Aktien Schweiz - Geplante US-Steuerreform macht Schweizer Anleger mutig

In der Hoffnung auf deutliche Steuererleichterungen für Unternehmen in den USA haben die Anleger an der Schweizer Börse am Montag zu Aktien gegriffen. Gefragt waren vor allem zyklische und Bankwerte.
04.12.2017 17:45

Der SMI steigt um 0,6 Prozent auf 9329 Punkte. Bei 9384 Zählern erreichte der Leitindex vorübergehend gar ein Jahreshoch. Die US-Steuerreform schüre bei den Anlegern die Hoffnung auf einen kräftigen Wachstumsschub nicht nur in Amerika, sagt ein Händler. "Das dürfte sich auch auf unsere Konjunktur positiv auswirken." US-Präsident Donald Trump ist mit seiner geplanten Steuerreform einen grossen Schritt vorangekommen. Am Wochenende hatte der Senat die Steuerpläne abgesegnet, die nun noch mit dem Repräsentantenhaus in Einklang gebracht werden müssen. Sie sehen unter anderem kräftige Entlastungen von Firmen vor. Im Laufe der Woche werden zudem zahlreiche wichtige US-Konjunkturzahlen veröffentlicht mit der amtlichen Arbeitsmarktstatistik als Höhepunkt am Freitag.

Die Aktien der Grossbank Credit Suisse wurden um 2,4 Prozent höher gehandelt und die von Rivalin UBS um 0,9 Prozent. Auch Versicherungswerte waren gefragt. Swiss Life und Zurich rücken rund eineinhalb Prozent vor. Die US-Steuersenkungen könnten dazu führen, dass die US-Notenbank die Zinsen rascher als bislang erwartet anhebt, sagen Marktteilnehmer. Zudem dürfte das Programm durch eine höhere Verschuldung finanziert werden, was zu steigenden Zinsen führen dürfte. Davon würden Finanzunternehmen profitieren. "Die Banken und Versicherungen ächzen seit längerem unter den rekordtiefen Renditen", sagt ein Börsianer.

Unternehemen mit US-Standbein gefragt

Auch Firmen aus dem Industriebereich, vor allem solche mit Standorten in den USA, dürften zu den Profiteuren zählen. Die Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB klettern 2,1 Prozent. Der Personalvermittler Adecco gewinnt 0,6 Prozent, die Sanitärtechnikfirma Geberit und die Inspektionsfirma SGS jeweils1,3 Prozent an Wert.

Von den als wenig konjunktursensitiv geltenden Pharmaschwergewichten steigen Novartis um 0,4 Prozent, Roche geben dagegen 0,4 Prozent nach. Die Aktien des dritten SMI-Riesen Nestlé rücken 0,8 Prozent vor. Spekulationen über einen baldigen Verkauf des US-Süsswarengeschäfts stützten den Kurs des Lebensmittelkonzerns. Zudem soll Nestlé Insidern zufolge am Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten des deutschen Merck-Konzerns interessiert sein.

Am breiten Markt kommen AMS nach einem anfänglichen Kurssprung wieder auf 1,6 Prozent Plus zurück. Eine Kaufempfehlung von Barclays sorgte für Schub. In der Vorwoche hatten die Investoren AMS aus Angst, Grosskunde Apple könnte abspringen, auf den Markt geworfen.

Idorsia: Wie gewonnen, so zerronnen

Bei Idorsia liess der Schwung nach einem fulminanten Handelsstart ebenfalls merklich nach, die Aktien der Forschungsfirma gehen unverändert aus dem Handel. Idorsia will den Wirkstoff Aprocitentan zur Behandlung von therapieresistentem Bluthochdruck gemeinsam mit dem US-Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson weiterentwickeln und vermarkten. Das Unternehmen, das von der Biotech-Firma Actelion nach deren Übernahme durch J&J abgespalten wurde, erhält dafür eine Zahlung von 230 Millionen Dollar und bei einer Markteinführung der Arznei Lizenzgebühren.

Die Aussicht auf einen Weltwirtschaftsaufschwung gibt den Aktien der Werkzeugmaschinenbauer Tornos, Starrag und Mikron Auftrieb. Auch die Anlagenbauer Georg Fischer, Oerlikon und Sulzer legen zu.

(Reuters)