Aktien Schweiz - Nestlé verhindern deutlicheres SMI-Plus

Die Schweizer Börse tendiert am Donnerstagmittag weiterhin positiv. Dabei kann sie ihren Erholungskurs des Vortages fortsetzen, wobei 28 von 30 Bluechips im Plus sind.
15.02.2018 12:45

Allerdings wird der Leitindex SMI vom Indexschwergewicht Nestlé ausgebremst und um etwa 49 Punkte nach unten gedrückt. Das Westschweizer Unternehmen hatte am Morgen seinen Zahlenkranz vorgelegt und damit teilweise enttäuscht. Immerhin liegt der SMI aber wieder über der Schwelle von 8900 Punkten.

Insgesamt scheint die Nervosität unter den Händlern abzunehmen. Der Volatilitätsindex VSMI liegt mit seinen aktuell 16 Punkten wieder 12 Zähler unter seinem Stand vom Wochenbeginn. An den Börsen gehe es auch deshalb wieder aufwärts, weil viele schlechte Nachrichten durch den Rutsch der vergangenen Woche schon eingepreist seien, meinen Händler. So konnte auch der Anstieg der Renditen am amerikanischen Rentenmarkt und die unerwartet hohen Inflationsrate den Markt nicht aus der Ruhe bringen.

Der SMI gewinnt bis am Mittag 0,4% auf 8936 Punkte hinzu. Der 30 Aktien umfassende SLI legt deutlicher um 1,0% auf 1471 Zähler zu und der breite SPI um 0,4% auf 10'291 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren nur zwei (Nestlé, Swisscom) im Minus.

Anleger strafen Nestlé-Zahlen ab

Die grossen Verlierer sind auch zur Mittagszeit Nestlé (-2,6%), deren Kurserholung vom Vortag sich somit als Strohfeuer erweist. Grund für die Abschläge ist, dass der traditionsreiche Nahrungsmittelkonzern aus Vevey auf ein eher verhaltenes Geschäftsjahr zurückblickt. Sowohl in Bezug auf das organische Umsatzwachstum als auch auf die Margenentwicklung wurden die jeweiligen Analystenerwartungen verfehlt. Dies nicht zuletzt, weil hohe einmalige Kosten anfielen. Für Gesprächsstoff sorgen am Markt zudem die vorsichtig formulierten Zielvorgaben für 2018. Kaum Unterstützung bieten schliesslich die vagen Aussagen des Managements zur Beteiligung am Kosmetikkonzern L'Oréal.

Im Vergleich zu den anderen Bluechips kommen auch die die Papiere der anderen beiden defensiven Indexschwergewichte Novartis (+0,5%) und Roche (+0,4%) nicht so recht auf Touren.

Clariant (+1,8%) tendieren dafür nach einem verhaltenen Start wieder klar positiv, nachdem sie am Vortag nach der Vorlage ihrer Zahlen Tagesverlierer gewesen waren. Heute wurde diesbezüglich noch bekannt, dass Bernstein die Einstufung auf "Underperform" und Goldman Sachs die ihrige auf "Buy" belässt.

Gefragte Finanztitel

Erneut positiv entwickeln sich die Finanztitel. Die Vortagesgewinner Credit Suisse (+2,5%) stehen im SMI/SLI-Tableau weiterhin ganz weit vorne, doch auch Julius Bär (+2,2%) oder UBS (+1,9%) sind klar im grünen Bereich. Zu Credit Suisse gab es im Nachgang zur gestrigen Zahlenpräsentation einige Rating- und Kurszielanpassungen.

Inzwischen an der Spitze des SLI stehen jedoch Logitech (+3,0%), gefolgt von den volatilen Aryzta (+2,7%) sowie Dufry (+2,4%), Adecco (+2,2%), Sika oder ABB (je +2,1%).

Im breiten Markt liegt die Aufmerksamkeit ebenfalls auf der Berichtssaison. Phoenix Mecano (+2,4%) hat im Geschäftsjahr 2017 Umsatz und den bereinigten Gewinn gesteigert, wird jedoch von Einmalaufwendungen belastet. Gut kommen bei den Investoren auch die Zahlen der St. Galler Kantonalbank (+2,4%) und von Tornos (+2,2%) an.

Kursrakete für Addex nach angekündigter Kapitalerhöhung

Die Waadtländer Kantonalbank (BCV) (+0,7%) hat die Gewinnzahlen leicht verbessert und schüttet eine Dividende auf Vorjahresniveau aus, was bei Marktbeobachtern positiv vermerkt wird. Der Dentaltechniker Straumann (+1,6%) hat 2017 den Umsatz erneut zweistellig erhöht und die Grenze von einer Milliarde überschritten.

Durch die Decke gehen nach einer angekündigten Kapitalerhöhung schliesslich die Valoren von Addex (+11,4%). Santhera (Aktie +5,6%) wiederum hat von Polyphor eine weltweite Exklusivlizenz zur Entwicklung und Vermarktung eines klinischen Prüfmedikaments gekauft.

(AWP)