Aktien Schweiz - Handelsstreit trübt Stimmung an Schweizer Börse

Der Schweizer Aktienmarkt präsentiert sich am Montagmittag erneut schwächer - der Monat Juni beginnt damit so, wie der Mai geendet hat.
03.06.2019 11:45

"Es ist eine ähnliche Entwicklung wie am Freitag", sagt ein Händler. Die Anleger machten sich Sorgen wegen des Zollstreits der USA mit China bzw. dessen Folgen für die Weltwirtschaft. "Es läuft auf einen richtigen Handelskrieg hinaus", sagt ein anderer Händler. Dies könnte weltweit zu einer Rezession führen, wird befürchtet. Der Zollstreit könnte sich zudem im Raum Pazifik auch auf die Politik ausweiten.

Zudem hat US-Präsident Donald Trump mit den neuesten Zoll-Drohungen gegen Mexiko eine weitere Front eröffnet. Dies zeige, dass die USA gewillt seien, Handelsrestriktionen zur Durchsetzung all ihrer Interessen zu nutzen und zwar unabhängig davon, ob erst vor kurzem neue Handelsabkommen geschlossen worden seien oder nicht, kommentiert die Valiant Bank.

Der SMI grenzt nach einem schwachen Start die Einbussen ein und steht um 11.15 Uhr noch um 0,3 Prozent tiefer bei 9495 Punkten. Das Tagestief notierte bei 9439 Zählern. Der 30 Aktien umfassende SLI sinkt um 0,6 Prozent auf 1450 und der breite SPI um 0,3 Prozent auf 11'507 Zähler. 26 der 30 SLI-Titel geben nach und 4 legen zu.

Politik gibt den Takt vor

Dass Konjunkturdaten in diesem Umfeld einen stärkeren Einfluss auf die Märkte haben werden, ist nicht zu erwarten, sagen Händler. "Derzeit gibt die Politik den Takt vor", sagt ein Händler. Veröffentlicht werden am Nachmittag die PMI-Daten für das verarbeitende Gewerbe aus den USA. Den stärksten Einfluss auf das Marktgeschehen dürfte aber die am Donnerstag anstehende Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) haben. Am Freitag werden zudem die viel beachteten US-Arbeitsmarktdaten publiziert.

Bei den SLI-Werten stechen Aktien aus dem "defensiven Lager" mit Gewinnen hervor. An der Spitze stehen Lonza (+1,4%). Der Spezialchemiekonzern organisiert sich neu. Der Bereich Specialty Ingredients (LSI) wird ausgegliedert, bleibt aber im Besitz von Lonza. Gleichzeitig erfolgt ein Stellenabbau. "Das regt die Fantasie an", sagt ein Händler. Er könne sich eine Abspaltung des Bereichs, einen Verkauf oder einen Börsengang vorstellen.

Die Anteile von Nestlé (+0,3%), Novartis (+0,1%) und Alcon (+0,1%) profitieren laut Händlern von ihrem als relativ krisensicher geltenden Geschäftsmodell. Dies stütze auch die Kurse der als ebenfalls wenig konjunktursensitiv geltenden Swisscom (-0,3%) und Roche (-0,4%). Die Pharmariesen erhielten eine gewisse Stütze durch die positiven Impulse vom US-Onkologiekongress ASCO.

So stark wie der Markt zeigen sich zudem die Anteile der Sanitärtechnikfirma Geberit (-0,4%) und des Versicherers Zurich (-0,4%).

Geprügelte Bankaktien

Starke Abschläge verbuchen dagegen die Bankaktien Julius Bär (-2,4%), Credit Suisse (-1,9%) und UBS (-1,8%). Händler verweisen auf die schwachen Börsen und die sinkenden Anleihenrenditen. "Die Rendite der zehnjährigen US-Treasury Bonds ist unter 2,08 Prozent gefallen. In einem solchen Umfeld können Banken nicht gedeihen", sagt ein Händler. Ein Rückgang der Vergütung auf weniger als 2,0 Prozent liege durchaus im Bereich des Möglichen.

Grössere Abschläge haben zudem Technologiewerte und zyklische Papiere zu verkraften. AMS (-2,3%) und Logitech (-1,7%) litten einmal mehr unter China-Sorgen, heisst es.

Bei ABB (1,1%), Adecco(-1,3%), LafargeHolcim (-1,3%) und Kühne+Nagel (-1,2%) erwähnen Händler die Konjunktursorgen als Erklärung für die Verluste.

Im Sog der China-Sorgen büssen die am breiten Markt gehandelten Technologiewerte Meyer Burger (-4,6%), Kudelski (-4,6%) und U-blox (-4,5%) ebenfalls deutlich an Wert ein.

Die tiefen Zinsen und die Sorge um schwächere Börsen lasten laut Händlern zudem auf den Aktien der Vermögensverwalter GAM (-3,4%), Vontobel (-3,2%) und EFG International (-2,1%).

Gefragte Sunrise

Sunrise steigen gegen den Trend um 2,5 Prozent. Die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) wird die geplante Übernahme des Kabelnetzbetreibers UPC Schweiz einer genauen Überprüfung unterziehen. Sunrise gibt sich zuversichtlich, dass die Weko zustimmen wird und dass die Transaktion noch im vierten Quartal 2019 vollzogen werden kann.

(AWP)

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