Aktien Schweiz - Der SMI klettert auf ein Jahreshoch

Die Schweizer Börse hat am Dienstag nach einem verhaltenem Start Schwung gewonnen und ist auf ein Jahreshoch gestiegen.
21.11.2017 17:45

Der SMI liegt bei Börsenschluss 0,3 Prozent höher bei 9325 Zählern. Gefragt waren vor allem Finanzwerte. Aber auch die als krisensicher geltenden Indexschwergewichte zogen an.

Kursbewegende Impulse waren allerdings rar, Konjunkturdaten und Firmenbilanzen standen nicht auf dem Programm. Zudem bleiben wegen des Thanksgiving-Feiertags am Donnerstag die US-Börsen geschlossen. An dem darauffolgenden "Black Friday" bleiben viele Amerikaner zu Hause und machen traditionell Weihnachtseinkäufe. "Das gibt uns dann Hinweise auf die Konsumfreude in der weltgrössten Volkswirtschaft", sagt ein Händler.

Die Unsicherheit im Zusammenhang mit der Bildung einer neuen Regierung in Deutschland sei in den Hintergrund gerückt. "Bis eine Regierung steht, wird es noch etwas dauern", sagt ein Händler. Dass dies die Konjunktur beeinträchtigen könnte, glaubten die Marktteilnehmer nicht. "Dafür läuft die grösste Wirtschaft Europas viel zu gut", sagt ein anderer Börsianer.

Spekulationskäufe in der CS-Aktie

Gefragt waren Finanzwerte. Händler sprechen von einer Sektorrotation. "Gestern waren es vor allem die Pharmawerte, die den Markt vorangebracht haben. Und heute werden die Finanztitel kursmässig nachgezogen", sagt ein Händler.

Die Aktien der Credit Suisse gewinnen 2,2 Prozent und setzen sich damit klar an die Spitze des Leitindex'. Eine Kurszielerhöhung von Goldman Sachs und spekulative Käufe schoben den Titel an. Händler erwähnen dabei eine Kolumne in der "Financial Times", wonach sich Saudi Arabien bei der Credit Suisse engagieren könnte. "Wir würden alle potentiellen neuen Aktionäre begrüssen, sind bislang aber von keinem Staatsfonds aus Saudi Arabien kontaktiert worden", sagte ein Sprecher der Bank am Dienstag. Die saudische Olayan Financing Company hält nach CS-Angaben eine Beteiligung von 4,9 Prozent und gehört neben Harris Associates und dem Emirat Katar zu den grössten Aktionären der Bank.

Die Aktien von UBS steigen um 0,1 Prozent. Die Anteile von Julius Bär geben nach anfänglichen Gewinnen zum Handelsschluss noch nach. Zahlreiche Analysten erhöhten nach dem Zwischenbericht vom Vortag ihr Kursziel für den Vermögensverwalter. Die Kurse der Versicherungstitel ziehen um rund 0,3 Prozent an.

Roche hält sich weiter gut

Die Genussscheine von Roche konsolidieren den Kurssprung vom Montag und legen nochmals leicht zu. Das Pharmaschwergewicht hatte am Montag nach guten Testergebnissen für die Krebs-Immuntherapie Tecentriq und das Hämophilie-Medikament Hemlibra fast 6 Prozent an Wert gewonnen und damit massgeblich für den SMI-Anstieg verantwortlich gezeichnet.

Die Anteile von Rivale Novartis steigen um 0,5 Prozent und die des dritten SMI-Riesen Nestlé gewinnen 0,2 Prozent. Nestlé soll nach Medienberichten zu den Kaufinteressenten für die US-Firma Hain Celestial gehören. Der Hersteller von biologischen und vegetarischen Lebensmitteln erzielte im vergangenen Geschäftsjahr bei 2,9 Milliarden Dollar Umsatz einen bereinigten Gewinn von 102 Millionen Dollar.

Die Aktien zyklischer Firmen drehten nach frühen Verlusten klar ins Plus. Die Swatch-Titel steigen um 0,1 Prozent. Händler verweisen auf den kräftigen Anstieg der Schweizer Uhrenexporte im Oktober. Swatch-Chef Nick Hayek hatte in einem Interview der "NZZ am Sonntag" zudem gesagt, die Uhrenindustrie erlebe nach einer jahrelangen Flaute einen massiven Aufschwung. "Damit hat Hayek den guten Exportzahlen schon vorgegriffen", sagt ein Händler. Die Anteile von Swatch-Konkurrentin Richemont verlieren 0,3 Prozent.

Valora nach Kapitalerhöhung gesucht

Am breiten Markt legen die Aktien von Comet 4,1 Prozent zu. Der Hersteller von Komponenten für Röntgen- und Hochfrequenzgeräte hält am Mittwoch einen Investorentag ab.

Die Aktien von Valora gewinnen 3,4 Prozent auf 333 Franken. Der Kioskbetreiber sammelte mit einer Kapitalerhöhung netto 166 Millionen Franken ein. Die neuen Aktien wurden zu 310 Franken ausgegeben.

Die Anteile des Schokoladeherstellers Barry Callebaut steigen um 0,9 Prozent auf 1762 Franken. Bei 1771 Franken erreichten sie zwischenzeitlich ein Rekordhoch.

(Reuters)