Aktien Schweiz - Pharmatitel heben SMI ins Plus

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Donnerstagmittag zweigeteilt. Während die grosskapitalisierten Pharmawerte den SMI ins Plus hieven, notiert ein Grossteil der Titel - zum Teil klar - im Minus.
18.07.2019 11:35

Vor allem Novartis sind nach starken Quartalszahlen stark gesucht. Dagegen gibt es bei diversen Industrietiteln grössere Gewinnmitnahmen im Zusammenhang mit der Zahlenbekanntgabe, wie es im Handel heisst.

Grundsätzlich sei das Niveau nach drei Tagen mit Avancen aber etwas gar hoch und ausgereizt, meint ein Marktteilnehmer. Insofern sei es nicht überraschend, dass Investoren bei manchen Titeln die Gewinne jetzt realisieren würden. Zumal die Vorgaben aus den USA nicht gerade berauschend waren. Dort haben die Indizes deutlich an Wert eingebüsst und nahe dem Tagestief geschlossen. Neben Quartalszahlen seien es vor allem auch Aussagen der US-Regierung im Zusammenhang mit dem chinesisch-amerikanischen Handelsstreit gewesen, welche die Stimmung eingetrübt hätten.

Der SMI gewinnt gegen 11 Uhr 0,4 Prozent auf 9980 Punkte und hat sich damit von Anfangsverlusten bzw. dem Tagestief bei 9898 Punkten im frühen Handel bereits wieder klar abgesetzt. Beim breiten SPI ist die Avance mit um 0,3 Prozent auf 12'060 Zähler etwas kleiner. Und der 30 Aktien umfassende SLI, bei dem etwa die starken Pharmawerte nicht mit dem vollen Gewicht enthalten sind, büsst gar 0,4 Prozent auf 1525 Zähler ein. Von den 30 Titeln stehen 25 im Minus und nur 5 im Plus.

Hierzulande stehen vor allem Unternehmenszahlen im Fokus, haben doch gleich vier SMI-Unternehmen und weitere wichtige Firmen ihre jüngsten Ergebnisse veröffentlicht.

Novartis begeistert mit den Halbjahreszahlen

Eine davon ist der Basler Pharmariese Novartis, dessen Aktie mit einem Plus von 4,0 Prozent ausserordentlich stark gesucht ist. Der Basler Pharmariese hat mit seinen vorbörslich präsentierten Zahlen auf allen Ebenen geglänzt und auch den Ausblick erhöht. Ausserdem sei die Generikasparte Sandoz als Sorgenkind des Konzerns besser gelaufen als erwartet, so Händler.

Im Fahrwasser davon legen auch die Titel von Roche ein knappes Prozent zu. Zu den wenigen Gewinnern gehören zudem weitere defensive Titel wie Swisscom (+0,2%) oder Nestlé (+0,04%), einziger Zykliker mit einem positiven Vorzeichen bei den Top 30 ist der Logistiker Kühne+Nagel (+0,2%).

Stark unter Druck stehen dagegen SGS mit einem Minus von 4,0 Prozent. Der Warenprüfkonzern ist im ersten Semester 2019 zwar profitabel gewachsen, hat aber mit den vorgelegten Zahlen die Vorgaben von Analysten nicht ganz erreicht.

Deutlich im Angebot liegen auch Givaudan (-3,4%). Der Aromen- und Riechstoffkonzern hat beim Umsatz im Rahmen der Erwartungen abgeschnitten, die Gewinnschätzungen allerdings nicht erreicht. Entsprechend ist in Analystenkreisen vor allem von einer überraschenden Margenschwäche die Rede. Auch weitere zyklische Titel wie ABB (-1,4%), Sika (-1,4%), Logitech (-1,2%), Adecco (-1,2%) oder Schindler (-1,1%) können sich der Konsolidierung nicht entziehen.

Richemont erholen sich von anfänglichem Absturz

Klare Abgaben waren anfänglich auch bei Richemont nach Quartalszahlen auszumachen, aktuell liegt das Minus aber bei nur noch bei 0,5 Prozent. Händler berichten von Anschlusskäufen auf dem tieferen Niveau. Anfänglich war vor allem von Gewinnmitnahmen die Rede, nachdem der Titel in den letzten Tagen und auch im bisherigen Jahresverlauf eine starke Performance gezeigt hatte. Die Titel von Swatch (-0,4%) büssen einen Tag nach der Zahlenbekanntgabe in ähnlichem Ausmass ein.

Bei den grössten Verlierern sind dagegen mittlerweile auch Temenos (-4,0%) zu finden. Das Bankensoftware-Haus hat bereits am Vorabend seine Quartalszahlen publiziert und gleichzeitig eine kleine Akquisition bekanntgegeben. Die Abgaben werden vor allem mit Gewinnmitnahmen begründet.

Im breiten Markt verlieren unter den Industriewerten Bobst (-13%) nach einer Gewinnwarnung massiv, und auch Georg Fischer (-1,4%) werden nach Zahlen verkauft. Relativ gut halten sich dagegen Rieter (+0,3%). Und auch die kleinen Pharmawerte Cassiopea (+2,1%) werden nach Zahlen dazugekauft.

(AWP)

 

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