Aktien Schweiz - Bewegung im Zollstreit treibt Schweizer Börse an

Signale für Bewegung im amerikanisch-chinesischen Handelsdisput haben die Schweizer Börse am Dienstag beflügelt.
11.12.2018 17:45

Der Leitindex SMI steigt um 1,9 Prozent auf 8715 Punkte und machte damit den Kursrutsch vom Vortag fast wieder wett.

Auftrieb erhielten die Märkte von einem Telefonat von US-Finanzminister Steven Mnuchin, dem amerikanischen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und dem chinesische Vize-Ministerpräsident Liu He. Beide Seiten hätten ihre Ansichten darüber ausgetauscht, wie der zwischen den Präsidenten Donald Trump und Xi Jinping beim G20-Gipfel in Argentinien erzielte Konsens umgesetzt werden könne.

Marktteilnehmer äusserten sich allerdings auch skeptisch. "Wir sehen jetzt täglich Kommentare, wie es scheint über Fortschritte zwischen den USA und China", heisst es etwa beim Onlinebroker Oanda. "Die Realität ist, dass das ein Prozess wird, der sich mit dem Tempo eines Gletschers bewegt. Aber der Umstand, dass es Gespräche gibt, ist ein Grund für Optimismus."

Auch wegen der Konfusion um den geplanten Ausstieg Grossbritanniens aus der EU bleibt die Lage weiterhin fragil. Premierministerin Theresa May stösst mit ihrer Forderung nach Änderungen am Brexit-Abkommen in der EU auf taube Ohren. Für Verunsicherung sorgt zudem die Lage in Frankreich. Präsident Emmanuel Macron Macron löste mit Zugeständnissen an Demonstranten Sorgen aus, dass Land könnte gegen die EU-Schuldengrenzen verstossen.

Weitere Aufwärtsbewegung erwartet

Die Charttechniker der Zürcher Kantonalbank rechnen für die nächsten Tage eher mit einer Aufwärtsbewegung. Bei 8820 Punkten sehen sie Widerstand für den SMI. Die nächste Unterstützung für den Leitindex liege bei 8470 Zählern.

Alle 20 Schweizer Standardwerten rücken vor. Die stärksten Gewinne verzeichnen die Aktien von Unternehmen mit einem stark von der Konjunktur abhängigen Geschäft. So gewinnt der Zementkonzern LafargeHolcim 3,6 Prozent an Wert. Auch die Aktien der beiden Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont rücken mehr als 3 Prozent vor.

Gefragt waren auch Bankaktien, die zuletzt unter die Räder gekommen waren. Die Anteile des Vermögensverwalters Julius Bär ziehen 3,8 Prozent an und die Credit Suisse 2,0 Prozent. Einem Bericht der "Financial Times" zufolge dürfte die Grossbank auf dem Investorentag am Mittwoch zwar einen Aktienrückkauf ankündigen. Das Volumen für 2019 werde aber deutlich unter den von Citigroup-Analysten geschätzten zwei Milliarden Franken liegen, heisst es im Bericht unter Berufung auf einen Insider.

Die Pharmaschwergewichte profitierten von positiven Kommentaren eines Brokers. Die Novartis-Aktien legen 2,4 Prozent zu und die Roche-Anteile 1,4 Prozent. Jefferies hat die Analyse der beiden Konzerne mit einer Kauf-Empfehlung aufgenommen.

Dem Markt etwas hinterher hinkte Givaudan. Die Titel des Aromen- und Duftherstellers rücken 0,7 Prozent vor. Zuvor hatte Morgan Stanley die Empfehlung auf "Equal-Weight" von "Overweight" gesenkt.

Hochdorf brechen nach Kurszielsenkung ein

Auch beim Milchverarbeiter Hochdorf wirkte sich ein Analystenkommentar negativ aus. Die Aktien brechen 14 Prozent auf 103,20 Franken ein, nachdem die Credit Suisse das Kursziel auf 105 von 120 Franken zurückgenommen hatte.

Die Santhera-Titel sinken um 11 Prozent. Die Aktionäre der Pharmafirma genehmigten auf einer ausserordentlichen Generalversammlung die Aufnahme von mehr frischem Kapital als zunächst geplant.

Die jüngst verschmähten Technologiewerte lockten Käufer an. Der Chip- und Sensorhersteller AMS verteuert sich um 10 Prozent.

(Reuters)