Aktien Schweiz - Die grossen Drei stemmen die Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat am Dienstag fester tendiert. Für Auftrieb sorgten Händlern zufolge vor allem die als krisensicher geltenden Indexschwergewichte.
28.11.2017 17:45

Rückenwind erhielt der Markt zudem von unerwartet guten US-Konjunkturdaten. Die Stimmung der US-Konsumenten ist nach Angaben des Institut Conference Board so gut wie seit 17 Jahren nicht mehr. Der Leitindex SMI steigt bis Handelsschluss um 0,6 Prozent auf 9320 Punkte.

Die Anleger setzten auf die Indexschwergewichte, weil diese den Industriewerten des breiten Markts hinterherhinken, sagt ein Börsianer. Ein anderer Marktteilnehmer erklärt, diese Titel dürften sich vor dem Jahresende besser schlagen als die heissgelaufenen Nebenwerte. "Gründe für eine Weihnachts-Rally sehe ich nach dem doch recht guten Börsenjahr keine." Die Arzneimittelhersteller Novartis und Roche gewinnen 0,7 und 0,9 Prozent an Wert. Die Titel des Lebensmittelkonzerns Nestlé wurden um 1,3 Prozent höher gehandelt. Morgan Stanley hat sich positiv zu den Aussichten der Schweizer Aktien geäussert und dabei Nestlé als Kronfavoriten bezeichnet, wie der cash Insider berichtet. Die drei SMI-Schwergewichte zeichnen damit praktisch im Alleingang für den Indexanstieg verantwortlich.

Anklang fand bei den Anlegern eine Twitter-Nachricht von US-Präsident Donald Trump, der zufolge die Steuerreform "gute Fortschritte" mache. Im Tagesverlauf soll im Haushaltsausschuss des US-Senats über die Pläne abgestimmt werden. Allerdings wollen einige Senatoren dagegen stimmen. Kaum kursbewegende Impulse gingen dagegen von der Anhörung des künftigen US-Notenbankchefs Jerome Powell vor dem Bankausschuss des US-Senats aus. Davon erhofften sich die Marktteilnehmer Hinweise auf die Geldpolitik der Fed im kommenden Jahr.

Bär-Aktie erholt sich langsam vom Vortagesschock

Die Aktien von Julius Bär steigen nach dem Kurseinbruch vom Vortag um 1,2 Prozent. Die Titel waren am Montag mehr als 6 Prozent abgesackt, nachdem bekanntgeworden war, dass der langjährige Konzernchef Boris Collardi zum Rivalen Pictet wechselt. Die Aktien der Grossbanken UBS und Credit Suisse sind wenig verändert. Kaum gefragt waren auch Versicherungsaktien.

Die Titel von Clariant bröckeln 0,3 Prozent ab. Trotz einer Abfuhr des Clariant-Managements lässt der grösste Aktionär des Spezialchemiekonzerns nicht locker: White Tale dringt weiterhin auf eine Prüfung aller strategischen Optionen für das Schweizer Unternehmen durch eine Investmentbank. Weil der aktivistische Investor beim Unternehmen kein Gehör gefunden habe, will er sein Anliegen nun den anderen Aktionären vorlegen.

Andere zyklische Werte sind meist fester. Die Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB rücken 1,1 Prozent vor. ABB und der US-Technologieriese Hewlett Packard haben im Bereich Fabrikdigitalisierung eine strategische Zusammenarbeit vereinbart. Gefragt waren auch die Titel des Personalvermittlers Adecco und der Sanitärtechnikfirma Geberit. Dagegen rutschen die Aktien des Zementkonzerns Lafarge-Holcim 1,0 Prozent ab.

Dottikon stürzen nach Halbjahreszahlen ab

Am breiten Markt fallen die Aktien von Dottikon um 5,3 Prozent. Händler verwiesen auf die geringe Marktliquidität der Spezialchemiefirma. Dottikon erzielte im ersten Geschäftshalbjahr leicht mehr Umsatz und Gewinn.

Gefragt waren die Titel der Maschinen- und Anlagenbauer Oerlikon, Georg Fischer und Rieter.

(Reuters)