Aktien Schweiz - Roche-Dividende drückt SMI ins Minus

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Donnerstag ganz im Zeichen der Dividendenzahlung von Roche. Denn ohne diesen Sondereinfluss würde der Leitindex SMI knapp im Plus stehen.
07.03.2019 11:50

Wie ein Händler erklärt, befindet sich der Markt aktuell eher in einem Konsolidierungsmodus. Immerhin sei er in den vergangenen Wochen teilweise stark gestiegen und habe so die Verluste vom Jahresende 2018 wieder aufgeholt. Zwischendurch gebe es dann aber immer wieder Tage wie den heutigen, an denen der Markt auch mal durchatmen müsse. Grundsätzlich sei die Stimmung nämlich gut, immerhin deute sich für die Handelsgespräche zwischen den USA und China eine gewisse Entspannung an. Im weiteren Tagesverlauf könnte noch die EZB mit ihrem Zinsentscheid für Bewegung sorgen.

Der SMI fällt gegen 11.10 Uhr um 0,6 Prozent auf 9349 Punkte zurück. Der 30 Aktien umfassende SLI verliert 0,6 Prozent auf 1443 Punkte während der breite SPI bei 11'064 Zählern auf der Stelle tritt. Von den 30 SLI-Titeln notieren 23 im negativen Terrain, während 6 hinzugewinnen und Temenos unverändert sind.

Mit einem Kursabschlag von 3,1 Prozent oder 8,55 Franken weisen die Genussscheine vor Roche neben AMS den grössten Verlust auf. Allerdings hat der Pharmakonzern an diesem Tag 8,70 Franken je Anteilsschein an seine Aktionäre ausgeschüttet.

Chip-Hersteller unter speziellem Druck

Die ohnehin sehr volatilen AMS-Aktien geben mittlerweile 4,0 Prozent nach. Hier wird im Handel auf Nachrichten des japanischen Chip-Herstellers für die Autoindustrie, Renesas, verwiesen. Dessen Kurs war in Tokio um fast 15 Prozent abgesackt. Das Unternehmen will die Produktion drosseln und begründet dies mit einer schwachen Nachfrage aus China.

Wie zuletzt immer wieder gesehen, wirken sich negative Nachrichten aus der Branche auch auf Werte aus dem breiten Markt aus. Hier geben etwa Sensirion (-6,0%) und U-blox (-1,2%) nach. Allerdings hatte Sensirion am Morgen auch mit den eigenen Zahlen nicht überzeugt.

Mit etwas Abstand folgen dann Werte wie Clariant (-1,9%), Vifor Pharma (-1,7%) und Kühne+Nagel (-1,5%). Zu allen drei Werten haben sich am Morgen Analysten geäussert. Dabei wurde das Kursziel für Clariant von Vontobel sogar erhöht. Gleichzeitig nannte der zuständige Analyst die recht hohe Bewertung allerdings als Hemmschuh für den Kurs.

Bei Vifor zeigen sich die Experten von Vontobel und Kepler Cheuvreux eher zurückhaltend vor den Jahreszahlen in einer Woche. Vontobel etwa sorgt sich, dass die Mittel nicht ausreichend differenziert sein könnten. Auch bei Kühne+Nagel ist der Kommentar von der UBS eher vorsichtig.

Generell schwächer präsentiert sich auch die Finanzindustrie, wobei sich Versicherer Swiss Re (-0,1%), Swiss Life (-0,2%) und Zurich (-0,3%) besser halten als die Banken. Hier geben UBS, CS und Julius Bär um 1,4 bis 0,7 Prozent ab. Händler verweisen auf den Bankenstresstest der US-Notenbank Fed. Diese lockert zwar den Test für heimische Banken, nicht aber für die Ableger von fünf ausländischen Banken, darunter die beiden Schweizer Grossbanken.

Defensive als Gegengewicht

Dass der Markt nicht noch tiefer im Minus ist, verdankt er vor allem den defensiven Papieren von Nestlé, Swisscom, Givaudan und Novartis, die mit Kursgewinnen zwischen 1,0 und 0,4 Prozent ein starkes Gegengewicht bilden.

Im breiten Markt fallen einerseits die Aktien von Autoneum (-4,5%) auf, die auch am Tag nach den Zahlen noch unter Druck stehen. Mit dem Autozulieferer fallen aber noch weitere Branchenvertreter wie Feintool (-2,9%) und Georg Fischer (-1,5%) zurück. "Die Aussichten für die Autoindustrie haben sich verdüstert", sagte ein Händler und erwähnte dabei als einen der Hauptgründe den Handelsstreit der USA vor allem mit China, zunehmend aber auch mit Europa.

Abwärts geht es auch für die Aktien Siegfried (-5,5%) nach Zahlen. Ascom (+6,9%) legen dagegen nach den Jahreszahlen deutlich zu.

(AWP)

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