Aktien Schweiz - Novartis zieht den SMI nach unten

Ein deftiger Kurstaucher des Marktschwergewichts Novartis hat am Dienstag die Schweizer Börse nach unten gezogen.
24.10.2017 17:40

Der SMI fällt um 0,6 Prozent auf 9195 Punkte. Am Montag war der Leitindex um 0,1 Prozent gestiegen. "Ohne Novartis hätte sich der SMI so gut wie andere Märkte geschlagen", sagt ein Händler. In Frankfurt und Paris waren die Börsen gehalten.

Die Anleger trauten sich trotz des anhaltenden Rekordlaufs der Wall Street, wegen der Katalonien-Krise und vor der am Donnerstag anstehenden Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht aus der Deckung, heisst es am Markt.

"Die EZB könnte mit dem Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik Ernst machen", sagt ein Händler. "Das könnte die wichtigste Sitzung der EZB im ganzen Jahr sein", sagt ein anderer Börsianer.

Enttäuschung über Alcon-Entscheidung lässt Novartis tauchen

Die Aktien von Novartis büssen 3 Prozent ein, was den Leitindex um gut 50 Zähler nach unten zieht. Das Quartalsergebnis sei wie erwartet ausgefallen. "Enttäuschend ist, dass der Entscheid über Alcon vertagt worden ist", sagt ein Händler. Der Pharmakonzern signalisierte einen Börsengang für die Augenheilsparte. Eine mögliche Transaktion solle aber erst in 2019 durchgeführt werden. Operativ sieht sich Novartis nach drei Quartalen auf Kurs. Der Gewinn stieg um 7 Prozent auf 2,08 Milliarden Dollar.

"Enttäuschung über Alcon und Verkäufe nach dem Motto 'sell on good news'", begründet ein Händler den Kursrückgang. Die Aktie sei in der jüngsten Zeit gut gelaufen und habe sich besser entwickelt als die Papiere von Rivale Roche. Dessen Genussschein notiert 0,6 Prozent tiefer.

Den grössten Gewinn unter den Bluechips verbucht die Aktie der Grossbank Credit Suisse mit 0,9 Prozent. Rivalin UBS wurde um 0,5 Prozent teurer gehandelt. Die Versicherungsaktien zeigen sich uneinheitlich: Die Aktien von Swiss Re fallen um 0,8 Prozent, Zurich steigen 0,2 Prozent und Swiss Life rücken um 0,4 Prozent vor.

Bei den Aktien zyklischer Firmen stechen Adecco mit einem Minus von 1,7 Prozent heraus. Händler verweisen auf die Anteile von Hauptkonkurrent Randstad, die nach der Ergebnisvorlage um 5 Prozent einbrachen.

Die Aktien von ABB sinken um 0,5 Prozent und Sika geben 0,1 Prozent ab. Der Elektrotechnikkonzern und der Hersteller von Klebstoffen und Bauchemikalien informieren am Donnerstag über das dritte Quartal.

Kursrakete bei AMS nach Zahlenpräsentation

Am breiten Markt ragen die Aktien von AMS heraus, die um mehr als ein Fünftel in die Höhe schiessen. Der Chip- und Sensorenhersteller hat im dritten Quartal besser als erwartet abgeschnitten und für das laufende Quartal eine unerwartet starke Prognose abgegeben.

Die Aktien von Huber+Suhner büssen 6 Prozent ein. Der Kabelhersteller hat die Prognosen gesenkt.

Gewinnmitnahmen drücken die Aktien von Logitech um 5,3 Prozent ins Minus. Der Reingewinn stieg im zweiten Geschäftsquartal auf 57,4 Millionen Dollar von 47 Millionen im Vorjahresquartal. Der Hersteller von Zubehör für die Unterhaltungselektronik übertraf die Erwartungen. Die Zahlen seien gut und die Aussichten ebenso. "Nach einem Kursgewinn von mehr als 40 Prozent im laufenden Jahr sind Gewinnmitnahmen in einem unsicheren Umfeld aber verständlich", sagt ein Händler.

Unter Gewinnmitnahmen litten laut Händlern auch die Aktien des Derivathauses Leonteq und der Softwarefirma Temenos, die um 4,4 und 1,5 Prozent nachgeben.

(Reuters/cash)