Aktien Schweiz - Der SMI hält sich über 9200 Punkten

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Dienstag zur Mittagszeit weiterhin mit leicht festeren Kursen. Das neue Jahreshoch vom Wochenstart konnte der SMI am Vormittag nochmals überbieten.
03.10.2017 12:55

Da die US-Börsen den europäischen schon deutlich vorausgeeilt sind, würden US-Anleger vermehrt in europäische Aktien investieren, heisst es am Markt. Gleichzeitig seien wegen der Spannungen in der Euro-Zone - mit befürchteten Verwerfungen an den Währungsmärkten - Schweizer Aktien in Franken gegenwärtig als Sicherer-Hafen-Anlagen gefragt, heisst es im Handel. Nach dem umstrittenen Referendum in Katalonien hätten sich die Fronten in Spanien verhärtet.

Am Schweizer Markt wird insgesamt von einer unverändert positiven Stimmung gesprochen. Analysten weisen darauf hin, dass das letzte Jahresviertel traditionell das stärkste an der Börse sei. Die Kauflaune aus dem September setze sich fort. Allerdings halte sich die Volatilität am Dienstag in Grenzen. Zumal in Deutschland der Tag der deutschen Einheit gefeiert, weshalb die Börse dort geschlossen ist. Auch die internationale Konjunkturagenda ist weitgehend leer.

Der SMI steht gegen Mittag 0,2% höher bei 9258 Punkten. Ein neues Jahreshoch erreichte er am Vormittag bei 9264 Punkten. Der 30 Aktien umfassende und noch stärker gekappte SLI legt 0,3% zu auf 1486 Punkte und der breite SPI 0,2% auf 10'560 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 20 im Plus und 10 im Minus.

Sonova nach Kaufempfehlung stark gefragt

Mit Abstand grösste Gewinner unter den Bluechips bleiben Sonova (+2,8%), nachdem die Deutsche Bank die Aktie mit "Buy" wieder aufgenommen hat. Der zuständige Analyst sieht im Hörsystem-Spezialisten einen gut geführten Branchenführer, der Synergien in der Forschung und Entwicklung, im Vertrieb und in der Infrastruktur maximieren könne. Das Management habe kurzfristig Mühen hingenommen, um längerfristige Gewinne zu erzielen.

Fester tendieren zudem auch die Bankenwerte Julius Bär (+1,2%), UBS und CS (je +0,6%), nachdem sie sich am Vortag nach dem Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien weniger gut entwickelt haben. Bankenwerte reagieren für gewöhnlich sensibel auf politische Unsicherheiten und eine mögliche Schwächung von Ländern der Euro-Zone. Im September waren alle drei Titel gut gelaufen. Bär markierten kurz vor dem Mittag ein neues Jahreshoch bei 58,15 Franken, CS taten dies am Montag bei 15,54 Franken.

Zu den grössten Verlierern gehören hingen Adecco (-0,9%) nach der Ankündigung einer Akquisition. Der Personalvermittler übernimmt das US-Karriere-Entwicklungs-Unternehmen Mullin International, das sich im Privatbesitz befindet. Weder zu den Konditionen der Transaktion noch zum Umsatz wurden Angaben gemacht. Der Bereich von Mullin macht weltweit ein Umsatzvolumen von rund 2 Milliarden Euro aus und ist also im gesamten Stellenvermittlungsmarkt ein Kleiner. Beschäftigt werden 1400 Berater, wovon die meisten allerdings unabhängig und nur 200 festangestellt sind.

Aryzta weiter auf Talfahrt

Auch Aryzta (-1,4%) geben nach wie vor ab. Baader Helvea senkte das Kursziel und bestätigte das Rating "Hold". Die erheblichen kurzfristigen Risiken und mittelfristige Unsicherheiten würden keine Kaufempfehlung erlauben, so das Fazit.

Von den drei Schwergewichten belasten zudem Roche (-0,3%) den Markt, während Nestlé (+0,1%) und Novartis (+0,4%) fester tendieren. Für Nestlé bekräftigte RBC die Kaufempfehlung. Der neue CEO scheine eine relativ strikte Haltung gegenüber einer strengeren Kostenkontrolle zu haben, heisst es. Nach der Ankündigung, das US-Süsswarengeschäft strategisch zu überprüfen und dem geplanten Aktienrückkauf wandle sich die Hoffnung auf einen aktiveren Ansatz zur Kapitalallokation sich in eine Erwartung, so die Aussage.

Am breiten Markt profitieren indes Addex (+10% auf 2,18 Franken) von erfreulichen Neuigkeiten: Das Biotechunternehmen erhält Forschungsgelder vom US-Institut für Drogenmissbrauch für Studien zur Behandlung von Kokain-Abhängigkeit. Auch Coltene, Züblin (je +2,3%) und Temenos (+1,6%) verzeichnen nach Unternehmensnews Gewinne.

Ebenfalls fester stehen VAT (+1,1%), nachdem Michael Allison zum Nachfolger von CEO Heinz Kundert ernannt wurde. Analysten begrüssen die geordnete Stabübergabe. Straumann (+1,3%) stützen eine Rating-Hochstufung auf "Neutral" von zuvor "Sell" durch Citigroup.

(AWP)