Aktien Schweiz - Freundlicher Grundton an der Schweizer Börse, aber wenig Bewegung

Der Schweizer Aktienmarkt hat auch bis zur Mittagszeit keine klare Richtung gefunden, es herrscht aber ein freundlicher Grundton.
03.11.2017 12:30

Der Leitindex SMI bewegt sich weiterhin knapp unterhalb von 9300 Punkten, womit sich für diese Woche aber eine positive Entwicklung abzeichnet. Die Nomination von Jerome Powell zum neuen Fed-Chef sorgte zwar an der Wall Street zum Handelsschluss des Vortages für leichte Avancen. Doch bereits in Asien hatte die Personalie die Anleger eher kalt gelassen. Wie Händler dazu anmerkten, wurde Powell bereits im Vorfeld als Favorit gehandelt. Mit seiner Ernennung falle allerdings ein Unsicherheitsfaktor der letzten Wochen weg.

Frischen Wind könnte es in der zweiten Handelshälfte geben, wenn der mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarkt veröffentlicht wird. Nachdem der zur Wochenmitte präsentierte ADP-Bericht positiv überrascht hatte, seien die Erwartungen an die offiziellen Regierungszahlen entsprechend hoch. Daher würden sich Anleger im Vorfeld mit grösseren Engagements wohl eher zurückhalten, heisst es.

Der SMI steht zur Mittagszeit 0,2% höher auf 9296 Punkten. Auf Wochensicht resultiert damit vor allem dank der Avancen am Dienstag und Mittwoch ein Anstieg um rund 1,2%. Der 30 Aktien umfassende SLI legt aktuell 0,1% auf 1512 Zähler zu und der breite SPI 0,3% auf 10'660. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 15 im Plus, 13 im Minus und 2 unverändert.

Kursbewegungen in schmalen Banden

An der Nachrichtenfront blieb es unternehmensseitig hierzulande ruhig. Entsprechend halten sich auch die Kursbewegungen eher in Grenzen. Aus dem Rahmen fallen allerdings - positiv - mit Clariant (+2,0%) und Sonova (+1,5%) zwei Aktien, die sich auch im bisherigen Jahresverlauf stark entwickelten. Die Chemiewerte Clariant präsentieren sich seit dem Abbruch der Fusionsverhandlungen mit dem US-Mitbewerber Huntsman relativ volatil. Der Investor White Tale, der den Zusammenschluss zu Fall gebracht hatte, fordert bekanntlich den Verkauf der Clariant-Sparte Plastics & Coatings. Hierfür hat nun die Private Equity Firma CVC Interesse angemeldet, heisst es in einem Medienbericht.

Etwas deutlicher im Plus stehen noch Givaudan (+0,9%) und ABB (+0,8%). Eine Stütze sind auch die drei Indexschwergewichte Novartis, Nestlé (je +0,4%) und Roche (+0,2%). Bezüglich Novartis haben die Gerüchte über einen möglichen Verkauf des Dermatologie-Geschäfts der Basler weitere Nahrung erhalten. Dieses Mal berichtete die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf zwei mit der Sache vertraute Personen am Vorabend, dass Novartis mit dem Beratungsunternehmen Centerview Optionen für dieses Geschäft auslotet, einen Verkauf eingeschlossen.

Auf der Verliererseite verzeichnen Zurich mit -0,8% die prozentual grössten Einbussen. Die Anteilsscheine des Versicherers werden von dem enttäuschenden Quartalsergebnis des US-Rivalen AIG belastet. Letzteres wecke im Hinblick auf die in der kommenden Woche anstehenden Zurich-Zahlen gewisse Ergebnisängste, heisst es.

Unter Abgabedruck stehen auch Dufry (-0,6%), Swiss Re (-0,4%) und Swisscom (-0,4%). Die genannten Konzerne hatten diese Woche Zahlen vorgelegt und damit an der Börse keine Begeisterungsstürme ausgelöst.

Zu den Verlierern gehören auch CS mit -0,3%, dies allerdings nach einem starken Lauf am Vortag, als die Titel nach der Zahlenvorlage um über 4% zulegten.

Apple-Zahlen schieben AMS an

Am breiten Markt rücken AMS (+2,7%) und Straumann (+1,7%) etwas deutlicher vor. Die Aktie des Chipherstellers AMS wird von starken Apple-Zahlen vom Vorabend angeschoben, sind die Österreicher doch ein Apple-Zulieferer. Der Dentalimplantathersteller Straumann wiederum hat die Mehrheit an der türkischen Vertriebsgesellschaft Batigroup übernommen. Die Aussicht auf die zusätzlichen Erlöse sowie weitere Marktanteilsgewinne in der Türkei treiben den bereits stark gelaufenen Titel etwas weiter nach oben.

Gesucht sind auch Wisekey (+7,8%), nachdem das Cybersicherheitsunternehmen seine Umsatzguidance für das laufende Geschäftsjahr leicht nach oben geschraubt hat.

Sulzer dagegen fallen zurück (-2,3% auf 123,90 Franken). Laut Händlern hat die Mehrheitsaktionärin Renova, das Anlagevehikel des russischen Investors Victor Vekselberg, einen grösseren Anteil Sulzer-Aktien verkauft. Der Platzierungspreis lag den Informationen zufolge bei 123 Franken.

(AWP)