Aktien Schweiz - Lustlose Anleger schicken Schweizer Börse auf Talfahrt

Die Schweizer Börse hat nach einem eintägigen Unterbruch am Dienstag die Talfahrt fortgesetzt.
11.07.2017 17:40

"Vor den Halbjahreszahlen wollen die Anleger keine grösseren Wetten mehr eingehen und fahren ihre Positionen zurück", sagt ein Händler. Auch die mit Spannung erwartete halbjährliche Kongressanhörung von US-Notenbankchefin Janet Yellen, die am Mittwoch und Donnerstag den zuständigen Ausschüssen Bericht über die geldpolitische Lage in den USA erstatten wird, veranlasse die Investoren zur Zurückhaltung.

Der Bluechip-Index SMI sinkt um 0,8 Prozent auf 8875 Punkte. Ein Händler spricht von tiefen Volumen und lustlosen Marktteilnehmern. Am Montag war der SMI um 0,7 Prozent gestiegen.

Grösster Verlierer unter den Schweizer Standardwerten ist neben Julius Bär der Personalvermittler  Adecco mit einem Kursminus von 2,1 Prozent auf 71,80 Franken. Die Deutsche Bank hat die Anlageempfehlung für die Aktie auf "Sell" von "Hold" zurückgenommen und das Kursziel auf 60 von 77 Franken gesenkt. Die Anteile des Uhrenkonzerns Swatch geben weitere 1,2 Prozent nach.

Die drei Index-Schwergewichte Nestlé, Roche und Novartis gehören ebenfalls zu den Verlierern. Händler erklären, defensive Sektoren wie Nahrungsmittel oder Pharma stünden zurzeit nicht in der Gunst der Anleger. Die Ungewissheit rund um Pläne von US-Präsident Donald Trump, die Gesundheitsreform Obamacare zurückzunehmen, laste auf dem Gesundheitssektor. Selbst in Trumps eigener Partei ist umstritten, wie die Kosten im Zaum gehalten werden können.

Givaudan nach Zukauf im Verkauf

Der Aromenhersteller Givaudan vermag die Anleger mit der Übernahme der niederländischen Firma Vika mit einem Umsatz von 64 Millionen Euro nicht zu begeistern. Die Aktien rutschen 1,1 Prozent ab.

Etwas besser kam der Zukauf des Handels-Dienstleisters DKSH an: Die Firma beteiligt sich mit 60 bis 65 Prozent an der indonesischen PT Wicaksana mit umgerechnet mehr als 60 Millionen Franken Umsatz. "Auch wenn dies nur eine kleine Übernahme ist, ist sie für DKSH insofern wichtig, als dass sie den Markteintritt in Indonesien darstellt – DKSH hatte diese Absicht schon länger", erklärten die Analysten der ZKB. Die Aktien notieren trotzdem leicht schwächer.

Bei den Grossbanken halten sich UBS und Credit Suisse mit Abschlägen von 0,6 Prozent leicht besser als der Gesamtmarkt.

Die AMS-Titel klettern 3 Prozent. Die Analysten von J.P. Morgan äusserten sich zuversichtlicher zu den Aussichten für den Zulieferer des iPhone-Produzenten Apple. Die österreichische Sensorfirma liefert Komponenten an den US-Technologiekonzern.

Zu den Gewinnern am breiten Markt zählen auch die Vakuumtechnik-Firma Inficon und der Energiekonzern Energiedienst Holding. Beide Unternehmen hatten für das erste Halbjahr einen Gewinnsprung angekündigt.