbjahreszahlen habe der Zementriese die Markterwartungen leicht übertroffen, sagt Vontobel-Analyst Bernd Pomrehn. Zudem bestätigte der Konzern die von Analysten als ehrgeizig eingestuften Jahresziele.

Stark gefragt waren die Anteile der Banken Credit Suisse und UBS mit Kursgewinnen von 0,8 und 1,0 Prozent. Während UBS noch immer von dem kürzlich veröffentlichten Ergebnis profitierten, werde CS vor der Veröffentlichung des Quartalsberichts am Dienstag gekauft, sagt ein Händler. Die Anteile der Versicherer Swiss Life steigen um 1,0 Prozent, Swiss Re und Zurich um knapp ein halbes Prozent. Ebenfalls in der Spitzengruppe zu finden sind die Aktien von Swisscom mit plus 1,2 Prozent.

Mit dem Elektrokonzern ABB und dem Personalvermittler Adecco standen auch Aktien von Unternehmen, deren Geschäfte von der Weltwirtschaft abhängen, in der Gunst der Anleger.

Gefragte Bauzulieferer

Am breiten Markt stechen die Anteile der Bauzulieferer Forbo und Zehnder mit kräftigen Kursgewinnen hervor. Sie hatten mit ihren Ergebnissen die Erwartungen deutlich übertroffen, heisst es am Markt. Die Papiere von Zehnder-Konkurrent Arbonia rücken 0,8 Prozent vor.

Die Titel der Bank Vontobel werden 1,7 Prozent höher bewertet. Der Vermögensverwalter erhöht nach einem Gewinnsprung im Halbjahr und angesichts der Übernahme der Privatbank Notenstein La Roche die Finanzziele. Im ersten Halbjahr steigerte das Institut den Gewinn dank einer guten Entwicklung im Asset Management um knapp ein Drittel auf 132,7 Millionen Franken. Analysten hatten durchschnittlich mit einem Gewinn von 118 Millionen Franken gerechnet.

AMS auf Erholungskurs

Die Aktien von AMS steigen um 3,0 Prozent. Der Titel war wegen Gewinnmitnahmen nach der Ergebnisvorlage stark gefallen und habe daher zu einer Gegenbewegung angesetzt. "AMS weisen einen volatilen Kursverlauf auf und sind daher gut geeignet fürs Trading", sagt ein Börsianer.

Die Aktien von Starrag büssen 6,3 Prozent ein. Der Maschinenbauer hat wegen Auslastungsproblemen an einem Standort, Währungseinflüssen und des Wegfalls einer Steuergutschrift einen Gewinneinbruch um ein Drittel auf 4,3 Millionen Franken verbucht. Zudem reduzierte die Firma die Geschäftsprognose für das Gesamtjahr.

(Reuters/cash)