Aktien SchweizGute Stimmung an der Schweizer Börse hält an

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Donnerstagmittag freundlich. Am Markt wird auf eine Reihe positiver Konjunkturdaten vor allem aus Europa verwiesen.
01.06.2017 12:55

So ist die Stimmung der Einkaufsmanager in der Euro-Zone im Mai auf den höchsten Stand seit mehr als sechs Jahren gestiegen. Das Szenario eines positiven wirtschaftlichen Umfelds mit gleichzeitig expansiven Zentralbanken böten für die Aktienmärkte eigentlich ein gutes Umfeld, so ein Kommentator. Die Schweizer Wirtschaft ist gemäss den neuen Seco-Zahlen im ersten Quartal moderat gewachsen.

Aus den USA waren am Vorabend allerdings eher gemischte Konjunkturdaten eingetroffen. Der vom Fed publizierten Konjunkturbericht "Beige Book" zeige, dass die Wirtschaft in den USA zwar nicht auf vollen Touren laufe, dass sie aber dennoch robust genug für eine Zinserhöhung im Juni sei, meint ein Marktbeobachter. Am Nachmittag folgt eine Reihe weiterer US-Konjunkturdaten. Darunter sind auch erste Arbeitsmarktdaten, die Hinweise auf den am Freitag anstehenden und wie immer mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktbericht für den Mai geben könnten.

Der SMI notiert kurz nach Mittag 0,5% höher bei 9065 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,7% auf 1426 Zähler und der breite SPI legt 0,6% auf 10'308 Punkte hinzu. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren bis auf Vifor alle im Plus.

Clariant nach positiven Kommentaren zur Fusion gefragt

An der Spitze des SLI stehen Clariant (+2,6%), die von positiven Kommentaren im Anschluss nach einer Analysten-Veranstaltung zur geplanten Fusion mit dem US-Unternehmen Huntsman gestützt werden. Baader Helvea etwa sieht attraktives Aufwärtspotential für die Aktie, auch wenn es laut dem Analyst bessere Optionen für das Unternehmen als den Zusammenschluss mit Huntsman gegeben hätte.

Die zuletzt schwachen Aryzta (+2,5%) stoppen den Abwärtstrend diese Woche. Deutlich im Plus notieren auch Zykliker wie Dufry (+2,5%), Adecco (+1,7%) sowie Sika (+1,4%).

Zulegen können auch die Grossbankenaktien von UBS (+1,3%) und CS (+0,8%) wie auch die Titel der Vermögensverwalterin Partners Group (+0,9%). Während die EU-Kommission am Morgen den Rettungsplan für die angeschlagene italienische Bank Monte Paschi genehmigt hat, wird an den europäischen Finanzmärkten über gravierende Probleme der spanische Banco Popular spekuliert.

Auch Schweizer Pharma-Titel gesucht

Im Plus stehen auch die Pharma-Schwergewichte Roche (+0,5%) und Novartis (+0,6%). Im Anschluss an die jüngste Novartis-Investorenveranstaltung in Boston sind zahlreiche Analystenkommentar eingetroffen. Auch wenn sich der Konzern noch immer mit Gegenwind konfrontiert sehe, könnten die in nächster Zeit anstehenden Studienergebnisse das Sentiment für den Titel verbessern, meint etwa Aktienresearch der US-Bank Morgan Stanley.

Leichte Avancen verzeichnen auch Nestlé (+0,4%). Die Titel des Schweizer Börsenschwergewichts reagieren damit kaum auf die Nachricht der Niederlage des Nahrungsmittelkonzerns vor dem Europäische Patentamt (EPA) im Streit um ein Nespresso-Patent. Nestlé hat sich enttäuscht von der Entscheidung gezeigt und kündigte den Weiterzug an.

Einzige Verlierer im SLI sind am Donnerstagmittag Vifor (-1,1%). Die Titel des aus der Galenica-Aufspaltung entstandenen Pharmaunternehmens hatten bereits am Vortag unter einer Abstufung durch die UBS gelitten.

Im breiten Markt ziehen Evolva (+4,6%) deutlich an. Das Biotechnologie-Unternehmen hat Verhandlungen mit dem US-Gesundheitsministerium über eine Finanzierung seines Aromastoffes Nootkatone vermeldet. Dieser soll auf seine Eignung für den Einsatz gegen das Zika-Virus geprüft werden. Straumann (+0,8%) gehören trotz Meldungen über ein Untersuchungsverfahren gegen eine Mitarbeiterin in Südkorea ebenfalls zu den Gewinnern.

(AWP)