Aktien Schweiz - Leichte Verluste an der Schweizer Börse

Der Schweizer Aktienmarkt präsentiert sich am Dienstagmittag schwächer. Das Leitbarometer SMI war am Morgen im Zuge positiver Vorgaben aus Übersee zunächst freundlich gestartet.
17.10.2017 13:00

Investoren würden sich vor der langsam anlaufenden Quartalsberichtssaison mit grösseren Engagements jedoch zurückhalten, erklärt ein Händler den Richtungswechsel am Markt. Die übergeordnete Stimmung sei aber weiterhin von Zuversicht geprägt. Daran hätten auch die gemischt ausgefallen Daten aus der Euro-Zone (Inflation wie erwartet schwach, Konjunkturerwartungen in Deutschland erneut gestiegen) nichts geändert.

Während hierzulande die Berichtssaison erst in der zweiten Wochenhälfte an Fahrt gewinnt, könnten in den USA am Nachmittag die Zahlen von Goldman Sachs und Morgan Stanley auch die hiesigen Bankenwerte beeinflussen. Die Papiere der Credit Suisse stehen bereits im Fokus, nachdem der aktivistische Investor Rudolf Bohli die Bank ins Visier genommen hat.

Der SMI notiert gegen Mittag um 0,2% tiefer bei 9254 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI gibt 0,3% auf 1487 Zähler nach und der breite SPI 0,3% auf 10'569. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 24 im Plus, 5 im Minus und 1 unverändert.

Kühne+Nagel weiter unter Abgabedruck

Die grössten Verlierer sind Kühne+Nagel mit -1,9%, nachdem die Titel bereits am Vortag nach etwas schwächer als erwartet ausgefallenen Zahlen unter Abgabedruck gestanden hatten. Analysten hatten sich bei der Margenerholung im Seefrachtgeschäft grössere Fortschritte erhofft. Am Dienstag erhöhten dann zwar zahlreiche Institute ihre Kursziele für die Aktien und begründeten dies mit einem grundsätzlich guten Momentum. Dass die Titel dennoch erneut fallen, dürfte an dem zuletzt starken Lauf liegen, heisst es von Händlerseite.

Deutlichere Einbüssen verzeichnen nachrichtenlos auch Lonza (-1,4%), die damit ebenfalls an eine schwache Entwicklung vom Vortag anknüpfen. Zuvor war der Titel allerdings stark gelaufen. Mit Lafarge-Holcim (-1,0%) gehört ein weiterer am Vortag schwacher Valor zu den grossen Verlierern. Grössere Einbussen verzeichnen auch die volatilen Aryzta (-1,1%) sowie Zurich (-0,9%) und Clariant (-0,8%).

Eine grosse Belastung sind die Pharmaschwergewichte Novartis, die um 0,8% nachgeben. Am Vortag hatten die Titel noch von Umschichtungen aus Roche (+0,5%) profitiert, wie es heisst. Das dritte Schwergewicht Nestlé (-0,2%) notiert ebenfalls im Minus.

Richemont trotz guten Zahlen im Verkauf

Dies gilt mittlerweile auch für Richemont (-0,5%), die nach einer positiven Gewinnwarnung am Morgen noch im Aufwind waren. Dass der Schwung abhandenkam, wurde im Handel damit begründet, dass am Markt bereits mit einem starken Gewinnwachstum gerechnet worden sei. Die Erwartungshaltung an die beiden Luxusgüterhersteller sei ziemlich gewachsen, heisst es. Auch die Titel der Branchennachbarin Swatch (-0,6%) fallen zurück.

Bei den wenigen Gewinnern haben weiterhin CS (+1,2%) die Nase vorn, nachdem der aktivistische Investor Rudolf Bohli mit seinem Hedgefund RBR Capital mit einem kleinen Anteil bei der Grossbank eingestiegen ist und die Aufspaltung in einen Vermögensverwalter, eine Investmentbank und einen Asset Manager fordert. Aufgrund seines nur geringen Anteils von 0,2% bis 0,3% am CS-Kapital dürfte Bohli laut Analysten aber Mühe haben, seine Absichten durchzubringen. Und ob die grössten CS-Aktionäre wie Qatar Holding, Harris Associate oder Blackrock auf den Zug von Bohli aufspringen werden, muss sich zeigen. Marktteilnehmer gehen eher nicht davon aus.

Nennenswerte Gewinne verzeichnen neben den bereits erwähnten Roche noch Logitech (+0,7%). Kursrelevante News liegen zu dem Titel des Computerzubehörherstellers nicht vor.

Zur Rose nach Quartalszahlen stark gesucht

Im breiten Markt notieren Zur Rose nach Zahlen sehr fest (+6,6%). Den Umsatzausweis für das dritte Quartal wird in Analystenkreisen als stark bezeichnet. Bei jeweils überdurchschnittlichen Volumen legen auch Leonteq (+2,7%) und Wisekey (+6,5%) klar zu. Die Aktien des Derivatespezialisten seien von aggressiven Deckungskäufen aus dem Ausland erfasst worden, heisst es im Handel. Und die oft volatilen Wisekey hätten bereits die vergangenen Tage gut im Markt gelegen. Am Morgen gab das Cybersicherheitsunternehmen die Lancierung einer eigenen Blockchain-Plattform bekannt.

Zu den Verlierern gehören nach der Zahlenvorlage hingegen die seit Jahresbeginn bislang stark gelaufenen VAT (-2,2%). Hier fiel der Auftragseingang etwas schwächer als von Analysten erwartet aus.

(AWP)