Aktien Schweiz - Defensive Werte bremsen den SMI

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Mittwoch im Verlauf uneinheitlich. Kurseinbussen bei den defensiven Schwergewichten stoppen den jüngsten Aufwärtstrend.
17.04.2019 11:40

Zyklische Werte bleiben dagegen angesichts nachlassender Konjunktursorgen weiterhin gesucht. Besser als erwartete Wachstumszahlen aus China ermuntern die Anleger zu Käufen zyklischer Titel. Die guten Zahlen verliehen neue Zuversicht auf weitere Fortschritte bei den Handelsgesprächen der USA mit China.

Da am Nachmittag noch wichtige Konjunkturzahlen aus den USA veröffentlicht werden und am Abend das "Beige Book", der Konjunkturbericht der US-Notenbank, publiziert wird, dürften sich die Anleger zunehmend zurückhalten. Möglicherweise mache sich auch der wegen der Osterfeiertage auf Donnerstag vorgezogene Eurex-Verfallstermin belastend bemerkbar, heisst es weiter.

Der SMI notiert um 11.10 Uhr praktisch unverändert bei 9577 Punkten. Der breite SPI ermässigt sich um 0,2 Prozent auf 11'478 Zähler. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die Gewichtung der einzelnen Titel limitiert ist, rückt dagegen um 0,4 Prozent auf 1503 Zähler vor. Von den 30 Top-Werten stehen 19 im Plus und 11 geben nach.

ABB nach CEO-Rücktritt gesucht

Im Fokus steht ABB (+5,3%), weil Konzernchef Ulrich Spiesshofer überraschend zurücktritt. Interimistisch wird Verwaltungsratspräsident Peter Voser den Posten übernehmen. Der Markt reagiert mit Erleichterung auf den Rücktritt von Spiesshofer. "Es wurde Zeit. ABB kam einfach nicht vom Fleck", sagt ein Investor mit Blick auf die Kursentwicklung der ABB-Aktie in den vergangenen Jahren. ABB steht seit einiger Zeit unter Druck aktivistischer Aktionäre. Bei diesen kommt die Rochade gut an. Für das erste Quartal meldete ABB um 4 Prozent mehr Umsatz. Die operative Marge und der Gewinn gingen jedoch zurück.

Der Pharmakonzern Roche (-0,1%) steigert den Umsatz in den ersten drei Monaten um 9 Prozent auf 14,8 Milliarden Franken. Dies ist mehr als von AWP befragte Analysten erwartet hatten. Zudem erhöhte Roche die Ziele für den weiteren Jahresverlauf.

Dass der "Bon Roche" im Verlauf trotzdem an Wert einbüsst, erklären Händler unter anderem mit Gewinnmitnahmen und mit Futures-bedingten Verkäufen vor dem kleinen Eurex-Verfall. Dies gelte auch für die beiden anderen SMI-Riesen Nestlé (-1,1%) und Novartis (-2,2%). Bei Novartis kämen ausserdem noch Umschichtungen in Roche hinzu, sagt ein Händler. "Bei Nestlé belasten bestimmt auch die am Donnerstag erwarteten Quartalszahlen", sagt der Händler. Schwächer sind auch Vifor Pharma (-0,6%) und Lonza (-1,8%) - zwei weitere defensive Werte.

Gewinnmitnahmen belasten Sonova

Die Anteile des Hörgeräteherstellers Sonova (-2,4%) leiden laut Händlern nach der starken Kursentwicklung im laufenden Jahr unter Gewinnmitnahmen.

Alcon (+1,5%) dagegen gewinnen dank einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs 1,5 Prozent auf 57,12 Franken. Das Kursziel wird mit von Goldman Sachs 65 Franken angegeben. "Die Aktie wurde nach dem fulminanten Börsendebut ja auch mächtig verprügelt", sagt ein Händler.

Zu den Gewinnern zählen auch Temenos (+4,3%). Das am Vorabend präsentierte Ergebnis sei besser als erwartet. AMS (+4,3%) setzen den Aufwärtstrend fort. "Die Stimmung gegenüber Technologiewerten hat sich merklich aufgehellt", sagt ein Börsianer. Dazu beigetragen haben dürfte wohl auch die Einigung des Chipherstellers Qualcomm mit dem iPhone-Produzenten Apple, heisst es am Markt.

Gute China-Daten schieben die Luxusgüterhersteller Richemont (+1,9%) und Swatch (+2,9%) an.

(AWP)

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