Aktien Schweiz - Der SMI klettert auf Jahreshoch

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag ihren Aufwärtstrend fortgesetzt. Der Leitindex erklomm dabei ein Jahreshoch.
03.08.2017 17:40

Der SMI legt zum Börsenschluss 0,2 Prozent auf 9137 Punkte zu. Zwischenzeitlich erreichte er bei 9159,23 Zählern ein Jahreshoch. Treibende Kraft sei nach wie vor der abgeschwächte Franken, sagen Händler. Nach den jüngsten Gewinnen und vor den vielbeachteten US-Arbeitsmarktdaten am Freitag verhielten sich die Anleger aber etwas vorsichtiger und die Kursaufschläge bei den Standardwerten hielten sich in Grenzen.

Der schwächere Franken verbessere die Wettbewerbssituation der Schweizer Firmen ungemein, sagen Börsianer. "Darauf, dass sich der überbewertete Franken endlich normalisiert, haben wir lange gewartet", sagt ein Händler. Der Anstieg des Euro auf die im Anfang 2015 von der Schweizerischen Nationalbank aufgegebene Kursuntergrenze von 1,20 Franken sei keine Utopie mehr, heisst es bei der Bank Valiant.

Der SMI bewegt sich aus charttechnischer Sicht am oberen Rand einer seit dem Frühling geltenden Handelsspanne. "Sollte es zu einem Ausbruch über 9150/9200 Punkte kommen, könnten wir bis zum Jahresende auch das bisherige Allzeithoch von 9548 Punkten aus dem Jahr 2007 ins Visier nehmen", sagt ein Händler.

Viele positive Unternehmensergebnisse

Im Fokus hatten die Anleger Unternehmensergebnisse, die Händlern zufolge bisher mehrheitlich positiv überraschten. Im Mittelpunkt stehen dabei kleinere und mittelgrosse Firmen. "Der Run auf Nebenwerte ist ungebrochen", sagt ein Händler.

Die Aktien von Bucher steigen um 3,6 Prozent und erreichten bei 344,75 Franken vorübergehend ein Rekordhoch. Der Kommunalfahrzeug- und Landmaschinenbauer rechnet dieses Jahr mit einer Umsatzsteigerung und einer verbesserten Betriebsgewinnmarge. Im ersten Halbjahr stieg der Gewinn um knapp ein Fünftel auf 87 Millionen Franken. Der Auftragseingang wuchs um gut 16 Prozent. Bucher habe auf allen Ebenen die Markterwartungen übertroffen, sagen die ZKB-Analysten.

Die Aktien der GAM Holding machen anfängliche deutliche Kurseinbussen wieder etwas wett und verlieren noch 0,6 Prozent. Der Vermögensverwalter habe im ersten Halbjahr zwar mehr Gewinn erzielt und mehr Geld hereingeholt als von Analysten erwartet, heisst es am Markt. "Aber der Kurs ist schon vor den Zahlen kräftig gestiegen.

Die Anteile der Lem Holding reagieren mit einem Kursanstieg von 0,8 Prozent auf ein als gut eingestuftes Ergebnis. Der Elektrokomponentenhersteller steigerte den Gewinn im ersten Geschäftsquartal um 23 Prozent auf 13,3 Millionen Franken.

Die Belimo-Titel verlieren 2 Prozent. Die Stellmotorenfirma habe zwar die Erwartungen erfüllt, sagt Analyst Bernd Pomrehn von der Bank Vontobel. Allerdings sei der Reingewinn wegen unerwartet hoher Finanzaufwendungen schwächer als erwartet ausgefallen.

Die Anteile von Idorsia schwächen sich um 1,9 Prozent ab. Wie erwartet hat die forschende Biotech-Firma im ersten Halbjahr einen Verlust eingefahren.

Gefragte Zykliker

Bei den schwergewichtigen Pharmawerten geben die Novartis-Aktien 0,5 Prozent nach, während die Roche-Bons 0,2 Prozent zulegen. Das dritte SMI-Schwergewicht Nestlé gewinnt 0,4 Prozent an Wert.

Die stärksten Gewinne bei den Bluechips verbuchen Aktien zyklischer Firmen, die vom schwachen Franken und den guten Konjunkturaussichten profitierten. Die Titel des Luxusgüterherstellers Richemont und der Bauchemiefirma Sika steigen um 1,5 Prozent. Die Aktien des Zementproduzenten Lafarge-Holcim, des Uhrenherstellers Swatch und der Sanitärtechnikfirma Geberit rücken bis 1 Prozent vor.

Auf der Verliererseite sind hingegen die Anteile des Elektrotechnikkonzerns ABB, des Personalvermittlers Adecco und des Pharmazulieferers Lonza zu finden.

Die Aktien des Rückversicherers Swiss Re steigen am Tag vor der Halbjahresbilanz um 0,3 Prozent.

Die Anteile der Grossbanken Credit Suisse und UBS legen um 0,3  und 0,1 Prozent zu.

(Reuters)