Aktien Schweiz - Deutliche Verluste an der Schweizer Börse

Der Schweizer Aktienmarkt präsentiert sich am Dienstag um die Mittagszeit relativ schwach.
24.10.2017 12:55

Neben enttäuschenden Stimmungsdaten aus der Euro-Wirtschaft lasten hierzulande vor allem die Abgaben bei den schwerkapitalisierten Novartis-Aktien auf dem Gesamtmarkt. Der Leitindex SMI notiert aktuell praktisch auf dem im bisherigen Tagesverlauf gesehenen Tiefstand und steht nur noch wenige Zähler über der derzeit psychologisch wichtigen Linie von 9200 Punkten.

Nach dem jüngsten Aktienrally sei der Markt anfällig für Rückschläge, heisst es im Handel. Und die am Berichtstag vorgelegten Unternehmenszahlen hierzulande seien offensichtlich nur zum Teil nach dem Geschmack der Investoren. Mit Spannung warten die Akteure nun auf Donnerstag, wenn EZB-Chef Mario Draghi die neuesten geldpolitischen Entscheide verkündet. Dass das Volumen des Anleihenkaufprogramm verringert wird, gilt unter Ökonomen als ausgemachte Sache. Draghi habe so lange gezögert und die Entscheidung über den Fortgang des Anleihekaufprogramms aufgeschoben, dass die Märkte jetzt Fakten sehen wollten, heisst es bei CMC Markets.

Der SMI verliert kurz vor Mittag 0,4% auf 9211 Punkte. Der 30 Aktien umfassende SLI gibt 0,4% auf 1492 Zähler nach und der breite SPI 0,3% auf 10'539. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 18 im Minus, 10 im Plus und 2 unverändert.

Novartis stürzen nach Alcon-Entscheid ab

Im Blick sind Novartis, die um die Mittagszeit 2,1% tiefer stehen und damit seit dem Morgen noch etwas weiter abgerutscht sind. Der Pharmakonzern schnitt im dritten Quartal bei Umsatz und Gewinn allerdings leicht über den Erwartungen ab. Für lange Gesichter unter den Investoren sorgt hingegen, dass sich die Konzernleitung mit dem Entscheid zu einer möglichen Abspaltung der Augenheilsparte Alcon mehr Zeit lässt als erwartet. Dass die Novartis-Papiere in den letzten Wochen gut im Markt lagen, habe zu einem grossen Teil auch mit Spekulationen rund um Alcon zu tun gehabt, heisst es.

Klar im Angebot liegen zudem Logitech (-2,9%) und Adecco (-2,6%). Der Grund für die Kursschwäche bei den Aktien des Computerzubehörstellers Logitech ist im Handel nicht ganz klar. Der vorgelegte Zahlenkranz sei "stark" und über den Erwartungen ausgefallen. Einige Anleger hätten sich aber wohl klar positive Anhaltspunkte für das anstehende wichtige Weihnachtsgeschäft gewünscht, heisst es. Dies sei jedoch ausgeblieben, was Gewinnmitnahmen ausgelöst habe.

Die Abgaben in den Aktien des Personalvermittlers Adecco werden in Händlerkreisen mit den Zahlen der niederländischen Konkurrentin Randstad in Zusammenhang gebracht. Die Markterwartungen seien zwar erfüllt worden, die Entwicklungen im auch für Adecco zentralen Markt USA hätten hingegen enttäuscht.

Schindler gibt frühe Gewinne wieder ab

Schindler (PS -1,3%) haben mittlerweile das Vorzeichen gewechselt, nachdem der Titel im frühen Handel noch in Führung lag und neue Allzeithochstände erreicht hatte. Offenbar hielten sich die Aktionäre an die Devise "sell on good news", heisst es im Handel. Denn der Lift- und Rolltreppenhersteller übertraf mit dem Zahlenkranz insgesamt die Analystenerwartungen.

Grössere Abgaben verzeichnen noch Aryzta (-0,9%), Partners Group (-0,7%) Swiss Re (-0,7%) und ABB (-0,6%).

Auf der Gegenseite rücken Bâloise (+0,5%), Vifor Pharma (+0,4%) sowie die schwergewichtigen Nestlé (+0,4%) etwas deutlicher vor. Die Titel des Nahrungsmittelherstellers hatten sich nach dem in der vergangenen Woche präsentierten Quartalsausweis von hohem Niveau aus abgeschwächt.

AMS nach Progonose-Anhebung stark gesucht

Am breiten Markt schwingen AMS (+17,9%) nach dem Zahlenausweis zum dritten Quartal oben aus. Der Chiphersteller hat dabei die Markterwartungen teilweise übertroffen und die Prognose angehoben. Nach Zahlen gesucht sind zudem Gurit (+1,4%) sowie - mittlerweile aber nur noch leicht - Idorsia (+0,3%). Das im Sommer 2017 gestartete Pharmaunternehmen hat wie erwartet für das dritte Quartal einen Verlust ausgewiesen, geht aber von geringeren Kosten als bislang erwartet aus.

Auf der Verliererseite stehen nach Zahlen Huber+Suhner (-2,6%). Auch Meyer Burger (-0,6%) liegen nun im Angebot. Am Vortag hatte der Titel des Solarproduzenten allerdings einen Kursprung um fast 18% hingelegt nach Erhalt eines Grossauftrags für die Schlüsseltechnologie Heterojunction.

(AWP)