Aktien SchweizDer SMI verteidigt 9000er Marke trotz gedämpfter Stimmung

Durchwachsene Konjunkturdaten aus den USA haben am Freitag die Stimmung an der Schweizer Börse gedämpft. Selbst Milliardengewinne der grossen US-Banken im zweiten Quartal sorgten nicht für Begeisterung.
14.07.2017 17:40

Vielmehr trennten sich die Anleger am Ende der Börsenwoche von Finanztiteln. Der Leitindex SMI liegt 0,3 Prozent im Plus bei 9035 Punkten. Am Donnerstag war er leicht gefallen.

Viele Investoren seien unsicher, wie rasch die US-Notenbank Fed die Zinsen anheben wird, sagen Marktbeobachter. In den vergangenen Tagen hatte Kommentare der Fed-Chefin Janet Yellen den Anlegern Mut gemacht. Sie hatte erklärt, die Fed wolle an ihrem vorsichtigen Kurs festhalten. Die Notenbank erwarte, dass die Wirtschaftslage behutsame Anhebungen der Zinsen erlauben werde. Im Juni hat die Inflation in den USA jedoch überraschend deutlich nachgelassen, wie am Freitag veröffentlichte Statistiken zeigen: Die Konsumentenpreise stiegen nur noch um 1,6 Prozent. Das ist das kleinste Plus seit Oktober 2016. Händlern zufolge könnte die erwartete Zinserhöhung damit in weitere Ferne rücken. Zudem verbuchten die US-Detailhändler zum Ende des ersten Halbjahres überraschend sinkende Umsätze. Die US-Industrie hingegen hat ihre Produktion leicht gesteigert.

Zu den Profiteuren der bisherigen Zinserhöhungen der Fed zählen die US-Banken: J.P. Morgan, Citigroup und Wells Fargo schlugen sich im zweiten Quartal besser als erwartet. Dennoch geben ihre Aktien nach. Auch in Europa und an der Schweizer Börse zählen Finanztitel zu den Verlierern: Die Papiere der Grossbanken Credit Suisse und UBS geben 0,8 und 0,1 Prozent nach. Die Titel des drittgrössten Schweizer Vermögensverwalters Julius Bär verlieren 1,1 Prozent. Alle drei Institute legen ihre Halbjahresbilanzen in der übernächsten Woche vor.

Richemont verliert Uhrenchef

Darüber hinaus stand Richemont im Vordergrund. Der Luxusgüterkonzern verliert den Chef der Uhrenproduktion: Georges Kern, Leiter der Sparte Watchmaking, Marketing und Digital, tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Die Aktie legt dennoch 0,4 Prozent zu. Die Analysten von Vontobel erwarten nicht, dass sich die Personalie auf das Uhrengeschäft des Konzerns auswirkt. Mit Kern verliere das Unternehmen jedoch eine sehr sachkundige, starke Persönlichkeit und einen möglichen Kandidaten für den Posten des Firmenchefs, erklären die Experten.

Kommende Woche beginnt auch in der Schweiz die Berichtssaison, eingeläutet von SGS am Montag. Experten erwarten einen leicht steigenden Gewinn für den Warenprüfkonzern. Mit Novartis am Dienstag sowie ABB und Givaudan am Donnerstag folgen kurz danach weitere SMI-Firmen.

Die schwergewichtigen Pharmakonzerne Roche und Novartis zählen am Freitag mit einem Plus von 1,2 und 0,3 Prozent zu den Gewinnern. Das dritte Index-Schwergewicht Nestlé macht anfängliche Verluste wett und legt 0,2 Prozent zu.

Die zyklischen Werte tendierten uneinheitlich. Während der Elektrokonzern ABB gehalten ist und der Zementkonzern Lafarge-Holcim nachgibt, legen der Personalvermittler Adecco und die Sanitärtechnikfirma Geberit bis ein halbes Prozent zu.