Aktien Schweiz - Die Schweizer Börse gibt leicht nach

Die Schweizer Börse hat nach den jüngsten Gewinnen am Mittwoch leicht Terrain eingebüsst.
23.08.2017 17:40

Der SMI sinkt bis Börsenschluss um 0,1 Prozent auf 8958 Punkte. Der innenpolitische Streit in den USA mit ungewissen Folgen verunsichere die Anleger, sagen Händler. Präsident Donald Trump hatte gedroht, es im Konflikt um die Finanzierung der von ihm versprochenen Grenzmauer zu Mexiko auf einen "Government Shutdown" ankommen zu lassen - einer Art Zwangsschliessung der staatlichen Behörden. "Wie will er auf diese Weise eigentlich die von im versprochenen politischen und wirtschaftlichen Reformen durchbringen?", fragt ein Händler.

Auch die bevorstehende Notenbankkonferenz in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming bremste den Risikoappetit. "Die Anleger wollen sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen", sagt ein Händler.

Emmi stürzt nach Senkung der Umsatzprognose ab

Im Fokus standen Firmen aus dem breiten Markt. Die Aktien von Emmi stürzen 9,2 Prozent ab. Der Milchverarbeiter senkte seine Umsatzprognose und verfehlte im ersten Halbjahr die Gewinnerwartungen. Die ZKB nahm die Empfehlung auf "Untergewichten" von "Marktgewichten" zurück. Ein Händler spricht auch von Gewinnmitnahmen. "Die Zahlen waren gut, aber nicht gut genug, um die hohe Bewertung zu rechfertigen."

Auch der Pharma-Zulieferer Siegfried enttäuschte mit den Umsatzzahlen. Die Aktien büsst 2,7 Prozent ein.

Die Anteile der Versandapotheke Zur Rose sind gehalten. Aufwendungen für Marketing, Personal und den Börsengang drückten das Unternehmen im ersten Halbjahr tiefer in die roten Zahlen als im Markt erwartet.

Bei den Standardwerten sind die Verlierer in der Überzahl. Allerdings sind etliche zyklische Firmen unter den Kursgewinnern zu finden. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB, des Luxusgüterherstellers Richemont und des Bauchemieproduzenten Sika legen leicht zu.

Geberit nach Rückstufung im Verkauf

Die Titel des Zementkonzerns Lafarge-Holcim geben nach, diejenigen des Personaldienstleisters Adecco und des Aromen- und Duftherstellers Givaudan sind unverändert. Die Anteile von Geberit büssen 2,2 Prozent ein. RBC nahm die Empfehlung für die Sanitärtechnikfirma auf "Underperform" von "Sector-Perform" zurück.

Die Bankaktien verzeichnen mehrheitlich Kursverluste. Credit Suisse sinken um 0,1 Prozent, UBS verlieren 0,3 Prozent und Julius Bär fallen um 1,6 Prozent. Die Vermögensverwalter GAM Holding und EFG International dagegen ziehen an. Die Versicherer sind ohne Richtung. Während Zurich sich um 0,1 Prozent steigen, geben Swiss Life 0,4 Prozent nach.

Die schwergewichtigen Pharmatitel Novartis und Roche büssen leicht ein. Die Aktien des dritten SMI-Riesen Nestlé notieren leicht höher.

Implenia geben vor Bilanzzahlen nach

Die Aktien von Implenia verlieren am Tag vor der Halbjahresbilanz 2,5 Prozent. Die ZKB-Analysten erwarten beim grössten Schweizer Baukonzern einen Gewinnanstieg um mehr als einen Fünftel auf 11,2 Millionen Franken.

Die Anteile der Immobiliengesellschaft PSP gewinnen nach einer Kaufempfehlung der ZKB 0,8 Prozent an Wert. Die Titel von Swiss Prime Site schwächen sich 0,4 Prozent ab. Der grösste börsennotierte Schweizer Immobilienfirma legt am Donnerstag den Zwischenbericht vor.

(Reuters)