Aktien Schweiz - Der SMI steigt über die 8900-Punkte-Marke

Der Schweizer Aktienmarkt legt am Mittwoch auf breiter Front zu. Der Leitindex SMI hat im Verlauf des Vormittags die 8900-Punkte-Marke überschritten.
14.06.2017 13:05

Am Montag war der SMI im Zuge der "Technologie-Delle" zeitweise unter 8800 Zähler gefallen. Kurseinbrüche wie jene vom Montag würden sofort Käufer auf den Plan rufen, erklärt sich ein Händler den anziehenden Markt. "Das zeigt, wie viel Optimismus nach wie vor vorhanden ist."

Eine gewisse Zurückhaltung ist im Vorfeld des US-Zinsentscheids am heutigen Abend (nach Handelsschluss in Europa) gleichwohl zu spüren. Ökonomen rechnen zwar mit einer zweiten Zinserhöhung in diesem Jahr. Ein kleines Fragezeichen gibt es jedoch zum weiteren Fahrplan der US-Notenbank. Allenfalls müssten die Prognosen revidiert werden, die allgemein von einem weiteren Zinsschritt 2017 und drei Zinsschritten 2018 ausgehen, meint ein Analyst.

Der SMI gewinnt gegen Mittag 0,5% auf 8909 Punkte. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt um 0,6% auf 1414 zu und der breite SPI um 0,5% auf 10'157 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 28 im Plus, 1 unverändert und 1 im Minus.

Clariant profitieren von Kaufempfehlung

Die mit Abstand grössten Gewinne unter den Bluechips verzeichnen Clariant (+3,3%). Die Titel dürften von einem Kommentar der Vontobel-Analysten profitieren, die ihre "Buy"-Einstufung bestätigen und das Kursziel leicht erhöhen. Begründet wird dies mit dem geplanten Zusammenschluss mit Huntsman. Dieser sei wegen der besseren regionalen Aufstellung und der diversifizierteren Kundenbasis positiv für die Clariant-Aktionäre, heisst es.

Dahinter ziehen Lonza (+2,0%) am stärksten an, nachdem die Titel in der Startphase zeitweise noch um über 4% abgerutscht waren. Händlern sind diese Ausschläge ein Rätsel. Die Anleihe zur Capsugel-Übernahme vom Vortag sei auf jeden Fall keine grosse Überraschung gewesen, ist zu hören.

Steigende Kurse sind für einmal auch bei Vifor Pharma (+1,8%) zu beobachten, was die negative Performance seit Anfang Jahr etwas abschwächt. Viel Negatives sei eingepreist, daher komme eine Erholung nun nicht überraschend, meinen Händler.

Mindestens 1% legen ausserdem noch SGS (+1,3%), Partners Group und Swatch (je +1,1%) sowie Schindler (+1,0%) zu. Bei Schindler und Swatch dürften sich leicht bessere Aussichten für die chinesische Wirtschaft auswirken. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose erneut angehoben. China ist für den Lift- und Rolltreppenhersteller sowie den Uhrenkonzern ein Schlüsselmarkt. Die neusten Konjunkturdaten aus dem Land sind unterdessen gemischt ausgefallen.

Bankaktien ohne Schwung

Bei den Schwergewichten tragen Nestlé mit einem Plus von 0,7% ebenfalls zum anziehenden Gesamtmarkt bei, während die beiden Pharmaschwergewichte Roche (+0,4%) und Novartis (+0,1%) etwas hinterherhinken. Dazu dürfte auch eine Analystenstudie von Liberum beitragen, in welcher der europäische Pharmasektor auf "Neutral" gesenkt wird. Bei den einzelnen Titel werden allerdings Novartis relativ positiv gesehen.

Nicht so recht auf Touren kommen die Bankenaktien. UBS legen nur um 0,3% zu, CS zeigen sich unverändert und Julius Bär (-0,1) geben sogar leicht nach und sind damit die einzigen Verlierer im SMI/SLI. Am Vortag hatten UBS und Julius Bär noch zu den Hauptgewinnern gezählt, während die CS-Valoren schon damals zurückgeblieben waren.

Am breiten Markt ist relativ viel los. So werden Actelion (-3,4% oder -9,25 Franken) heute ohne die Sachdividende für die Idorsia-Abspaltung gehandelt. Laut Analysten gilt als eine Indikation, welchen Wert der Markt dem neuen Unternehmen beimisst, das am Freitag an die Börse kommt. Ein Analyst schätzte den Börsenwert von Idorsia am Mittwochvormittag aufgrund der Kursentwicklung auf rund 950 Millionen Franken.

Deutlich im Plus sind auf der anderen Seite Bossard (+7,8%), nachdem der Schraubenhändler am Vorabend eine positive Gewinnwarnung veröffentlicht hat. Stark zulegen können ausserdem Zehnder (+3,2%) nach optimistischen Aussagen zur Wiederaufnahme der Produktion in der Türkei. Gut kommen bei den Investoren auch der neue Kreditvertrag bei Feintool (+2,4%) sowie der Verkauf des deutschen Portfolios bei Züblin (+1,9%) an.

(AWP)