Aktien Schweiz - Gewinne auf breiter Front an der Schweizer Börse

Der Schweizer Aktienmarkt legt am Dienstagmittag auf breiter Front zu. Der SMI war mit Aufschlägen gestartet, verlor aber mit zurückfallenden Roche an Schwung und bewegt sich seither in einer eher engen Bandbreite.
13.06.2017 12:55

Impulse aus der Makroebene blieben aus. Zwar trübten sich im für die Schweizer Wirtschaft wichtigen Markt Deutschland die Konjunkturerwartungen der Finanzexperten überraschend ein. Die Aussichten für die Konjunktur des Nachbarlandes seien aber nach wie vor günstig, heisst es.

Von der schlechten Börsenstimmung vom Vortag sei nichts mehr zu spüren, heisst es in Händlerkreisen. Die von einem Einbruch bei den US-Technologiewerten ausgelöste Nervosität habe sich gelegt. Ein Rücksetzer sei nach den Rekordläufen diverser Tech-Titel auch alles andere als beunruhigend. Das Augenmerk liegt nun auf dem anstehenden Zinsentscheid in den USA am Mittwoch, dem Hauptereignis dieser Woche für die Finanzmärkte. Ökonomen rechnen mit einer zweiten Zinserhöhung in diesem Jahr.

Der SMI gewinnt gegen Mittag 0,6% auf 8864 Punkte und notiert damit fast auf Tageshoch. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt um 0,7% auf 1405 Zähler zu und der breite SPI um 0,7% auf 10'097. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 28 im Plus, Swiss Re im Minus und die Roche-"Bons" unverändert.

Frontrunner Julius Bär

Weiterhin haben Julius Bär die Nase vorn, die die Gewinne auf 2,0% ausgebaut haben. Einen starken Lauf haben auch UBS (+1,4%), wohingegen CS (+0,2%) nicht auf Touren kommen. Auch seit Jahresbeginn schneiden die Bär-Titel bislang klar besser ab als die Konkurrenz. Das Bankensegment steht einmal mehr unter grösserer Beobachtung, nachdem das US-Finanzministerium Pläne für eine Reform der Regeln des Finanzsystems vorgestellt hatte. Unter anderem sollen Beschränkungen für Banken bei deren Handelsaktivitäten gelockert werden.

Mit Swatch (+1,8%) und Richemont (+1,7%) sind auch zwei Zykliker ganz vorne mit dabei. Händlern zufolge hätten sich nach der schwachen Entwicklung der beiden Titel in den vergangenen Wochen nun Einstiegsmöglichkeiten aufgetan. Mit grösseren Avancen fallen auch Lonza (+1,4%) auf, die am Vortag noch zu den grössten Verlierern gehört hatten.

Schub gibt aber vor allem das Pharmaschwergewicht Novartis (+1,2%). Hier sorgt ein Gerichtsurteil in den USA zugunsten der Basler für gute Stimmung unter den Investoren. Der Oberste Gerichtshof hob ein Urteil einer niedrigeren Instanz auf, die Novartis vorübergehend am Verkauf des Biosimilars Zarxio gehindert hatte. Zarxio ist das erste in den USA zugelassene Biosimilar.

Die Titel des Branchennachbarn Roche (unv.) haben die frühen Gewinne hingegen vollständig eingebüsst. Biosimilars gehören hier nicht zum Produktportfolio. Am Vortag hatten die Titel zu den wenigen Gewinnern gehört.

Panalpina nach Gewinnwarnung im Verkauf

Unterdurchschnittlich entwickeln sich unter anderem auch Lafarge-Holcim (+0,1%), nachdem französische Behörden im Zusammenhang mit den Geschäften in Syrien eine Rechtsuntersuchung gestartet haben.

Auch die ebenfalls zyklischen Kühne+Nagel (+0,3%) bleiben hinter dem Markt zurück. Die Aktie des Logistikkonzerns wird von einer Gewinnwarnung der Mitbewerberin Panalpina (-2,6%) aus dem breiten Markt belastet. Panalpina rechnet aufgrund einer anhaltenden Margenerosion für das erste Halbjahr 2017 mit tieferen Ergebnissen im Vergleich zur Vorjahresperiode.

Swiss Re (-0,2%), der Tagessieger vom Vortag, gibt als einziger Bluechip ohne spezifische News nach.

Am breiten Markt stehen neben den bereits erwähnten Panalpina auch Basilea (+5,9%) im (positiven) Fokus. Das Biopharma-Unternehmen erhält von der US-Behörde Barda zusätzliche 54,8 Millionen Dollar zur Finanzierung des Phase-III-Programms zum Produktkandidaten Ceftobiprol.

Zu den grossen Gewinnern zählen auch die am Vortag noch sehr schwachen Meyer Burger (+6,9%). Die Techwerte AMS (+1,0%), Temenos (+2,0%) und Logitech (+1,0%) erholen sich etwas vom Einbruch zu Wochenbeginn. Gesucht sind auch GAM (+2,3%). Der Asset Manager befinde sich auf einem Erholungspfad, schreibt die UBS in einem aktuellen Kommentar.

(AWP)