Aktien Schweiz - Krisensorgen halten Schweizer Börse im Griff

Die Schweizer Börse hat zum Wochenschluss auf breiter Front nachgegeben.
31.08.2018 17:40

Der schwelende Handelsstreit der USA mit dem Rest der Welt, die Währungskrisen in Argentinien und der Türkei und der anziehende Franken vertrieben die Anleger laut Händlern aus dem Markt. Ausserdem neigten sie zum Monatsende aufgrund der ungewissen Aussichten an den Märkten eher zum Abbau von Positionen. Der SMI fällt um 0,8 Prozent auf 8974 Punkte. Nach zwei Monaten mit Kursgewinnen realisiert der Leitindex im August ein Minus von rund 2 Prozent.

Im Blick hatten die Marktteilnehmer vor allem den Handelsstreit der USA mit China. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge will US-Präsident Donald Trump seine Zollpläne gegenüber China umsetzen und die bereits vorgesehenen Abgaben nächste Woche in Kraft setzen lassen. Zudem heizte Trump die Handelskonflikte mit Europa und China weiter an. Er lehnte ein Angebot der EU ab, sämtliche Zölle auf Autoimporte zu streichen..

18 der 20 SMI-Werte büssen Terrain ein. Gegen den Trend legen die Aktien des Personalvermittlers Adecco um 0,2 Prozent zu. Die Papiere des Marktschwergewichts Nestlé steigen ebenfalls um 0,2 Prozent. Die Übernahmewelle im Kaffee-Geschäft, in dem Nestlé ebenfalls wachsen will, hält an. Der US-Getränkekonzern Coca Cola kauft von der britischen Restaurant- und Hotelkette Whitbread die Kaffeehauskette Costa für 3,9 Milliarden Pfund. Whitbread hatte Costa 1995 für 19 Millionen Pfund übernommen.

Bei den als wenig konjunktursensitiv geltenden Pharmawerten verlieren Novartis 1,1 Prozent und Roche sind um 0,4 Prozent leichter.

Grossbankentitel unter Druck

Die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS sinken um rund 1 Prozent. UBS veräussert das Zürcher Hotel Widder an den Lebensversicherer Swiss Life. Die Assekuranzaktien ermässigen sich um gegen 1 Prozent. Swiss Life sind um 0,8 Prozent schwächer.

Unter Druck standen die Aktien von Swatch mit minus 3,3 Prozent auf 413,60 Franken. Bereits am Donnerstag war der Kurs um knapp 2 Prozent gesunken. UBS hat die Empfehlung auf "Neutral" von "Buy" gestutzt und das Kursziel auf 450 von 535 Franken gesenkt. Die Titel von Rivalin Richemont büssen 1,8 Prozent ein.

Bei den Aktien zyklischer Firmen büssen ABB und Geberit 1,0 und 0,6  Prozent ein. Unter Rückstufungen litten die Anteile von LafargeHolcim und Logitech. LafargeHolcim sacken um 2,4 Prozent ab, nachdem Bank of America Merrill Lynch das Rating auf "Underperform" von "Neutral" gesenkt hat. Kepler Cheuvreux senkte das Rating für die Logitech-Aktien auf "Hold" von Buy". Die Aktie fällt um 0,7 Prozent.

Sonova gesucht nach Ankündigung von Aktenrückkauf

Die Aktien von Sonova legen 2,6 Prozent zu. Der Hörgerätehersteller will eigene Aktien im Umfang von bis zu 1,5 Milliarden Franken zurückkaufen und diese dann vernichten. Dies entspricht laut Analysten rund 13 Prozent der Kapitalisierung.

Die Aktien der GAM Holding machten anfängliche Einbussen im Verlauf mehr als wett und stehen um 2,7 Prozent höher auf 7,49 Franken. Macquarie stufte den Assetmanager auf "Neutral" von "Outperform" mit einem Kursziel von 8,65 Franken zurück.

Die Aktien der kleineren Unternehmen, die ihre Bücher öffneten, reagierten wenig auf die Ergebnisse. Die Aktien von IVF Hartmann sind unverändert. Der Verbandstoffhersteller hat wegen des schwächeren Frankens einen Gewinneinbruch um fast ein Fünftel verzeichnet.

Tradition büssen 0,5 Prozent ein. Der Broker hat im ersten Halbjahr den Umsatz gesteigert. Es resultierte ein um 16 Prozent höherer Gewinn von 31,8 Millionen Franken. Die Erwartungen seien etwas höher gewesen, heisst es am Markt.

(Reuters/cash)