Aktien SchweizAn der Schweizer Börse greifen die Anleger zu

Die Schweizer Börse hat am Dienstag auf breiter Front zugelegt. Viele Anleger erachteten die tieferen Kurse als Einstiegsgelegenheit und griffen vor allem bei zuletzt stärker unter die Räder geratenen Aktien beherzt zu.
22.08.2017 17:40

Vor dem alljährlichen Notenbanker-Treffen in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming in der zweiten Wochenhälfte wollten sie sich aber nicht voll engagieren. Von dem Treffen erhoffen sie sich Hinweise auf die künftige Geldpolitik in den USA und in der Euro-Zone.

Der SMI steigt bis Börsenschluss um 0,9 Prozent auf 8964 Punkte. Am Montag hatte er nach anfänglicher Schwäche 0,1 Prozent höher geschlossen. Unsicherheit über die US-Wirtschaftspolitik und die schwelende Nordkorea-Krise hatten die Anlagebereitschaft gedämpft.

Händler verweisen auf charttechnische Faktoren, die für anziehende Kurse gesprochen hätten. "Wir bewegen uns seit Mai in einer Spanne von etwa 8800 bis 9150/9200 Punkten auf und ab", sagt ein Händler. Es habe sich gelohnt, jeweils "oben" zu verkaufen und "unten" wieder einzusteigen. Für einen richtigen Ausbruch in die eine oder andere Richtung fehlten aber die Impulse. "Auslöser könnte ein unerwartet rascher Zinsanstieg, eine massive Kursbewegung am Devisenmarkt oder auch eine unerwartete politische Entwicklung sein."

Krisensichere Schwergewichte gefragt

Getragen wurde der Anstieg vor allem von den als krisensicher geltenden und schwergewichtigen Pharmatiteln Novartis und Roche mit einem Kursgewinn von 0,9 und 1,1 Prozent. Mit den Aktien des Pharmazulieferers Lonza, des Nahrungsmittelriesen Nestlé, des Duft- und Aromaherstellers Givaudan und des Telekomkonzerns Swisscom waren weitere defensive Werte gefragt. Sie gewinnen zwischen 0,7 und 1,8 Prozent.

Die Aktien der Banken hinken tendenziell eher etwas hinter dem Markt her. Credit Suisse, Julius Bär, Vontobel legen zwischen 0,6 und 1,0 zu, UBS sind unverändert. Mit dem Rückenwind guter Ergebnisse legen die Titel der Luzerner Kantonalbank und der Liechtensteiner VP Bank jeweils 1,2 Prozent zu.

Die Assekuranzwerte tendierten meist freundlich. Swiss Re gewinnen 0,9 Prozent.

Die Anteile zyklischer Firmen zeigen sich mehrheitlich fester. Die Aktien des Luxusgüterherstellers Richemont steigen um 1,4 Prozent und die Titel des Uhrenkonzerns Swatch um 0,6 Prozent. Im Juli stiegen die Uhrenexporte um 3,6 Prozent. Das ist zwar etwas weniger stark als die Zürcher Kantonalbank mit 5,4 Prozent erwartet hat. Aber es ist der dritte Monat hintereinander mit steigenden Exporten und zeigt nach Einschätzung der Oberzolldirektion, dass sich die Erholung fortsetzt.

Die Papiere des Elektrotechnikkonzerns ABB, des Zementriesen Lafarge-Holcim, der Sanitärtechnikfirma Geberit, des Chemiekonzerns Clariant und des Personaldienstleisters Adecco rücken 1 bis 2 Prozent vor.

Fleisch am Knochen bei Orior

Am breiten Markt stechen die Aktien von Orior mit einem Kursgewinn von 5,6 Prozent hervor. Der Fleischverarbeiter hat im ersten Halbjahr besser als erwartet gearbeitet.

Eine optimistische Prognose lässt die Papiere der Schraubenhandelsfirma Bossard um 3 Prozent steigen.

Dagegen brechen die Papiere von Huber+Suhner nach Vorlage der Zwischenbilanz um fast 10 Prozent ein. Bei dem Kabelspezialisten habe die Profitabilität nicht mit dem starken Wachstum mithalten können. Daher wollen Analysten ihre Schätzungen überprüfen.

Hochstufungen der Anlageempfehlung verleihen den Titeln des Transportkonzerns Panalpina und der Medizintechnikfirma Straumann Auftrieb.

Die Aktien der Versandapotheke Zur Rose und des Generikaherstellers Siegfried legen am Tag vor der Bilanzvorlage zu.

(Reuters)