Aktien Schweiz - Entspannung im Zollstreit beflügelt Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch an die Aufwärtsbewegung des Vortages angeschlossen. Für Kaufstimmung sorgte einmal mehr die Hoffnung auf eine Entspannung im US-chinesischen Handelsstreit.
12.12.2018 17:50

Der SMI schliesst 1,7 Prozent im Plus bei 8861 Punkten. Damit nimmt der Index wieder Kurs auf die psychologisch wichtige Marke von 9000 Punkten.

US-Präsident Donald Trump sagte in einem Reuters-Interview, dass China "enorme Mengen" an US-Sojabohnen kaufe und Handelsgespräche mit Peking telefonisch bereits im Gange seien. Auch in Asien setzten Anleger auf eine Annäherung. In den USA dagegen hatten Äusserungen von Trump die Anleger verunsichert. Der Präsident hatte im Streit über den Bau einer Grenzmauer zu Mexiko mit einem Regierungsstillstand gedroht.

Die Anleger dürften sich angesichts der weiterbestehenden Unsicherheitsfaktoren allerdings nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen, sagen Marktteilnehmer. So bleibt die Situation rund um den geplanten Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union (EU) unübersichtlich. Premierministerin Theresa May muss sich einem Misstrauensvotum stellen. Und in Frankreich hat die Regierung nach den Schüssen in Strassburg nahe des Weihnachtsmarktes am Dienstagabend die höchste Sicherheitswarnstufe ausgerufen.

CS und ABB im Fokus

In der Schweiz standen Credit Suisse und ABB im Mittelpunkt. Die CS-Aktien schliessen 2,5 Prozent höher. Die Grossbank will ihre gebeutelten Aktionäre mit milliardenschweren Ausschüttungen versöhnen. Über Aktienrückkäufe und Dividenden sollen in den nächsten zwei Jahren rund vier Milliarden Franken an die Eigner fliessen.

An die Spitze der SMI-Werte setzen sich mit 4,0 Prozent Kursanstieg die ABB-Aktien. Im Rennen um die Stromnetzsparte des Elektrotechnikkonzerns läuft alles auf Hitachi zu. ABB und der japanische Mischkonzern bestätigten am Mittwoch Gespräche mit dem japanischen Mischkonzern. Eine Garantie für eine Transaktion gebe es nicht.

Vorne zu finden sind auch andere konjunkturzyklische Werte. Die Aktien von Swatch steigen um 3,3 Prozent auf 300,10 Franken und die von Richemont um 1,5 Prozent auf 65,08 Franken, obwohl die Deutsche Bank das Kursziel für die beiden Luxusgüterhersteller auf 380 beziehungsweise 92 Franken gesenkt hat. Die Titel der Bauchemiefirma Sika ziehen 3,3 Prozent an.

Die als vergleichsweise krisensichere Anlage geltenden Schwergewichte legen unterschiedlich stark zu: Pharmawert Roche rückt 2,2 Prozent vor, Novartis 1,3 Prozent und die Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestlé ziehen 0,9 Prozent an.

Orascom mit neuem Bauprojekt gefragt

Am breiten Markt steigen die Anteile von Orascom Development 5,3 Prozent. Der Bau- und Hotelkonzern hat den Vertrag für ein 4,2 Millionen Quadratmeter umfassendes Wohnprojekt in der ägyptischen Hauptstadt Kairo unterzeichnet. Die Egyptian New Urban Communities Authority (NUCA) erhält in den ersten acht Jahren 26 Prozent der Einnahmen aus den Immobilienverkäufen.

Auf der anderen Seite fallen Santhera mit 10 Prozent Kursminus auf. Der Verlust der Pharmafirma erhöhte sich in den ersten neun Monaten auf 39,9 Millionen Franken und die liquiden Mittel sanken per Ende September auf 19,6 Millionen Franken. Das Unternehmen will fünf Millionen neue Aktien in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren platzieren.

(Reuters)