Aktien SchweizDer SMI hält sich über der 9000-Punkte-Marke

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Mittwochmittag in einem ruhigen Handel mit leichten Aufschlägen.
31.05.2017 12:45

Der Leitindex SMI kann die Marke von 9000 Punkten verteidigen und befindet sich derzeit in einer Seitwärtsbewegung. Derzeit würden Impulse fehlen, um eine eindeutige Tendenz in die eine oder andere Richtung auszubilden, heisst es im Handel.

Konjunkturdaten aus der Euro-Zone, wie etwa der erneute Rückgang der Inflation oder der achtjährige Tiefstand bei der Arbeitslosigkeit, sorgten kaum für Belebung im Handel. Hierzulande hat der UBS-Konsumindikator im April den vierten Monat in Folge einen Anstieg ausgewiesen. In den USA steht am Nachmittag der Chicago-Einkaufsmanagerindex auf der Agenda und am Abend wird das Beige Book des Fed veröffentlicht.

Der SMI notiert gegen Mittag 0,2% höher bei 9026 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, notiert unverändert mit 1419 Zählern und der breite SPI gewinnt 0,2% auf 10'264 Punkte hinzu. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 16 im Plus und 14 im Minus.

Vifor geben nach Rückstufung nach

Vifor (-3,5%, 113,40 Franken) leiden deutlich unter einer Analysten-Herabstufung. Die UBS hat die Bewertung auf "Neutral" ("Buy") und das Kursziel auf 119 (130) Franken gesenkt. Der Analyst hat seine Erwartungen für das Medikament Veltassa reduziert.

Credit Suisse (-1,3%) und UBS (-1,2%) tendieren ebenfalls tiefer. Die Bankentitel werden weiter durch Sorgen um die politische Situation in Italien und die Lage der italienischen Banken gedrückt, heisst es. Die UBS plant die Verlagerung hunderter Stellen von Zürich nach Biel, um Kosten zu sparen. Welche Funktionen umziehen, werde derzeit geprüft, heisst es.

Die Aktien des Backwarenkonzerns Aryzta (-1,1%) setzen die nach Zahlen eingeschlagene Abwärtsbewegung fort. Die Titel waren bereits am Dienstag nach der Zahlenvorlage mit -8,0% deutlich unter Druck geraten. Im Nachgang haben nun Société Générale, CS und Goldman Sachs ihre Kursziele gesenkt. Vontobel hat aufgrund der anhaltend eingeschränkten Visibilität auch das Rating auf Reduce gesenkt.

Rückenwind von den Schwergewichten

Der SMI erhält von den Schwergewichten Rückenwind, allen voran von Nestlé (+0,8%). Auch die Roche-Genussscheine (+0,2%) geben dem Gesamtmarkt Stütze. Marktteilnehmer sprechen von höherer Nachfrage durch US-Fondsinvestoren.

Novartis (+0,1%) rechnet damit, ab 2018 auf den Wachstumspfad zurückzukehren. An einer Investoren-Veranstaltung in Boston wurde der Fokus auf Innovation und Produktivität betont und auf die mit fortgeschrittenen Kandidaten gefüllte Pipeline verwiesen. Zudem wurden positive Ergebnisse für CTL119 zusammen mit Ibrutinib gemeldet und die Tochter Sandoz hat in der EU die Zulassung für Adalimumab und Infliximab beantragt.

Stärkste Bluechips sind Sika (+1,3%), gefolgt von Richemont (+1,2%), Swatch (+0,8%), Kühne+Nagel und Geberit (je +0,7%).

Lafarge-Holcim (-0,3%) hat den Start des geplanten Aktienrückkaufprogramms von bis zu 1 Milliarde Franken für den morgigen Donnerstag angekündigt. Das entspricht 2,8% des Aktienkapitals. Das Programm sei zwar schon im vergangenen November angekündigt worden, bisher hatte es aber noch keine Anzeichen für den Starttermin gegeben, heisst es bei den Analysten.

Lonza (-0,6%) hat sich im Bereich Eigenzell- und Gentherapie mit dem Kauf der niederländischen PharmaCell verstärkt. Das Unternehmen liefert einen Umsatz von 11 Millionen Franken.

Meyer Burger mit neuen Aufträgen gesucht

Am breiten Markt hat Meyer Burger (+3,9%) weitere Aufträge im Volumen von 80 Milionen Franken für seine Upgrade-Zelltechnologie MB-Perc aus Asien erhalten. Vontobel nimmt dies zum Anlass, sein Kursziel für die Aktien auf eine Steigerung zu überprüfen, da seine Order-Schätzungen inzwischen wohl zu konservativ seien.

VAT (-4,1%, 121,10 Franken) werden durch die Platzierung eines grossen Aktienpakets belastet. Die Grossaktionäre Partners Group und Capvis haben ein Paket zu 120 Franken pro Aktie bei institutionellen Investoren platziert. Das Paket entspricht rund 9,2% des gesamten Aktienkapitals von VAT.

Zehnder (-2,2%) hat in der Türkei nach einem Erdbeben einen temporären Produktionsstopp am Standort Manisa verhängt. Die Sicherheit des Produktionsgebäudes werde geprüft, heisst es.

(AWP)