Aktien SchweizDer SMI weitet die Verluste aus

Der Schweizer Aktienmarkt ist im Vormittagshandel deutlicher ins Minus gerutscht. Der Leitindex SMI fiel kurz vor dem Mittag unter die Marke von 8900 Punkten.
24.07.2017 12:40

Insbesondere die Schwergewichte belasten, während die Banken von den Julius-Bär-Zahlen gestützt werden. Insgesamt habe die Stimmung etwas ins Negative umgeschlagen, heisst es im Handel. Das weiter vergleichsweise hohe Niveau werde die Investoren auch in den kommenden Wochen zu Gewinnmitnahmen verleiten, insbesondere wenn weiterhin uneinheitliche Impulse von Unternehmens- und Konjunkturseite kämen.

Unternehmenszahlen, Ölpreis und Währungen haben bereits in der Vorwoche dies- und jenseits des Atlantik für Bewegungen gesorgt. Der IWF hat seine globalen Wachstumsaussichten leicht angehoben und rechnet mit einem globalen BIP-Anstieg von 3,5% im laufenden Jahr. Im Euro-Raum hat sich die Unternehmensstimmung im Juli den zweiten Monat in Folge eingetrübt. Am Nachmittag stehen auch aus den USA noch PMI-Daten auf der Agenda sowie Daten zum Immobilienmarkt.

Der SMI notiert am Mittag 0,6% tiefer auf 8888 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,3% auf 1414 Zähler und der breite SPI 0,5% auf 10'130. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 25 im Minus und nur noch 5 im Plus.

Kursrakete für Julius-Bär-Aktie nach Halbjahreszahlen

Im Fokus stehen zum Wochenauftakt Julius Bär (+7,2%), die nach Zahlen zum ersten Halbjahr weiter zulegen. Die Bank hat mit den Semesterausweis die Erwartungen der Analysten auf allen Ebenen leicht übertroffen. Während sich der Neugeldzufluss verbesserte, blieben die Gewinnzahlen etwa auf Vorjahreshöhe. Die ZKB hat die Titel auf "Übergewichten" hochgestuft. Zum Wochenausklang am Freitag werden auch UBS (+1,0%) und CS (+0,4%) ihre Halbjahresbilanzen vorlegen.

Zudem können sich noch Lafarge-Holcim (+0,7%), die am Mittwoch bilanzieren, und Sika (+0,2%) über der Nulllinie halten.

Klar schwächster Bluechip ist Dufry (-2,7%), die damit die Abgaben aus der Vorwoche fortschreiben. Spekulationen über den Kurs des Grossaktionärs HNA hatten die Titel belastet. Auch Vifor (-1,1%), Aryzta (-1,3%) oder Schindler (-0,9%) rangiert am Ende der Bluechips-Liste.

Schwacher Dollar belastet die Schwergewichte

Die meisten Index-Punkte verliert der SMI durch die Schwergewichte, wobei hier von Händlern der schwache Dollar belastet. Für die Süsswarensparte von Nestlé (-0,9%) gibt es Medienberichten zufolge offenbar Interessenten. Der US-Wettbewerber Ferrara Candy bereite ein Gebot für die Sparte des Schweizer Konzerns vor, meldete Reuters am Freitag unter Berufung auf Kreise. Demnach schätzen Analysten den Wert der Sparte auf 1,5 bis 2 Milliarden Dollar.

Für Novartis (-1,0%) hat Jefferies das Kursziel auf 97 von zuvor 103 Franken gesenkt, die "Buy"-Bewertung jedoch beibehalten. Das positive Momentum werde sich fortsetzen, lautet die Einschätzung. Die Erwartungen mit Blick auf die detaillierten Daten der CANTOS-Studie und der Absatzbeschleunigung beim Herzmittel Entresto seien hingegen nach wie vor eher verhalten. Auch das zweite Pharma-Schwergewicht Roche (GS -0,9%) verliert deutlicher.

Bei ABB (-1,0%) setzt sich nach dem deutlichen Einbruch der vergangenen beiden Handelstage der Abwärtstrend fort. Der Kurs des Technologiekonzerns war durch das schlechte Abschneiden des US-Konzerns General Electric nach unten gezogen worden, nachdem bereits am Donnerstag die eigenen Zahlen für Verluste gesorgt hatten.

Swatch (-0,9%) ist ins Minus gedreht und reduziert damit die am Freitag nach Zahlen erzielten Avancen. Kepler Cheuvreux hat das Kursziel auf 340 von 300 Franken erhöht, bleibt aber bei der "Reduce"-Bewertung. Branchennachbar Richemont (-0,7%) verliert ebenfalls.

Landis+Gyr fallen auf Ausgabepreis zurück

Partners Group (-0,3%) hält sich etwas besser als der Gesamtmarkt. Die Investment-Firma will den Softwaredienstleister Civica übernehmen. Im Auftrag der Kunden werde das Unternehmen von Omers Private Equity übernommen und der Wert beläuft sich auf mehr als 1 Milliarde Pfund.

Im breiten Markt hat Meyer Burger (+4,0%) mit seiner Perc-Technologie einen weiteren Erfolg erzielt und einen Auftrag über 22 Mio aus Asien gemeldet. Cosmo (+0,1%) hat etwas später als geplant in den USA den Zulassungseingang für das Darmspiegelungskontrastmittel Lumeblue gestellt.

Ypsomed (+3,9%) kann sich nach dem 29%-Kurseinbruch vom Freitag wieder etwas erholen. Die Medtechfirma hatte im Insulet-Geschäft einen Kunden verloren. Börsenneuling Landis+Gyr (-0,6%) fällt auf den Ausgabepreis von 78 Franken zurück.

(AWP)