Aktien Schweiz - Die Schweizer Börse im Aufwärtstrend

Die Kurse an der Schweizer Börse haben am Dienstag auf breiter Front zugelegt.
31.10.2017 17:40

Getragen wurde der Anstieg Händlern zufolge vom Indexschwergewicht Nestlé und dem Elektrotechnikkonzern ABB. Aber auch die seit einiger Zeit eher vernachlässigten Pharmaanteile Novartis und Roche trugen zum Anstieg bei. Unterstützung erhielten die Dividendenpapiere auch vom nachgebenden Franken und besser als erwarteten Konjunkturzahlen aus der Euro-Zone und den USA. Der SMI schliesst 0,7 Prozent höher auf 9242 Punkten.

Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Mittwochabend und den stark beachteten US-Arbeitsmarktdaten am Freitag verhielten sich die Anleger aber vorsichtig. "Es wird nicht blind gekauft", sagt ein Händler. "Die Investoren fahren auf Sicht."

Gegen den positiven Trend fallen die Geberit-Aktien um 4,5 Prozent. Das Quartalsergebnis der Sanitärtechnikfirma sei schlechter als erwartet und habe zusammen mit der Prognosesenkung die Anleger enttäuscht, sagen Händler. Geberit nahm die Wachstumsprognose auf 3 von bisher 3 bis 4 Prozent zurück. Nach dem Kursplus von 15 Prozent in diesem Jahr streichen die Anleger ihre Gewinne ein, heisst es.

Die Anteile von Clariant gewinnen 1,8 Prozent. Der in einer Auseinandersetzung mit seinem Grossaktionär White Tale steckende Chemikalienhersteller steigerte im dritten Quartal den Umsatz um 12 Prozent auf 1,57 Milliarden Franken und übertraf die Analystenerwartungen. Das operative Ergebnis legte 13 Prozent auf 235 Millionen Franken zu. Clariant erwartet 2018 eine Fortsetzung des Wachstums. Auf die vom grössten Aktionär White Tale vorgebrachten Forderungen reagiert Konzernchef Hariolf Kottmann kühl.

ABB nach Kurszielanhebungen gesucht

An die Spitze der Bluechips setzten sich die ABB-Titel mit einem Plus von 3,4 Prozent. Bei 26,17 Franken markierte der Kurs den höchsten Stand seit September 2008. Mehrere Analysten haben das Kursziel angehoben und ihre Kaufempfehlungen für den Elektrotechnikkonzern bekräftigt. Positiv für ABB sei auch, dass Rockwell Automation Annäherungsversuche von Emerson Electric zurückgewiesen habe, sagt ein Händler. Durch den Zusammenschluss der zwei US-Firmen wäre ABB ein starker Konkurrent erwachsen, sagt ein anderer Börsianer.

Die Anteile der Pharmakonzerne Novartis und Roche legen rund ein halbes Prozent zu. "Eventuell haben die Anleger auch endlich realisiert, dass die beiden Papiere eine Dividendenrendite von rund 3,5 Prozent abwerfen und diese Rendite dürfte noch gegen 4 Prozent steigen", sagt ein Händler. Novartis beantragte in den USA zudem einen breiteren Einsatz des Krebsmedikaments Kymriah. Künftig soll mit der Arznei auch Blutkrebs (DLBCL) behandelt werden dürfen.

Die Aktie von Nestlé rückt 1,3 Prozent vor. Nestlé gehöre zu den Firmen, die ihre Ausschüttung in den vergangenen Jahren stetig erhöht hätten.

Uneinheitlich sind die Aktien von Banken: UBS gewinnen 0,7 Prozent an Wert und Julius Bär steigen um 0,9 Prozent. Credit Suisse dagegen verlieren vor der Veröffentlichung der Quartalsbilanz am Donnerstag 0,8 Prozent.

Meist fester zeigten sich Versicherungstitel. Die Aktien von Swiss Re sind allerdings nur gehalten. Goldman Sachs nahm die Empfehlung für den Rückversicherer auf "Neutral" von "Buy" zurück. Swiss Re will am Donnerstag über den Geschäftsverlauf informieren.

Oerlikon rutschen ins Minus

Am breiten Markt rutschten die Titel von Oerlikon nach einem festen Start nach Gewinnmitnahmen mit 0,9 Prozent ins Minus. Zunächst erreichte die Aktie mit 16,95 Franken den höchsten Kurs seit neun Jahren. Der Anlagenbauer hob nach einem Umsatzplus von 31,5 Prozent auf 722 Millionen Franken im dritten Quartal seine Jahresprognose an.

Die DKSH-Aktien fallen um 2,9 Prozent. Kepler Cheuvreux hat die Empfehlung auf "Reduce" von "Hold" gesenkt.

Die Aktien der VZ Holding ziehen 4,5 Prozent auf 344,75 Franken an. Kepler Cheuvreux empfahl VZ Holding mit einem Kursziel von 380 Franken zum Kauf.

(Reuters/cash)