Aktien Schweiz - Die Schweizer Börse tastet sich vor

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Donnerstag zur Mittagszeit leicht fester. Nachdem der SMI einige Punkte unter dem Vortagesschluss eröffnete, steht er mittlerweile über 9000 Punkten.
27.07.2017 13:10

Der Tag steht ganz im Bann der Berichtssaison, die weltweit rasant weitergeht. Auch hierzulande ist es der Höhepunkt der Woche mit gleich vier Rapporten von Bluechips. Während Nestlé den Index belasten, liefern Roche Unterstützung.

"Die Risikofreude hält an", heisst es in einem Marktkommentar am Donnerstag. Überwiegend starke Unternehmenszahlen auch in den USA hätten die Rekordjagd an der Wall Street am Mittwoch weiter angetrieben. Zudem drehte die US-Notenbank nach ihrer zweitägigen Sitzung am Vorabend wie erwartet nicht an der Zinsschraube. Nach den Fed-Aussagen sei der Euro bis auf den höchsten Stand seit Januar 2015 geklettert, so ein Marktbeobachter. Der Franken schwächte sich derweil weiter ab auf mittlerweile auf ein Niveau, das seit der Aufgabe des Mindestkursregimes der SNB im Januar 2015 nicht mehr gesehen wurde.

Der SMI steht am Mittag 0,3% höher bei 9016 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,5% auf 1440 Punkte und der breite SPI 0,3% auf 10'258 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren mittlerweile 24 im Plus und 6 im Minus.

Nestlé flop, Roche top

Dabei sticht das absolute Schwergewicht Nestlé mit einem Minus von 1,0% negativ heraus. Der Lebensmittelkonzern ist im ersten Halbjahr 2017 weniger stark gewachsen als von Analysten erwartet und auch vom Unternehmen selbst. So zeigen sich die Analysten in ersten Kommentaren enttäuscht. Die Guidance für das organische Wachstum wurde indes zwar bestätigt, neu wird allerdings eher mit der unteren Hälfte der Bandbreite gerechnet.

Zufrieden zeigte sich CEO Mark Schneider jedoch mit dem Fortschritt bei der Wertschöpfung - wie solide operative Verbesserungen, Entscheidungen im Portfoliomanagement sowie der Entschluss zur Bilanzoptimierung.

Bei Roche (+1,3%) hingegen lief es im ersten Halbjahr offenbar sehr gut. Mit den ausgewiesenen Zahlen übertraf der Pharmakonzern fast alle Analystenerwartungen - und zwar beim Umsatz, beim operativen Kerngewinn sowie beim Kerngewinn. Zudem hob der Konzern seinen Ausblick für das Gesamtjahr überraschend an. Treiber der positiven Überraschung ist ausschliesslich das Pharmageschäft und dort zum einen die etablierten Blockbuster Mabthera/Rituxan, Herceptin oder Avastin und zum anderen insbesondere das erst kürzlich lancierte MS-Medikament Ocrevus.

Auch das dritte Schwergewicht Novartis (+0,6%), das bereits vergangene Woche Ergebnisse präsentiert hat, tendiert mittlerweile klar fester.

Sika nach neuem Rekordergebnis gesucht

Sika (+1,6%) können nach Zahlen ebenfalls deutlich zulegen. Der Bauchemie- und Klebstoffhersteller setzte den Wachstumskurs mit neuen Rekordergebnissen fort. Ausserdem blickt das Management optimistisch auf den weiteren Geschäftsverlauf im zweiten Halbjahr 2017.

Clariant (+0,4%) haben sich indes von den anfänglichen Verlusten erholt und legen mittlerweile etwas zu. Das Unternehmen übertraf mit den Zahlen zum zweiten Quartal die Prognosen ebenfalls leicht. Für frische Impulse sorgte um die Mittagszeit der Zahlenrapport des Fusionspartners Huntsman.

Lonza (+0,4%) profitieren dagegen am Tag nach der Zahlenvorlage nicht mehr ganz so stark wie anfangs von einer Hochstufung der Credit Suisse auf "Outperform" von zuvor "Neutral".

Luxusgüteraktien profitieren von LVMH-Ergebnis

Unter den Bluechips tendieren unter anderem noch Swatch (+1,2% auf 373,40 Franken) und Richemont (+1,1%) fest. Am Morgen legte der französische Luxusgüterhersteller LVMH dank einer Erholung in seiner Heimat und in China ein glänzendes erstes Halbjahr hin. Für Swatch sei in einem positiven Marktumfeld ein Kursanstieg auf rund 420 Franken wahrscheinlich, so eine Meinung im Handel.

Etwas schwächer tendieren neben Nestlé hingegen noch CS (-0,3%), während UBS (+0,5%) zulegen. Beide Grossbanken legen am (morgigen) Freitag Quartalszahlen vor. Am Berichtstag enttäuschte die Deutsche Bank bereits mit einem unerwartet deutlichen Rückgang der Erträge im zweiten Quartal, der Aktienhandel brach um fast 30% ein.

Zudem haben am Donnerstag noch mehrere Unternehmen am breiten Markt Zahlen vorgelegt. Während Bobst (+4,4%), Also (+1,3%), BKB (PS +1,0%) und GKB (+0,1%) danach Gewinne verbuchen, sind Sulzer (-5,0%), Vontobel (-4,4%) und Starrag (-4,3%) nach Halbjahreszahlen stark belastet.

(AWP)