Aktien SchweizGeopolitische Entspannung schiebt Schweizer Börse an

Die Schweizer Börse hat nach der kurzen Atempause vom Vortag den Aufwärtstrend am Mittwoch wieder aufgenommen.
16.08.2017 17:40

Der SMI steigt bis Börsenschluss um 0,3 Prozent auf 9038 Punkte. Händler sagen, die Entspannung in der Nordkorea-Krise, erfreuliche Konjunkturzahlen aus der Euro-Zone und der zum Euro schwächere Franken ermutigten die Anleger zu Käufen. Allerdings seien sie mit angezogener Handbremse unterwegs, weil nach Börsenschluss in Europa das Protokoll des jüngsten Offenmarktausschusses der US-Notenbank veröffentlicht wird. Viele erhofften sich einen klaren Hinweis darauf, dass die Fed im September mit dem Abbau ihrer billionenschweren Wertpapierbestände beginnen könnte. "So richtig geht keiner aus der Deckung. Die Umsätze sind moderat", sagt ein Händler.

Im Mittelpunkt standen Firmen, die mit Zwischenberichten oder anderen Neuigkeiten aufwarten. Die Aktien von Swiss Life machen anfänglich kräftige Einbussen nahezu wett. Der grösste Lebensversicherer des Landes ist im ersten Halbjahr mit dem angestrebten Ausbau seines Vermögensverwaltungs- und Dienstleistungsgeschäfts vorangekommen. Unter dem Strich stand mit 524 Millionen Franken um 5 Prozent mehr Reingewinn als in der entsprechenden Vorjahresperiode und auch mehr als Analysten erwartet hatten.

Gute Zahlen veröffentlichten Händlern zufolge auch die Technologiefirma Comet und der Laborausrüster Tecan. Ihre Aktien steigen um 5,8 und 3,6 Prozent.

Meyer Burger nach Zahlen auf Berg-und-Tal-Fahrt

Dagegen sinken die Aktien von Meyer Burger um 2,1 Prozent. Vorübergehend war der Kurs sogar mehr als 10 Prozent eingebrochen. Der Solarindustrie-Ausrüster holte im ersten Halbjahr zwar mehr Aufträge herein und verringerte den Verlust, verfehlte allerdings die Markterwartungen. "Meyer Burger ist auf dem Erholungspfad. Der Aktienkurs nimmt dabei aber schon überaus viel vorweg", erklärt ZKB-Analyst Richard Frei. Im laufenden Jahr hat sich der Aktienkurs mehr als verdoppelt.

Die Anteile der Grossbanken entwickelten sich unterschiedlich. Während Credit Suisse um 0,2 Prozent steigt, gibt UBS 0,1 Prozent nach. Credit-Suisse-Grossaktionär Katar hat seine Beteiligung an der Bank zurückgefahren. Das Golfemirat hält nach Angaben der Schweizer Börse SIX ein Paket von 15,91 Prozent. Anfang Juni betrug die Beteiligung laut SIX noch 17,98 Prozent. Versicherungswerte tendierten meist fester.

Stützen des Marktes sind die schwergewichtigen Aktien des Pharmakonzerns Novartis und des Lebensmittelriesen Nestlé mit Kursgewinnen von 0,4 und 0,2 Prozent. Die Genussscheine von Roche notieren nahe am Vortagesniveau.

Gesuchte Zykliker

Anteile zyklischer Firmen zogen mehrheitlich an. Bei den Bluechips setzen sich der Pharmazulieferer Lonza, der Elektrokonzern ABB, Zementproduzent Lafarge-Holcim von 1 Prozent und mehr an die Spitze. Die Lonza-Aktie stieg vor allem im Sog einer Kaufempfehlung von J.P. Morgan.

Die Titel der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch konnten ihre Anfangsgewinne nicht ganz über die Runden bringen.

Die Geberit-Aktien ermässigen sich am Tag vor dem Halbjahresbericht 0,2 Prozent. "So gut wie die Aktie gelaufen ist, ist schon sehr viel einer möglichen positiven Überraschung im Kurs vorweggenommen", sagt ein Händler.

Der Telekomkonzern Swisscom, der ebenfalls am Donnerstag Zahlen vorlegt, verliert 0,4 Prozent an Wert.

Die Anteile von VAT steigen um 2,4 Prozent auf 126,50 Franken. HSBC empfiehlt die Vakuumventile-Firma mit einem Kursziel von 147 Franken zum Kauf.

(Reuters/cash)