Aktien Schweiz - Festere Kurse an der Schweizer Börse

Der Schweizer Aktienmarkt präsentiert sich am Dienstagmittag mit höheren Kursen. Im Verlauf des Morgens hat die Erholung aber an Schwung verloren und die Kurse notieren unter den Tageshöchstkursen.
14.05.2019 11:30

"Die Anleger halten sich bei den Anschlusskäufen zurück", sagt ein Händler. Die Eskalation im US-chinesischen Handelsstreit bleibe weiterhin das kursbewegende Thema, heisst es am Markt. "Das stimmt die Marktteilnehmer vorsichtig."

Nach der jüngsten Entwicklung mit weiteren US-Strafzöllen und den Gegenmassnahmen von China befürchten Anleger eine weitere Eskalation. "Die Leute sind etwas ängstlicher geworden und halten den Finger nahe am Verkaufsknopf", sagt ein Börsianer. Wenn in den kommenden Wochen kein schneller Abschluss zustandekomme, müssten sich die Märkte auf eine längere Zeit der wirtschaftlichen Grabenkämpfe vorbereiten, heisst es in einem Kommentar von DWS.

Der SMI steht um 11 Uhr noch 0,3 Prozent höher bei 9388 Punkten nach einem Tageshoch bei 9429 Zählern. Der 30 Aktien umfassende SLI steigt 0,3 Prozent auf 1456 und der breite SPI 0,3 Prozent auf 11'367 Punkte. Von den 30 Topwerten stehen 26 im Plus, 2 schwächen sich ab und 2 sind unverändert.

Anleger relativ entspannt

Das Angstbarometer der Börse, der Volatilitätsindex VSMI gibt leicht nach. Die Anleger seien weiterhin relativ entspannt. Erst wenn der SMI unter die Marke von 9100 Punkte fallen würde, könnte sich der Abwärtstrend beschleunigen. "Bei 9080/9100 SMI-Punkten verläuft die 200-Tage-Durchschnittslinie", sagt ein Händler. Dies sei eine starke Unterstützung.

Aktien, die am Vortag stark unter die Räder geraten waren, reihen sich vorne bei den Gewinnern ein. Einen starken Anstieg verbuchen die Aktien von Vifor (+2,0%), die von einer Hochstufung auf "Hold" von "Sell" durch Kepler Cheuvreux unterstützt werden.

Auf Erholungskurs sind die arg gebeutelten Technologietitel AMS (+2,8%), die am Vortag um über 8 Prozent eingebrochen waren, sowie Temenos (+1,4%) und Logitech (+0,7%) sowie die zyklischen Werte Adecco (+1,2%) und LafargeHolcim (+1,1%). Der Zementhersteller LafargeHolcim veröffentlicht am Mittwoch den Quartalsbericht.

Mit Swisscom (+0,9%), Lonza (+0,9%) und Novartis (+0,5%) machen Aktien, die als wenig krisenanfällig gelten, einen Teil der jüngsten Abgaben wett.

Die Genussscheine von Roche legen 0,3 Prozent zu. Der Pharmakonzern lanciert einen neuen Test für den Nachweis von Tuberkulose. Zudem verlängert Roche die Übernahmeofferte für das US-Unternehmen Spark Therapeutics erneut. Die Frist werde bis zum 14. Juni verlängert. Davor hatte er noch den 3. Juni genannt. Angekündigt hatte Roche den Deal Ende Februar. Manche Händler befürchteten eine sehr teure Übernahme. Andere schliessen dagegen nicht aus, dass Roche "die Übung auch abbrechen" könnte.

Gewinnmitnahmen bei Alcon

Schwächer tendieren Alcon (-1,2%), die unter Gewinnmitnahmen vor dem am Mittwochabend nach US-Börsenschluss erwarteten Quartalsbericht leiden. Alcon hat sich seit dem Börsenstart anfangs April deutlich besser als der Gesamtmarkt geschlagen.

Wenig gefragt sind die Aktien der Grossbanken Credit Suisse (unv.) und UBS (-0,1%).

Zu einer nur zaghaften Erholung kommt es bei den Aktien der beiden stark nach China exportierenden Firmen Richemont (+0,2%) und Swatch (+0,3%).

Am breiten Markt steigen die Aktien des Flughafen Zürich um 1,7 Prozent auf 166,80 Franken. Goldman Sachs hat die Empfehlung auf "Buy" von "Hold" und das Kursziel auf 194 von 174 Franken erhöht. Und die Bank Vontobel hat nach dem Monatsbericht der Zürcher Betreibergesellschaft die Kaufempfehlung bestätigt.

Die Anteile von Polyphor gewinnen 14 Prozent und holen damit nur einen kleinen Teil der Verluste der vergangenen zwei Handelstage auf. Die Biotechfirma hatte am Freitag enttäuschende Studienergebnisse über das Hauptprodukt informiert.

Mobilezone (+1,5%) profitieren davon, dass Mainfirst das Rating auf "Outperform" von "Neutral" erhöht hat.

Die Aktien von Dufry notieren um 0,9 Prozent oder 0,78 Franken tiefer. Die Aktie wird ex Dividende von 4 Franken gehandelt. Der Reisedetailhandelskonzern hat im ersten Quartal einen um 3,4 Prozent höheren Umsatz von 1,88 Milliarden Franken verbucht, aber einen hohen Verlust von 109,5 Millionen eingefahren.

(AWP)

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