Aktien Schweiz - Die Schweizer Börse bewegt sich im negetiven Terrain

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert zur Mittagszeit am Montag etwas unterhalb des Freitagsschlusses. Am Morgen hat noch die Freude über gut ausgefallene US-Jobdaten vom Freitag nachgehallt.
07.08.2017 12:55

Der SMI war mit leicht festeren Kursen in den Handel gestartet und hatte das erst am Freitag markierte Jahreshoch erneut übertroffen (9198,45). Der Aktienmarkt profitiert auch von der Frankenschwäche: Der EUR/CHF-Kurs stieg im Laufe der Woche über die Marke von 1,15 - erstmals seit Aufhebung des Mindestkurses im Januar 2015. Aktuell steht er bei 1,1485 Franken.

Angesichts der hohen Bewertungen an den Aktienmärkten - auch an der Wall Street hatte der Dow Jones Industrial sein Rekordrally nach dem Arbeitsmarktbericht der Regierung fortgesetzt - gibt es mittlerweile auch etwas pessimistischere Stimmen: "In den kommenden Tagen und Wochen muss die Frage entschieden werden, ob es sich bei den US-Daten nur um eine Eintagsfliege handelte oder ob die Sorgen über einen wirtschaftlichen Abschwung tatsächlich verfliegen", lautet ein Kommentar am Montag.

Der SMI gibt gegen Mittag 0,3% auf 9146 Punkte ab. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,3% auf 1463 Zähler und der breite SPI 0,3% auf 10'416. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren mittlerweile 20 im Minus, 9 im Plus und 1 unverändert.

Wenig Unternehmens-News

Von Unternehmensseite ist es zu Wochenbeginn sehr ruhig. Erst am Dienstag nimmt die Berichtssaison wieder deutlich Fahrt auf, wobei diese sich in dieser Woche auf Dienstag, Donnerstag und Freitag konzentriert. Von den Bluechips legen Vifor (-0,2%), Adecco (+0,2%) und Zurich (+0,1%) Zahlen vor.

Die aktuell grössten Einbüssen unter den SMI/SLI-Titeln verzeichnen aktuell Lindt&Sprüngli (-1,5%) sowie Swatch (-1,2%). Richemont (-0,2%) geben leicht ab. Beide Luxusgütertitel hatten in der Vorwoche mit jeweils mehr als 4% kräftig zugelegt.

Tiefer tendieren auch UBS (-0,9%) und Credit Suisse (-0,7%). Für Banken wird der Brexit teuer, meldete die "Sonntagszeitung" unter Berufung auf eine Studie. Die US-Banken seien zwar am stärksten betroffen, aber auch UBS und CS kämen nicht ungeschoren davon. Sie müssten vermehrt ihre Investmentbanking-Aktivitäten in den Euroraum verschieben, hiess es.

Alle Schwergewichte im Minus

Zu den grösseren Verlierern gehören zudem noch ABB, Sika (je -0,7%) und Partners Group (-0,6%). Und alle drei Schwergewichte - also Nestlé (-0,5%), Roche (-0,3%) und Novartis (-0,2%) - belasten mittlerweile den Index. In der vergangenen Woche konnten alle drei klar zulegen, wobei besonders Roche stark performte.

Grösste Gewinner sind hingegen weiterhin Clariant (+1,0%). Nachdem Huntsman-CEO Peter Huntsman zuletzt verschiedene Interviews gab mit zuversichtlichen Tönen bezüglich der Fusion Clariant, erhielt diese nun auch Rückendeckung vom Hedgefonds Atlantic Investment Management, einem der wichtigen Investoren beider Konzerne. Er halte den Zusammenschluss für sinnvoll, sagte Alex Roepers, der den Fonds managt, im Interview mit Reuters.

Klar zulegen können auch Lafarge-Holcim (+0,9%). Internationale Investoren würden sich in den Titeln engagieren, weil das Kurspotenzial beim Konkurrenten Heidelberg-Cement inzwischen als weniger attraktiv eingeschätzt werde, sagen Händler. Die Titel könnten auch von steigenden Infrastrukturinvestitionen profitieren, nachdem diese von Industrienationen seit Jahrzehnten vernachlässigt wurden, heisst es zudem unter Analysten.

Auch Swiss Re (+0,2%) können sich ein wenig erholen, nachdem die Titel des Rückversicherers am Freitag nach einem Halbjahresbericht unter den Erwartungen mehr als 3% abgaben. Am Montag trudelten noch weitere Analysen ein.

Am breiten Markt verlieren etwa Starrag (-2,8%), Dottikon (-2,7%) und Carlo Gavazzi (-2,4%) deutlicher, während unter anderem Edisun (+4,1%), VP Bank (+3,1%) und Orascom (+2,9%) avancieren.

(AWP)