Aktien Schweiz - Schnäppchenjäger verhelfen SMI zu Gewinnen

Nach dem jüngsten Ausverkauf greifen Investoren am Schweizer Aktienmarkt zum Wochenschluss beherzt bei den Verlieren der letzten Tage zu.
16.08.2019 11:30

Nach einem freundlichen Start hat der Leitindex SMI seine Gewinne  schnell ausgebaut und pendelt nun in einer engen Spanne um die 9700er-Marke.

Dennoch dürften die Märkte volatil bleiben, warnen Händler. An den beherrschenden Themen habe sich nämlich nichts geändert. So gebe es im US-chinesischen Handelsstreit nach wie vor keine Lösung und auch die Rezessionsängste seien nicht über Nacht verflogen. Hierbei setzen die Märkte allerdings auf die grossen Notenbanken, dass sie der Wirtschaft zu Hilfe eilen. Aus den Reihen der EZB sind Töne in dieser Richtung zu hören und auch in China hat die Zentralbank Massnahmen in Aussicht gestellt. Darüber hinaus sorgten die Unruhen in Hongkong und auch der Brexit für Nervosität.

Der SMI gewinnt gegen 11.05 Uhr 1,1 Prozent auf 9711 Punkte hinzu. Er notiert damit knapp unter seinem bisherigen Tageshoch bei 9714 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI steigt um 1,1 Prozent auf 1467 Punkte und der breite SPI ebenfalls um 1,1 Prozent auf 11'807 Punkte. Bei den 30 SLI-Titeln gewinnen alle bis auf Schindler (-0,1%) hinzu.

Wiedereinstieg nach Ausverkauf

Auffällig ist, dass Investoren vor allem jene Werte wieder ins Depot holen, die sie im Zuge des Ausverkaufs in grossem Stil auf den Markt geworfen hatten. So wird die Gewinnerliste von AMS (+3,3%), Swisscom (+2,5%) und den Aktien der SGS (+1,9%) angeführt. Swisscom hatten am Donnerstag nach Halbjahreszahlen zu den grossen Verlieren gezählt.

Mit Logitech (+1,4%) und Temenos (+1,0%) gewinnen noch weitere Technologietitel hinzu. Zudem greifen Investoren bei den Bankaktien wieder verstärkt zu. Julius Bär, CS und UBS verteuern sich zwischen 1,6 und 1,4 Prozent. Damit notieren die Papiere der UBS auch wieder oberhalb der 10-Franken-Marke, unter die sie in dieser Woche erstmals seit mehr als sieben Jahren gerutscht waren.

Unterstützung erhält der Markt auch von den Schwergewichten Roche, Novartis (beide +1,3%) und Nestlé (+0,8%). Zu Roche gab es einen Zulassungsentscheid der US-Behörde FDA. Die Nachricht über den Insiderhandel eines ehemaligen Roche-Mitarbeiters perlt am Kurs ab.

Schindler büsst immer noch für mässige Zahlen

Derweil kommen die Gewinner des gestrigen Handelstages zum Wochenschluss kaum vom Fleck. Schindler setzen mit einem zuletzt leicht tiefern Kurs die Schwäche der letzten Tage fort. Enttäuscht aufgenommene Halbjahreszahlen haben die Aktien an den vorangegangenen beiden Handelstagen deutlich belastet.

Die beiden Uhrenhersteller Swatch (+0,5%) und Richemont (+0,7%) hinken dem Markt ebenfalls hinterher. Sie hatten im Wochenverlauf unter schwachen Konjunkturdaten aus China und vorsichtigen Analystenkommentaren gelitten.

Bei Vifor (+0,5%) wird der starke Lauf von Analystenkommentaren unterbrochen. Die Experten von Goldman Sachs haben die Titel am Morgen abgestuft. Die guten Wachstumsaussichten seien mittlerweile im Kurs enthalten.

Stärkere Aufschläge sehen im breiten Markt Gurit-Aktien (+4,4%). Der Spezialkunststoffhersteller hat nach guten Zahlen seinen Ausblick erhöht. Sunrise (+3,3%) stösst bei der geplanten UPC-Übernahme auf den Widerstand seines Grossaktionärs Freenet, der eine Kapitalerhöhung ablehnt. Freenet-Chef Christoph Vilanek hält den Kaufpreis für zu hoch.

(AWP)

 

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