Aktien Schweiz - Leichte Aufwärtstendenz an der Schweizer Börse

Der Schweizer Aktienmarkt klettert am Freitag mit Unterstützung der Schwergewichte in die Höhe. Damit hält sich der Leitindex SMI über der Marke von 9200 Punkten, die er am Vortag zurückgewonnen hatte.
27.10.2017 12:45

Nach wie vor sorge die EZB für gute Stimmung. Die europäische Notenbank hatte am Donnerstag eine massvolle Reduktion der Anleihenkäufe angekündigt und das Programm um mehrere Monate verlängert. So suche die EZB nach einem sanften Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik, heisst es im Handel.

EZB-Chef Mario Draghi sei das Kunststück gelungen, den Fuss in der Geldpolitik etwas vom Gaspedal zu nehmen und trotzdem den Euro in die Tiefe zu schicken. Das sei am Markt gut aufgenommen worden, heisst es weiter. Derweil tragen starke Zahlen von US-Technologiekonzernen sowie eine gewisse Entspannung im Katalonien-Konflikt zur guten Stimmung bei. Aus konjunktureller Sicht rückt am Nachmittag die Vorabschätzung zum US-BIP im dritten Quartal in den Fokus. Hierzulande stehen UBS und Lafarge-Holcim nach Zahlen unter Abgabedruck.

Der SMI gewinnt gegen Mittag 0,3% auf 9223 Punkte. Der 30 Aktien umfassende SLI steigt lediglich minimal auf 1504 Stellen und der breite SPI um 0,2% auf 10'566 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 17 im Plus und 13 im Minus.

UBS-Akite: Wie gewonnen, so zerronnen

UBS haben nach einem starken Handelsstart das Vorzeichen gewechselt und büssen nun 0,8% auf 17,08 Franken ein. Nach Erreichen des Jahreshochs bei 17,60 Franken haben Anleger damit begonnen, Gewinne mitzunehmen. Analysten sprechen derweil von "sehr guten" Ergebnissen, die von der UBS in einem schwachen Umfeld erzielt wurden. Die Gruppe scheine die Kosten im Griff zu haben, während einmal mehr das Geschäft in Asien eine gute Performance zeige. Allerdings müssten die Kosten weiter gesenkt werden, um die Gewinnkraft noch erhöhen zu können, warnt ein Analyst.

Im Sog der UBS drehten auch Credit Suisse (-0,8%) ins Minus, während sich die Assekuranztitel der Zurich (+0,1%) und von Swiss Re (-0,6%) kaum besser halten. Für den Rückversicherer hat die CS das Rating auf "Neutral" angehoben. Der Analyst glaubt, dass die Swiss Re trotz hoher Schadenskosten aus Wirbelstürmen am geplanten Aktienrückkauf festhält. Das Zurich-Kursziel wurde von Citigroup angehoben.

Lafarge-Holcim (-1,3%) grenzen die Kurseinbussen ein. Der Zementkonzern blickt auf ein durchwachsenes drittes Quartal, wobei in erster Linie die Senkung der Guidance am Markt für Enttäuschung sorgt. Überraschend komme dieser Schritt aber nicht, meint ein Marktbeobachter. Denn wenn ein neuer CEO das Zepter übernehme, wie Jan Jenisch bei Lafarge-Holcim, würden die vielleicht zu ambitiösen Ziele des alten oft über Bord geworfen.

Clariant nach Fusionsplatzer im Verkauf

Am stärksten rutschen Clariant (-5,4%) ab. Das Spezialchemieunternehmen beugt sich dem Druck aktivistischer Aktionäre und bläst die geplante Fusion mit dem US-Mitbewerber Huntsman ab. Die Aktionärsgruppe White Tale, die gegen den Deal opponiert hat, baute ihren Anteil auf 20% aus und konnte weitere Anleger auf ihre Seite ziehen.

Nestlé (+0,5%) bieten dem Gesamtmarkt wie bereits am Vortag eine gute Stütze. Am Markt gehen Gerüchte um einen teuren Verkauf des Süsswarengeschäfts um. Und auch für Novartis (+0,7%) und Roche (+0,5%) geht es nach Startschwierigkeiten nach oben. Feste Tendenzen sind bei Aryzta (+2,2%), Lonza oder Sonova (je +1,1%) zu sehen.

Sika (+0,3%) weiten die Gewinne des Vortages leicht aus. Es wurde bekannt, dass Saint-Gobain nach jahrelangem Streit um die Übernahme der Bauchemiefirma an seinem Vorhaben festhält und die Kaufvereinbarung mit der Mehrheitsaktionärin bis Ende Juni 2018 verlängert hat.

Leonteq nach Schoch-Ausstieg unter Druck

Im breiten Markt hat der Spinnereimaschinenhersteller Rieter (Aktie: +0,4%) den Umsatz nach neun Monaten über Erwarten deutlich gesteigert. Leonteq büssen 2,9% ein nachdem Mitgründer Jan Schoch vollständig aus dem Finanzunternehmen ausgestiegen ist. Anfang Oktober hatte er bereits die Geschäftsführung abgegeben.

Evolva (-5,1%) geben weiter stark nach. Die Aktionäre haben der geplanten ordentlichen Kapitalerhöhung durch eine Bezugsrechtsemission mit Abschlag zugestimmt. Hoch geht es mit Blick auf die Lancierung des neuen iPhones mit den Aktien des Handyverkäufers Mobilezone (+2,5%).

(AWP)