Aktien Schweiz - Die Schweizer Börse tritt zum Wochenbeginn auf der Stelle

Die Schweizer Börse hat sich am Montag in sehr engen Spannen seitwärts bewegt. Die Stimmung sei gut. Aber es sei trotzdem eine gewisse Zurückhaltung zu spüren.
09.10.2017 17:40

"Die meisten Anleger sind positioniert und wollen nicht verkaufen", sagt ein Händler. "Sie sind wegen der Aussichten auf eine weltweit brummende Wirtschaft zuversichtlich gestimmt." Der SMI notiert bei 9259 Zählern um 0,1 Prozent höher gegenüber dem Stand vom Freitag.

Der bevorstehende Beginn der Bilanzsaison dämpfe die Kaufbereitschaft der Marktteilnehmer ein wenig. "Die Erwartungen sind hoch und damit auch das Enttäuschungspotenzial", sagt ein Händler. Zudem bestünden nicht zu unterschätzende politische Risiken wie der Streit zwischen den USA und Nordkorea oder die Krise in Spanien.

Die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) rechnen mit einem Kompromiss im Streit um die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien. Sie raten dazu, die Entwicklung in Spanien abzuwarten. Die ZKB schliesst aber aus, dass die Spannungen in Spanien andere Länder wie Italien oder Portugal anstecken oder gar die gesamte europäische Konjunktur beeinträchtigen könnten.

Finanztitel unter Druck

Bei den Standardwerten verbuchen die Aktien der Grossbank Credit Suisse mit minus 1,4 Prozent den stärksten Rückschlag. Die Anteile der Rivalin UBS ermässigen sich um 0,1 Prozent, Julius Bär rücken dagegen um 0,4 Prozent vor. Der Versicherer Swiss Re grenzt die Verluste ein und Zurich und Swiss Life drehen in die Gewinnzone.

Den stärksten Anstieg verzeichnen die Aktien von Lafarge-Holcim mit plus 1,5 Prozent. Der Zementkonzern hat Geraldine Picaud zur Finanzchefin ernannt. Die Französin trete am 1. Februar 2018 die Nachfolge von Ron Wirahadiraksa an, der das Unternehmen verlasse. Picaud ist Finanzchefin des Augenoptikunternehmens Essilor. Der Wechsel komme überraschend. "Jedoch scheint Geraldine Picaud eine starke Erfolgsbilanz mitzubringen", kommentiert Martin Hüsler von der ZKB.

Fester sind ausserdem die Titel des Aromen- und Duftherstellers Givaudan, der am Dienstag über die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal Auskunft gibt.

Die Anteile des als krisensicher geltenden Pharmariesen Novartis und Roche schwächen sich ab. Lebensmittelwert Nestlé legt 0,6 Prozent zu und gibt dem Gesamtmarkt eine Stütze.

Temenos mit neuem Auftrag Kaufempfehlung gesucht

Am breiten Markt stiegen die Temenos-Titel um 3,9 Prozent auf ein Rekordhoch. Der Firma zufolge hat sich eine globale Grossbank für die Software des Unternehmens entschieden. Es handle sich um einen wichtigen Auftrag, wie es hiess. "Temenos wird allmählich zu dem Anbieter von Bankingsoftware", sagt Panagiotis Spiliopoulos von der Bank Vontobel, der die Aktie "mit Überzeugung" zum Kauf empfiehlt.

Die Titel von Clariant machen frühe Einbussen praktisch wett. Bei dem Chemiekonzern geht das Seilziehen um die zukünftige Strategie weiter. White Tale hat im Kampf gegen die Fusion des Spezialchemiekonzerns mit dem US-Rivalen Huntsman seine Beteiligung ausgebaut. White Tale habe weitere Anteile gekauft, wie dessen Vertreter David Millstone und David Winter in einem am Freitag veröffentlichten Interview erklärten. "Wir besitzen bereits mehr als 15 Prozent – und sind noch nicht am Ende", sagten sie der Zeitung "Finanz und Wirtschaft". Anders tönt es bei Clariant. "Wir sind sehr zuversichtlich, die notwendige Zweidrittel-Mehrheit bei der Generalversammlung zu erreichen", sagt ein Sprecher.

Die Aktien von Orascom klettern um 7,2 Prozent nach oben und setzen den Aufwärtstrend der Vorwoche fort. Spekulationen auf eine Erholung des für den Tourismuskonzern so wichtigen Geschäfts in Ägypten geben der Aktie seit einiger Zeit Auftrieb.

Die Anteile von Leonteq legen 3,8 Prozent zu. Der Titel der Derivateboutique war am Freitag um 7 Prozent gestiegen, nachdem Firmengründer Jan Schoch als CEO ersetzt worden war.

Rieter-Aktien steigen laut Händlern unterstützt von einer Trading-Empfehlung der Credit Suisse um 3,6 Prozent.

(Reuters)