Aktien Schweiz - Markterholung an der Schweizer Börse zum Wochenende hin

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert kurz vor dem Wochenende klar fester. Getragen wird die kräftige Erholung von den Kursgewinnen des Schwergewichts Nestlé.
16.06.2017 13:00

Zusätzlichen Schub verleihen dem Gesamtmarkt am "Hexensabbat" die Avancen von Zyklikern und Finanztiteln. Am "grossen Verfallstag" zum Ende eines Quartals laufen an den Terminbörsen viele Derivate zu Aktien und Indizes aus.

Die Börsenstimmung bezeichnen Händler nach "stabilen" Vorgaben aus den USA als "freundlich". Auf die Krise im Weissen Haus habe es bisher fast keine Reaktion gegeben, während der jüngste Absturz der Technologiewerte unter Investoren für leichtes Unbehagen sorge, so ein Kommentar. Allerdings müsse man bei den Tech-Werten die hohen Bewertungen in Betracht ziehen, die sich im Laufe des Jahres aufgebaut hätten. Am Nachmittag warten die Anleger noch auf neue Daten aus den USA zum Häusermarkt und zur Konsumentenstimmung.

Der SMI zieht bis Mittag um 1,0% auf 8937 Punkte an und liegt somit im Wochenvergleich mit gut 1% im Plus. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt aktuell 0,9% auf 1414 Punkte und der breite SPI 1,0% auf 10'184 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen bis auf 2 allesamt im Plus.

Nestlé nach guten News für Analysten stark gefragt

Die Nestlé-Valoren legen nach bereits gutem Beginn weiter zu und verteuern sich nun bereits um 2,5%. Die Titel des Nahrungsmittelkonzerns setzen damit nach den Verlusten der vergangenen Tage zu einer starken Kurserholung an. Ausserdem hatte Nestlé am Vorabend angekündigt, dass für das US-Süsswarengeschäft verschiedene Optionen geprüft werden. Die Meldung kommt bei Analysten gut an, auch wenn am Markt mit einer Überprüfung dieses Geschäfts gerechnet werden konnte, und der Bereich nur rund 1% zum Gruppenumsatz beiträgt.

Während Nestlé in die Höhe klettern, sind die Pharma-Schwergewichte Novartis (-0,2%) und Roche (+0,5%) in der Tabelle zurückgefallen. Dabei scheint bei Novartis der Zulassungserfolg in den USA der Tochter Sandoz zur Lancierung eines Generikums zum Glaxo-Inhalator Advair Diskus an der Börse wenig Beachtung zu finden. Mit dem angenommenen Antrag sei Sandoz zurück im Rennen um den Generika-Platz von Advair, so ein Analyst. Swatch büssen 0,8% ein, nachdem Morgan Stanley die "Verkaufsempfehlung" für die Titel bestätigt hat.

Die defensiven Titel des Telekomkonzerns Swisscom klettern um 1,5% in die Höhe. Jefferies empfiehlt die Papiere neu zum "Kauf" und hat das Kursziel deutlich angehoben. Die Analysten glauben, dass die stärkere Konkurrenz auf dem Schweizer Telekommarkt in die Markterwartungen mit eingeflossen sind, dabei aber die Risiken durch Salt wohl etwas übertrieben bewertet werden. Zudem profitiere Swisscom von einem überzeugenden Sparprogramm. Die Einschätzung für Sunrise hat Jefferies dagegen auf "Hold" von "Buy" gesenkt und die Titel verlieren am breiten Markt 0,8%.

Idorsia-Aktie erstmals im Handel

Steigende Tendenzen sind nach wie vor bei Zyklikern wie Lonza (+2,2%) oder Dufry (+2,1%) zu sehen. Lafarge-Holcim legen nun um 1,3% zu. Das Aktienresearch von S&P hat das Rating für die Aktien erhöht. Und auch Finanztitel wie Partners Group (+1,4%), UBS oder Swiss Life (je +1,0%) werden gut nachgefragt.

Am heutigen Freitag werden zudem erstmals die Titel der nun eigenständigen Idorsia am Schweizer Markt gehandelt. Die Titel eröffneten mit 10 Franken und kosten mittlerweile 13,30 Franken. Bei Idorsia handelt es sich um den abgespaltenen Forschungs- und Entwicklungsteil der Allschwiler Actelion (+1,6%), die vom US-Konzern Johnson&Johnson übernommen worden ist. Das Unternehmen wird vom ehemaligen Actelion-CEO und -Mitgründer Jean-Paul Clozel geleitet.

Fester tendieren am breiten Markt etwa auch Autoneum (+1,4%). Die Titel des Autozulieferers dürften von guten Daten zum europäischen Automarkt profitieren. Noch nicht gehandelt wurden die Papiere von Elma. Die im Bereich von Gehäusesystemen für die Elektronik tätige Gruppe rechnet im ersten Halbjahr dank gutem Auftragsvolumen mit einer deutlichen Gewinnsteigerung.

(AWP)