Aktien Schweiz - Die Schweizer Börse gibt nach

Die Schweizer Börse hat am Dienstag nachgegeben. Geschuldet war das hauptsächlich einem Kursrutsch von Index-Schwergewicht Nestlé.
15.08.2017 17:45

Die Nervosität der Anleger wegen des Nordkorea-Konflikts habe nachgelassen, sagen Händler. Der als Angstbarometer geltende Volatilitätsindex fällt um 16 Prozent. Die Marktteilnehmer seien aber weiterhin auf der Hut. "Es kann nicht schaden, einen Teil der Gewinne einzustreichen", sagt ein Händler. Der SMI gibt bis Börsenschluss 0,2 Prozent auf 9013 Punkte nach. Am Montag war der Leitindex um 1,7 Prozent gestiegen.

"Nordkorea ist in den Hintergrund getreten", sagt ein Börsianer. Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hatte im Konflikt mit den USA ein Signal der Entspannung gesendet.

Im Zentrum des Interesses standen Unternehmen, die mit Neuigkeiten aufwarteten. Die Partizipationsscheine von Schindler sind unverändert. Händler bezeichnen den Halbjahresbericht des Lift- und Rolltreppenkonzerns als durchzogen. "Umsatz tiefer, operativ besser als erwartet", sagt ein Börsianer. Schindler steigerte den Gewinn im ersten Halbjahr um knapp 13 Prozent auf 419 Millionen Franken. Der Auftragseingang legte dank starker Nachfrage aus Amerika gut 5 Prozent auf 5,3 Milliarden Franken zu. Im Gesamtjahr erwartet die Firma unter Ausschluss von Wechselkurseffekten weiterhin 3 bis 5 Prozent Umsatzwachstum und einen Konzerngewinn von bis zu 880 Millionen Franken.

Tornos und Orascom nach Halbjahreszahlen gesucht

Die Aktien von Tornos ziehen 5,3 Prozent an. Der Drehautomatenhersteller arbeitete Marktteilnehmern zufolge in den ersten sechs Monaten besser als erwartet, was hoffen lasse, dass die Firma den Turnaround geschafft habe.

Am Aufwind sind auch die Anteile von Orascom mit einem Plus von 1,6 Prozent. Das Bau- und Hotelunternehmen habe ein gutes Halbjahresergebnis und einen zuversichtlichen Ausblick geliefert, heisst es.

Die Dufry-Aktien sinken um 1,6 Prozent. Die Übernahmefantasie habe sich verflüchtigt, sagen Händler. Zwar baute die chinesische Beteiligungsgesellschaft HNA ihre Beteiligung an dem Duty-free-Shop-Betreiber durch die Übernahme weiterer 16,2 Prozent der Aktien von Temasek und GIC auf mehr als ein Fünftel aus. Dass der Paketkauf durch eine Optionen-Transaktion und die beschleunigte Platzierung von Dufry-Titeln finanziert werde, lässt der Bank Vontobel zufolge aber darauf schliessen, dass eine vollständige Übernahme kurz- bis mittelfristig kein Thema sein dürfte.

Die Anteile von Wisekey gewinnen 5,8 Prozent an Wert. Das Softwareunternehmen hat die Integration der im September übernommenen Firma VaultIC abgeschlossen. Für den Geschäftsbereich IoT stellte Wisekey einen Jahresumsatz von 30 bis 32 Millionen Dollar in Aussicht. Die im April gekaufte Firma QuoVadis soll zudem 20 Millionen Dollar Umsatzbeitrag liefern.

Nestlé-Aktie unter Druck

Bei den Standardwerten dominierten schwächere Kurse. Index-Schwergewicht Nestlé verliert 0,9 Prozent an Wert, nachdem die Titel am Vortag um 1,9 Prozent gestiegen waren. Die "New York Post" hatte unter Berufung auf Insider berichtet, Konkurrent Danone sei ins Visier von Kraft Heinz oder Coca-Cola geraten. Die Anleger spekulierten nun, dass auch Nestlé den Hut in den Ring werfen könnte, heisst es am Markt.

Die beiden anderen SMI-Riesen Novartis und Roche bewegen sich kaum. Mit den Luxusgüterherstellern Richemont und Swatch sowie der Bauchemiefirma Sika führen Titel die Verliererliste an, die zuletzt gefragt waren.

Die Aktien von Swiss Life sinken am Tag vor der Halbjahresbilanz geringfügig. Der Lebensversicherer will sich im Rahmen seiner Strategieplanung für die Zeit nach 2018 Gedanken zur Weiterentwicklung des Kommissionsgeschäfts machen, sagte Konzernchef Patrick Frost der NZZ. "Thematisieren werden wir auch Akquisitionen, wobei wir zurückhaltend bleiben werden", erklärte Frost.

(Reuters)