Aktien SchweizIndustriewerte und Dollar belasten die Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat am Freitag deutlich nachgegeben. Der schwache Dollar und ein Kurseinbruch bei Industrie- und Technologiewerten in Europa und den USA verstimmten laut Händlern die Anleger.
21.07.2017 17:40

Zusätzlich lasteten verfallsbezogene Aktivitäten auf den Kursen. Daher hätten viele Anleger bei Aktien, die stark gestiegen seien, Gewinne eingestrichen. Der SMI büsst 1 Prozent auf 8939 Zähler ein. Auf Wochensicht ergibt sich somit ein Minus von 1,1 Prozent.

Positiv entwickelte sich die Aktie von Landis+Gyr. Nach einem Start bei 79 Franken - um einen Franken über dem Ausgabepreis von 78 Franken - stieg der Titel bis 79,50 Franken. Zuletzt notiert der Börsenneuling bei 78,50 Franken. Händler sagen, Anleger, die aus dem Börsengang weniger Aktien des Stromzählerherstellers als erhofft erhalten hatten, hätten zugekauft. Mit einem Marktwert von mehr als 2,3 Milliarden Franken ist das das grösste Kapitalmarktdebüt in der Schweiz seit 2006.

Stark unter Druck standen die Aktien der Medizintechnikfirma Ypsomed, die um 29 Prozent einbrechen. Der Insulinpumpenspezialist beendet die Vertriebskooperation mit Insulet per Juni 2018. Dadurch entfallen bei Ypsomed rund 30 Prozent des Umsatzes und mehr als 40 Prozent des Betriebsgewinns.

Swatch nach Halbjahreszahlen gesucht

Die Aktie von Swatch baut den Kursgewinn auf 1,9 Prozent aus. Die Erholung der Uhrenexporte schlug sich auch beim Marktführer nieder und der Uhrenkonzern äusserte sich sehr positiv über die Aussichten im zweiten Halbjahr. Dank einer starken Nachfrage nach Luxuswaren und Schmuck aus China und Europa war der Gewinn im ersten Halbjahr um 7 Prozent auf 269 Millionen Franken gestiegen.

Die Aktien von ABB büssen weitere 3 Prozent ein. Analysten verwiesen auf das am Vortag veröffentlichte und als enttäuschend beurteilte Quartalsergebnis des Elektrokonzerns. Zudem löste der unerwartete Gewinneinbruch beim US-Konkurrenten GE weitere Verkäufe aus.

"Der ganze Industriesektor liegt im Elend", sagt ein Händler und verweist auf die starken Kursverluste bei Aktien europäischer Automobilfirmen und deren Zulieferer wie Volkswagen, Renault oder Valeo, denen die Diesel-Affäre bei VW und der starke Euro zu schaffen machten. In der Schweiz büssen Autoneum, Bucher, Komax und Adval Tech Terrain ein.

Die Titel von Givaudan machen einen Teil des Vortagesabschlags wett. Der Kurs des Duft- und Aromaherstellers war am Donnerstag nach der Vorlage des Halbjahresberichts ebenfalls unter Druck geraten.

Die Anteile der als krisenresistent geltenden Pharmariesen Novartis und Roche verlieren 1,2 und 0,5 Prozent.

Gewinnmitnahmen drücken Idorsia

Gewinnmitnahmen drücken die Papiere der Forschungsfirma Idorsia, die im Zuge der Übernahme durch Johnson & Johnson vom Biotechkonzern Actelion abgetrennt wurde, um 4,4 Prozent. Der Titel hatte sich in kurzer Zeit verdoppelt.

Der Lebensmitteltitel Nestlé schwächt sich um 1 Prozent ab. Mit den Anteilen von Bell, Emmi, Barry Callebaut und Lindt&Sprüngli geben weitere Lebensmittelwerte nach.

Die Papiere der Banken weiteten die Verluste aus. Credit Suisse und UBS büssen 1,8 und 2 Prozent ein.

Bei den mehrheitlich schwächeren Versicherungsaktien sind Swiss Re gegen den Trend um 0,6 Prozent höher. Morgan Stanley hat die Abdeckung mit der Empfehlung "Overweight" aufgenommen.

Leonteq geben wieder leicht ab

Gewinnmitnahmen drücken die Aktie von Leonteq um 1,4 Prozent. Der Aktienkurs der Derivat-Boutique war am Vortag nach dem Zwischenbericht kräftig gestiegen.

Die Aktien von SFS sacken um 4 Prozent ab. Der Schraubenspezialist hat im ersten Halbjahr die Gewinnmarge auf 14,2 von 13,6 Prozent im Vorjahreszeitraum gesteigert. Damit habe SFS die hohen Margenerwartungen nicht ganz erfüllen können. Daher sei es nach einem Kursanstieg um fast 40 Prozent im laufenden Jahr zu Gewinnmitnahmen gekommen, sagt ein Händler.

Die Papiere von Forbo verlieren 3,2 Prozent. Der Belag- und Klebstoffhersteller rechnet in einem seit 2013 laufenden Kartellverfahren in Frankreich mit Kosten von 85 Millionen Franken und macht eine entsprechende Rückstellung.

(Reuters)