Aktien Schweiz - Pharmaschwergewichte belasten Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat am Dienstag nachgegeben. Vor allem die Kursabschläge der beiden Pharmaschwergewichte Novartis und Roche belasteten den Markt.
05.12.2017 17:40

In Sektoren mit guter Kursentwicklung strichen Anleger zudem ihre Gewinne ein, sagt ein Händler. "Man darf das nicht dramatisieren, letztlich ist es nur eine Konsolidierung nahe am Jahreshoch." Der SMI steht zum Handelsschluss 0,4 Prozent tiefer bei 9289 Punkten.

Händler sagen, nachdem der Entwurf für die Steuerreform im US-Senat gutgeheissen wurde, sei die Fantasie etwas verpufft. "Nun fehlt der Treiber für weitere Käufe", sagt ein Händler. "Was soll danach noch an wirtschaftspolitischen Impulsen kommen?", fragen sich die Experten der Bantleon Bank. Die Vorlage muss nun noch mit der Reform des Repräsentantenhauses abgeglichen werden, ehe sie in Kraft treten kann. Dämpfend wirkte auch der möglicherweise drohende Stillstand der US-Regierung. Dazu könnte es kommen, wenn der Kongress nicht bis Freitag einer Anhebung der Schuldenobergrenze zustimmt.

Die Novartis-Aktien sinken um 1,3 Prozent und belasten den SMI damit merklich. Die Genussscheine von Roche sind um 0,8 Prozent schwächer. Händler verweisen auf die Kursabschläge im US-Gesundheitssektor am Vortag. Europaweit büssen Gesundheitswerte Terrain ein.

Nestlé stützt den Markt etwas

Kursgewinne gibts dagegen bei Anteilen aus dem Konsumbereich. Mit Nestlé steigt das dritte Indexschwergewicht um 0,4 Prozent und bietet dem Markt etwas Stütze. Positive Analystenkommentare verhelfen den Anteilen des Uhrenkonzerns Swatch zu einem Plus von 0,6 Prozent. Um 1,0 Prozent höher gehandelt wurden die Titel des Aromen- und Duftproduzenten Givaudan.

Die Aktien der Banken, die zu den Profiteuren der geplanten US-Steuerreform zählen, konsolidierten den jüngsten Anstieg. Credit Suisse und UBS sinken um 0,8 und 0,6 Prozent. Auch Versicherungswerte schwächen sich meist ab. Swiss Re verliert 2,0 Prozent an Wert.

Auch zyklische Werte rutschen zum Tei ab, so etwa die Titel des Elektrotechnikkonzerns ABB und des Chemiekonzerns Clariant.

Tech-Werte unter Druck

Der jüngste Ausverkauf an der US-Technologiebörse belastet Technologiewerte. "Der Sektor zählt nicht zu den Profiteuren der US-Steuerreform", sagt ein Händler. Technologiefirmen drohe die Streichung von Steuerprivilegien. Zudem habe der Sektor dieses Jahr stark an Wert gewonnen. Die Titel der Chip- und Sensorfirma AMS sinken um 0,4 Prozent. Die Anteile des Solarindustriezulieferers Meyer Burger büssen 3,5 Prozent ein.

Die Temenos-Aktien geben 1,5 Prozent nach, obwohl die grösste lateinamerikanische Bank Itau für ihr Privatebanking auf eine Plattform der Bankensoftware-Firma setzt. Der Temenos-Kurs hat sich dieses Jahr fast verdoppelt.

Gefragt waren die Aktien von Cham Paper mit einem Plus von 2,6 Prozent. Die Firma verkauft ihr Spezialpapiergeschäft an die südafrikanische Sappi Limited.

Die Emmi-Aktien rücken 5,1 Prozent auf 667,50 Franken vor. Kepler Cheuvreux empfahl den Milchverarbeiter mit einem Kursziel von 730 Franken zum Kauf.

(Reuters/cash)