Aktien Schweiz - Negativer Grundton an der Schweizer Börse

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Freitagmittag negativ, hat sich im bisherigen Handelsverlauf aber kaum gerührt. Unter Druck stehen vor allem die Bankenwerte sowie erneut ABB.
21.07.2017 13:00

Nach ereignisreichen Vortagen würden die Investoren zum Wochenschluss durchatmen, heisst es im Handel. Das Highlight der Woche - die Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi vom Vortag - habe die Gemüter zudem etwas beruhigt. Eine geldpolitische Kehrtwende klinge anders, wie es heisst. Vor wenigen Wochen hatte Draghi die Marktakteure mit einer "falkenhaften" Rede noch verschreckt. In der kommenden Woche steht mit dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed ein weiteres wichtiges Ereignis auf dem Programm.

Der SMI büsst bis Mittag 0,1% auf 9015 Punkte ein. Auf Wochensicht resultiert mit -0,2% eine praktisch stabile Entwicklung. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steht 0,2% tiefer auf 1430 Zähler und der breite SPI 0,2% auf 10'269. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 15 im Plus, 13 im Minus und 2 unverändert.

Die Berichtssaison zum zweiten Quartal ist in vollem Gang und legt nächste Woche nochmals an Tempo zu. Allein zehn Bluechips stehen auf dem Programm, darunter Roche und Nestlé am Donnerstag sowie die beiden Grossbanken zum Wochenschluss. Den Anfang macht Julius Bär am Montag. In der Schweiz seien die bisherigen Resultate erfreulich ausgefallen, heisst es in einem Kommentar von Raiffeisen.

Swatch-Aktie dreht auf

Erfreulich ist bei Swatch nach der Zahlenvorlage mittlerweile die Kursbewegung: Zur Mittagszeit steht der Titel mit 1,5% im Plus. Im frühen Handel gehörte er noch zu den Verlierern. Der Uhrenhersteller hat mit einem stabilen Umsatz die Gewinnzahlen zwar verbessert. Die Markterwartungen wurden allerdings auf allen Stufen der Erfolgsrechnung verfehlt. Gut aufgenommen wurde dagegen von den Analysten der optimistische Ausblick des Managements auf das zweite Halbjahr. "Wir haben eine starke Beschleunigung der Verkäufe in Lokalwährungen gegenüber dem ersten Quartal gesehen", sagte CEO Nick Hayek zu AWP. Auch die Titel der Branchennachbarin Richemont (+0,9%) sind im Aufwind.

Die grössten Gewinne verzeichnen unter den Bluechips allerdings Givaudan mit +1,7%. Damit erholt sich die Aktie des Aromen- und Riechstoffherstellers von den im Zuge des Zahlenrapports erlittenen Verlusten vom Vortag. Einen relativ starken Lauf haben zum Wochenschluss auch Swiss Re (+1,3%). Die Aktie des Rückversicherers profitiert von einer Wiederaufnahme durch Morgan Stanley, die auf "Overweight" plädieren.

Eine Stütze sind Novartis mit +0,3%. Der Konzern hatte mit den am Dienstag veröffentlichten Quartalszahlen die Investoren deutlich beruhigt. Die Aktie rückt auf Wochensicht etwa 2% vor.

ABB weiter unter Druck

Die grössten Einbussen verzeichnen ABB mit -1,6%, die bereits am Vortag nach einer Zahlenenttäuschung fasst 3% nachgegeben hatten. Morgan Stanley stufte nun die Aktie in der Folge auf "Equal Weight" von "Overweight" zurück.

Auch die Grossbankenwerte UBS (-1,4%), CS (-1,2%) und Julius Bär (-1,0%) fallen mit grossen Abgaben auf. Auch Dufry (-1,2%) werden klar tiefer gehandelt. Bereits am Vortag hatte der Titel des Reisedetailhändlers klar an Terrain eingebüsst. Im Handel wird auf Gewinnmitnahmen spekuliert nach der starken Kursentwicklung seit Jahresbeginn. Zudem würden sich die Übernahmephantasien durch HNA verflüchtigen.

Am breiten Markt kommen die Börsenneulinge Landis+Gyr langsam auf Touren. Aktuell steht der Kurs 1,3% über dem Ausgabepreis. Im frühen Handel notierten sie kurzzeitig darunter. es handelt sich um den grössten Börsengang in der Schweiz seit 2006.

Ein regelrechter Einbruch ist bei der Ypsomed-Aktie zu sehen (-23%). Die Medtechfirma meldete den Verlust des wichtigen Insulet-Geschäfts, da die Vertriebsvereinbarung mit dem Partner nicht verlängert wurde. Bergab geht es auch für SFS (-4,1%). Der Industriekonzern hat sich gegenüber dem Vorjahr zwar gesteigert, die Markterwartungen bei den Ergebniszahlen aber dennoch verfehlt. Im Blick sind auch Forbo (-3,2%) nach einer Rückstellung des Konzerns über 85 Millionen Franken wegen eines Kartellverfahrens in Frankreich.

(AWP)